Bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Ljubljana verlor die Deutsche Annett Kaufmann das Endspiel gegen eine russische Spielerin. Teilnehmen durfte die neue Europameisterin Elizabeth Abrahamian an diesem Turnier zwar wieder. Die russische Nationalhymne und eine russische Fahne bei der Siegerehrung wurden vom EM-Gastgeber Slowenien aber nicht erlaubt.
„Für die Europameisterschaften in Ljubljana legten die slowenischen Behörden spezifische Bedingungen fest, unter denen russische und belarussische Athleten teilnehmen durften: Sie mussten auf ihre Nationalflaggen, Nationalhymnen, nationalen Hoheitszeichen sowie sonstige offizielle nationale Kennzeichnungen verzichten“, erklärte der europäische Tischtennis-Verband ETTU in einer Stellungnahme.
Tischtennis-EM: Startverbot für Russen erst im Juli aufgehoben
Die ETTU sei „verpflichtet gewesen, diese vom gastgebenden Land geforderten Bedingungen speziell für diese Meisterschaften umzusetzen“, heißt es weiter. Der Verband selbst hätte demnach gegen russische Fahnen oder die Hymne nichts einzuwenden gehabt.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurden russische Sportler und Teams auch im Tischtennis zunächst von allen Wettbewerben ausgeschlossen. An Wettbewerben der Turnierserie World Table Tennis nahm die 23 Jahre alte Abrahamian bereits seit 2025 wieder teil. Im Juli 2026 hoben die ETTU und der Weltverband WTT das Startverbot auch für internationale Meisterschaften wieder auf.
Annett Kaufmann: Freundschaft mit russischer Finalgegnerin Abrahamian
Für Kaufmann war diese Final-Konstellation vor allem aus persönlichen Gründen etwas Besonderes. Ihre Eltern sind ehemalige Leistungssportler im Eishockey und Ski Alpin und wurden in Kasachstan geboren. Mit Abrahamian verbindet die 20-Jährige eine Freundschaft, die in gemeinsamen Jugendzeiten und damit vor dem russischen Überfall auf die Ukraine begann.
„Wir sind sehr gute Freunde. Ich mag sie gerne. Und sie spielt unfassbar gutes Tischtennis“, sagte Kaufmann, die ihre knappe Niederlage in 3:4 Sätzen trotzdem nur schwer verdauen konnte.
„Sagen wir es mal so: Ich bin es – übertrieben gesagt – nicht gewohnt, im Finale zu verlieren. Denn meistens, wenn ich in einem Finale stand, habe ich es auch gewinnen können“, meinte die deutsche Meisterin und Junioren-Weltmeisterin unter Tränen. „Aber ich denke, es war ein gutes Turnier. Ich habe gekämpft und habe mein Bestes im Finale gegeben. Das Einzige, was ich jetzt tun kann, ist das zu akzeptieren, mich am Positiven festzuhalten und das als Motivation zu sehen.“
(dpa)
