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Volleyball-DVV: Zimmermann ehrlich über EM-Aus – „Bitter“

Gegen Polen chancenlos: die deutschen Volleyballer. (Archivbild)

In die Enttäuschung über das deutsche EM-Aus mischte sich bei Volleyball-Kapitän Jan Zimmermann eine sehr ehrliche Einschätzung. „Wenn man rausfliegt 0:3, selbst gegen Polen, ist das natürlich bitter. Ich glaube, wir haben uns zumindest erhofft, ein bisschen länger mitzuspielen“, sagte der Zuspieler nach der glatten Niederlage im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger und Weltranglistenersten.

Wie schon in der Vorrunde gegen Olympiasieger Frankreich waren die Deutschen gegen die Polen nicht nah an der Sensation. Zur absoluten Weltspitze fehlt der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) immer noch etwas.

DVV-Team: Zimmermann erklärt, warum es gegen Polen schwer wird

„Der größte Unterschied war heute der Aufschlag. Sie haben sehr konstant aufgeschlagen und machen wenig Fehler. Und wir schaffen es halt nicht, konstant aufzuschlagen. Jedes Mal, wenn wir den Druck hochhalten, dann spielen wir mit ihnen mit“, sagte Zimmermann. Dann kamen in Sofia (Bulgarien) auch noch zu viele eigene Fehler dazu. „Dann wird es einfach schwer gegen die.“

Auch Erik Röhrs sah die Konstanz des Europameisters als den Unterschied. „Sie haben sehr gut aufgeschlagen, kaum Fehler gemacht und natürlich ganz saubere, starke Blockarbeit“, sagte der 25-Jährige, der mit zwölf Zählern wieder einmal deutscher Topscorer war. Sein Team habe sich schwergetan, Punkteserien zu machen.

Olympia-Quali 2027: Warum der Sommer für den DVV entscheidend wird

„Gegen die besten Teams der Welt können wir schon noch besser mithalten. Das muss unser Ziel sein für nächstes Jahr“, sagte Röhrs. Denn der Sommer 2027 ist entscheidend für die Olympia-Qualifikation und den großen Traum von Los Angeles 2028.

Bei der WM in Polen werden drei Plätze vergeben. Weil mit Gastgeber USA, Südamerika-Champion Brasilien und dem neuen Europameister aber schon einige Spitzenteams ihren Platz sicher haben, könnte eine gute Platzierung für Olympia reichen. Auch die Nationenliga wird eine große Bedeutung haben, weil jedes Spiel dort für die Weltrangliste zählt, über die die letzten Startplätze für LA vergeben werden.

Für Paris 2024 qualifizierte sich das DVV-Team mit einer fulminanten Woche beim Qualifikationsturnier. Diesen Weg gibt es dieses Mal nicht mehr. „Man muss also konstant bleiben und darf bei den Turnieren keine Höhen und Tiefen zeigen“, sagte Bundestrainer Massimo Botti schon vor der EM.

Das Turnier war aber trotz des Ausscheidens kein Misserfolg. „Die Bilanz muss positiv sein. Wir sind sehr gut aus der Gruppe rausgekommen“, sagte Zimmermann.

Volleyball-EM: So ist das deutsche Team für die Zukunft aufgestellt

Im Achtelfinale schlugen die Deutschen Vizeweltmeister Bulgarien in eigener Halle nach 0:2-Satzrückstand. Ein toller Comeback-Sieg, der vor allem die Nervenstärke und Moral des Teams unterstrich.

Dazu hatte die Mannschaft einige personelle Rückschläge zu verkraften. Anführer Georg Grozer und Filip John verpassten das Turnier. Auf der Diagonalposition musste Röhrs aushelfen. Der 25-Jährige füllte die Rolle gut aus, kann dort aber womöglich auch noch wachsen. Gegen Bulgarien ging der eigentliche Außenangreifer als emotionaler Leader voran.

Mit Zuspieler Johannes Tille, der nach der Vorrunde mit einem Mittelfußbruch abreisen musste, und Mittelblocker Anton Brehme haben die Deutschen Weltklassespieler. Auch der Außenangriff ist stark besetzt.

Aber Ausfälle kann Deutschland schwerer kompensieren als andere Nationen. Und es bleibt die Frage, wer langfristig in die Fußstapfen des 41 Jahre alten Grozer treten kann. „Wir müssen positiv rausgehen, die Sachen mitnehmen, die wir gut gemacht haben und weiter dran arbeiten“, gab Zimmermann als Devise aus.

(dpa)

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