Zinédine Zidane riss den Mund weit auf, setzte zum kraftvollen Sprint an und drosch den Ball von einem Hütchen die Seitenlinie entlang. Während seines ekstatischen Jubels in der Nations League beim späten Sieg über Belgien hatte Frankreichs Nationaltrainer nach eigener Aussage seinen Kopf völlig ausgeschaltet.
Frankreich-Coach Zidane: Jubel-Ausraster nach Sieg gegen Belgien
„Ich wusste eigentlich gar nicht, was ich da gemacht habe“, sagte Zidane lachend auf der Pressekonferenz nach dem nervenaufreibenden 1:0 (0:0) in Brüssel. Auslöser des ungewöhnlichen Zidane-Jubels: eine Zauberaktion von Bayern Münchens Michael Olise zum Siegtreffer in der 88. Minute.
Nations League: Zidane über „lächerlichen“ Jubel-Moment
Als ehemaliger Weltklassespieler hat Zidane wohl einen Sinn dafür, wenn etwas Besonderes auf dem Spielfeld passiert. Er sei Olises Bewegung, die sich von der eigenen Hälfte bis an den gegnerischen Sechzehner erstreckte, gefolgt. „Und weil ich gespürt habe, dass er einen Dribbling-Versuch startet und eine außergewöhnliche Aktion zeigt, wollte ich ihm folgen.“
Dann habe er den Ersatzball auf dem Hütchen gesehen und sich gesagt, er müsse schießen. Diesem Impuls folgte der Nachfolger von Didier Deschamps und knallte den Ball am Spielfeldrand vor lauter Freude und wie zu seinen besten Zeiten weg. „Das mag vielleicht ein bisschen lächerlich sein“, äußerte Zidane. „Aber das spielt dann auch keine Rolle.“
Bayern-Star Olise erzielt Siegtreffer gegen Belgien
Der eingewechselte Olise hatte nach seinem Dribbling über das halbe Spielfeld mit einem präzisen Flachschuss abgeschlossen und seiner Mannschaft den Siegtreffer beschert. „Er spürt den Fußball, er spürt die Situationen. Er weiß, wann er loslegen und wann er sich zurückhalten muss“, sagte Zidane dem französischen Sender TF1.
(dpa)
