Fußball heute: Vier Spieltage, kaum erkennbare Spielidee, vier Gegentore nach Standards – die Kritik an René Wagner wächst. Im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ analysierten KStA-Sportchef Christian Löer und *Express*-Reporter Jürgen Kemper die Lage schonungslos: „Es sind wieder vier Spiele vergangen und so richtig überzeugt haben mich vielleicht zwei Halbzeiten insgesamt.“
1. FC Köln: Wagner unter Druck – Podcast-Duo sieht kaum Spielidee
Saisonübergreifend punkte der FC unter Wagner „eindeutig wie ein Absteiger“ – hochgerechnet deutlich unter 35 Punkten. Kemper vermutet, dass die ermüdende Schlussphase der Vorsaison die Stimmung nachhaltig vergiftet hat: „Wenn ein anderer Trainer gekommen wäre und jetzt dieselben Punkte hätte, würde wahrscheinlich niemand einen Mucks sagen.“ Als weiteren Kritikpunkt nennt er Wagners Auftreten – zu analytisch und kontrolliert, zu wenig emotional: „Es fehlt mir da ein Stück weit das Herz.“
Besonders brisant: Vier Gegentore nach Standards in fünf Pflichtspielen. Beim 1:2 in Hamburg standen drei HSV-Spieler im Fünfmeterraum völlig frei, während sich die Kölner am kurzen Pfosten drängten. Kemper bezeichnete das als „Grundsatzfehler“, nicht als Abstimmungsfehler. Wagners Erklärung – unter Stress mache man Fehler – stieß bei beiden Journalisten auf Unverständnis. Löer stellte klar: „Wir spielen halt schon Fußball-Bundesliga.“
FC-Präsident Stobbe stellt sich vor Wagner – aber teilt den Standard-Frust
FC-Präsident Jörn Stobbe nimmt seinen Trainer im *Bild*-Podcast „Dreierkette Köln“ demonstrativ in Schutz: „René ist noch langfristig FC-Trainer.“ Wagner habe bei der Kaderplanung entscheidende Impulse gesetzt – ohne ihn wären weder Mike Moore noch Said El Mala nach Köln gekommen. Den Frust über die Standard-Schwäche teilt Stobbe jedoch offen: „Die anderen Mannschaften freuen sich mittlerweile schon auf Ecken gegen uns.“
Die Länderspielpause soll intensiv genutzt werden, um das Problem zu beheben – trotz fünf Freizeit-Tagen für die Mannschaft verspricht Stobbe: „In der Länderspielpause wird brutal gearbeitet.“ Kemper stellt derweil die Grundsatzfrage, die über Wagner hinausgeht: Kader und Vorbereitung seien gemeinsam mit ihm geplant worden – und dennoch seien nach vier Spielen dieselben Baustellen ungelöst. „Wann fängt man denn damit an?“ Für den 1. FC Köln gilt das Derby gegen Gladbach bereits als erster echter Prüfstein.
