Fußball heute: Eigentlich sollte Filippo Mane verliehen werden – zu oft hatten Verletzungen den Innenverteidiger bei Borussia Dortmund zurückgeworfen. Doch in der Vorbereitung hat der 21-Jährige das Blatt gewendet: Er gehört plötzlich zu den größten Gewinnern des Sommers.
Borussia Dortmund: Nach dem Schreckmoment kam die Wende
Als Mane beim Test in Osaka (0:1) zur Pause angeschlagen ausgewechselt wurde, dürften viele Fans einen erneuten Rückschlag befürchtet haben. Doch die Entwarnung kam schnell – und seither zeigt der Italiener, welches Potenzial in ihm steckt. Vom Sorgenkind hat er sich zum Aufsteiger der Vorbereitung entwickelt, die Verantwortlichen schwärmen.
Möglich wurde der Sprung auch durch die Personalsituation: In Abwesenheit mehrerer Abwehrkräfte – unter anderem fehlten die verletzten Nico Schlotterbeck und Emre Can – erhielt Mane bei Trainer Niko Kovac reichlich Einsatzzeit. Diese Chance nutzte er. Beim 3:2-Testspielsieg gegen den FC Arsenal stand er in Kovacs bester Elf von Beginn an und überzeugte, vor allem nach der Pause an der Seite von Neuzugang Joane Gadou.
Lob von Ricken und Kovac
Entsprechend groß war das Lob nach der Partie. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken attestierte dem Verteidiger laut spox ein „herausragendes Spiel“ und stellte klar: „Wir waren und sind immer noch absolut von seinen Fähigkeiten überzeugt.“ Es sei „immer nur die Frage“ gewesen, ob Mane lange genug ohne Blessur bleibe – dann werde sich seine Qualität zeigen.
Auch Kovac geriet ins Schwärmen. „Filippo und Gadou – das ist schon pure Wucht. Das ist Power“, sagte der Trainer laut derwesten über sein junges Abwehrduo. Zugleich verwies er auf die harte Arbeit des Youngsters: „Filippo macht Fortschritte. Das ist sein Fleiß.“ Man habe in den vergangenen Wochen und Monaten gezielt nachgesteuert: „Wenn er gesundheitlich konstant bleibt, dann wird er sicherlich ein guter Spieler für uns.“
Der lange Weg zurück
Dass dieser Aufschwung keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt Manes bisherige Laufbahn. Seit seinem Wechsel aus Genua in die Dortmunder Jugend Anfang 2022 warfen ihn immer wieder Verletzungen zurück; über 75 Pflichtspiele verpasste er bereits. Auch der Start bei den Profis geriet zum Fehlstart: Bei seinem Debüt vor rund einem Jahr beim 3:3 auf St. Pauli sah er die Rote Karte und verschuldete einen Elfmeter. Danach dauerte es lange, ehe er sich zurückkämpfte.
Inzwischen hat er im internen Ranking sogar seinen Landsmann Luca Reggiani wieder überholt, der ihn zwischenzeitlich überflügelt hatte. Die zum Saisonstart gesetzte Dreierkette bilden zwar Waldemar Anton, Gadou und Ramy Bensebaini – doch als unmittelbar erster Anwärter auf einen Platz in diesem Verbund gilt inzwischen Mane.
Leihe vom Tisch?
Damit stellt sich die Leihfrage neu. Ricken gab sich betont gelassen: „Da haben wir keinen Druck. Wir werden die Situation im Einzelfall bewerten, wenn sich die Transferphase dem Ende nähert.“ Vieles deutet nun aber darauf hin, dass der BVB seinen Youngster hält – zu dünn ist die Personaldecke, zu überzeugend war zuletzt sein Auftreten. Bleibt Mane von Verletzungen verschont, ist ihm der große Durchbruch durchaus zuzutrauen.
