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Bayer Leverkusen: Erik ten Hag rechnet mit seiner Zeit bei der Werkself ab

Leverkusen-Fans

Fußball heute: Nach nur drei Pflichtspielen war Erik ten Hags Amtszeit bei Bayer Leverkusen beendet, nun spricht der Trainer über die Hintergründe. Wie Sport1 und Transfermarkt unter Berufung auf ein Interview mit The Athletic berichten, sieht er die Ursachen vor allem in der Kaderplanung. Zudem verrät er, welchen Star er nach Leverkusen holen wollte.

Bayer Leverkusen: Ten Hag nennt Gründe für sein schnelles Aus

Vor allem das Timing der Transfers stößt dem früheren Coach von Manchester United bis heute auf. „Die guten Spieler haben erst in den letzten Tagen unterschrieben. Ich habe nie mit ihnen gearbeitet. Drei Spiele, und dann gingen wir getrennte Wege“, sagte ten Hag. Bis zum Ende der Transferphase am 1. September habe man schlicht abwarten müssen.

Tatsächlich kamen Eliesse Ben Seghir (32 Millionen Euro von Monaco), Equi Fernández (25 Millionen von Al-Qadsiah) und Lucas Vázquez (ablösefrei von Real Madrid) erst in der letzten Woche des Transferfensters. Zu Schlüsselspielern entwickelte sich keiner von ihnen in der Saison 2025/26. Ten Hags Argument zielt damit auf Neuzugänge, die auch ohne ihn nicht zündeten.

Xabi Alonso: Ein Abgang mit weitreichenden Folgen

Der riesige Umbruch nach dem Abschied von Xabi Alonso zu Real Madrid kam erschwerend hinzu. „Es ist eine sehr seltsame Geschichte“, so ten Hag. „Mit Alonso ging eine Ära zu Ende, deshalb wollten alle Spieler weg.“ Man habe um einige gekämpft, sie seien aber nicht mehr voll bei der Sache gewesen. Unter diesen Vorzeichen begann seine Arbeit bereits mit einer Hypothek.

Wie gewaltig die Veränderungen waren, zeigen die Zahlen. Nach dem Double 2023/24, dem Höhepunkt der bislang erfolgreichsten Klubphase, holte Leverkusen 16 Spieler für 199 Millionen Euro und gab 17 für 231 Millionen ab. Florian Wirtz (125 Millionen, Liverpool), Granit Xhaka (15 Millionen, Sunderland), Jonathan Tah (2 Millionen, FC Bayern) und Jeremie Frimpong (40 Millionen, Liverpool) gingen.

Alejandro Garnacho: Ten Hags Wunschspieler sagte ab

Einen prominenten Zugang wollte ten Hag selbst einfädeln. „Ich habe ihm gesagt: ‚Komm nach Leverkusen.’ Aber zum Glück ist er nicht gekommen“, verriet er über seinen früheren Schützling Alejandro Garnacho (22). Der Angreifer wollte in England bleiben. Er könne das nachvollziehen, schließlich sei es die beste Liga, erklärte ten Hag.

Unter ihm hatte Garnacho in 98 Spielen 35 Torbeteiligungen gesammelt und seinen bisherigen Höchstmarktwert von 50 Millionen Euro erreicht. Im Sommer 2025 wechselte er für 46,2 Millionen Euro zum FC Chelsea, wo ihm in 43 Einsätzen acht Tore und vier Vorlagen gelangen. Inzwischen ist er an Aston Villa verliehen, inklusive einer an Bedingungen geknüpften Kaufpflicht.

Simon Rolfes: Verpflichtung war eine „Fehlentscheidung“

Der Klub selbst sieht die Trennung naturgemäß anders. Sportdirektor Simon Rolfes bezeichnete die Verpflichtung ten Hags als „Fehlentscheidung“ und begründete die Entlassung damals so: „Wir hatten einfach das Gefühl, dass es in eine Richtung geht, die nicht die richtige ist.“ Nach nur drei Partien fiel dieses Urteil bemerkenswert deutlich aus.

Laut Kicker kamen ten Hags Forderungen nach Neuzugängen intern nicht gut an. Sich gegenseitig unter Druck zu setzen, widersprach demnach der Philosophie des Klubs. Zudem soll der Trainer die Kabine verloren haben. Damit standen zwei sehr unterschiedliche Erzählungen über dieselben wenigen Wochen im Raum, die bis heute nachwirken.

Erik ten Hag: Kritik an der Klubführung

Den letzten Ausschlag gab ein turbulentes 3:3 in Bremen, wo Leverkusen trotz Überzahl eine 3:1-Führung verspielte. Zuvor hatte das Team 1:2 gegen Hoffenheim verloren und im DFB-Pokal 4:0 in Großaspach gewonnen. Nie zuvor musste ein im Sommer geholter Trainer schon nach dem zweiten Bundesliga-Spieltag gehen, Helmut Senekowitsch hatte 1982/83 in Frankfurt immerhin fünf Spieltage überstanden.

Ten Hag reagierte damals mit deutlichen Worten: „Ich habe diese Stelle mit voller Überzeugung und Energie angetreten, aber leider war das Management nicht bereit, mir die nötige Zeit und das nötige Vertrauen zu schenken, was ich zutiefst bedauere.“ Mit seinem Interview bekräftigt er nun, dass er die Ursachen seines Scheiterns vor allem beim Klub sieht.

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