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Olympia-Aus für Berlin: Schon zum dritten Mal gescheitert

Olympia in Berlin? Das dürfte für lange Zeit erledigt sein. (Archivbild)

Die Mitbewerber München und Köln-Rhein-Ruhr reagierten gar nicht mehr groß auf den angekündigten Olympia-Rückzug von Berlin. Denn: Wer am Samstag (13.45 Uhr/ARD und ARD-Livestream) in Baden-Baden bei der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung den nationalen Zuschlag für eine Bewerbung 2036, 2040 oder 2044 erhält, war schon länger kein echter Dreikampf mehr, sondern nur noch ein Duell zwischen Süd und West.

Berlin Olympia-Aus: Fehlendes Referendum und politisches Chaos

Das fehlende Bürgerreferendum in Berlin, das es hingegen in München und Nordrhein-Westfalen mit großer Mehrheit für Olympia gegeben hat, wirkte sich auf die Chancen ebenso negativ aus wie die unklare politische Situation. Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde der schwarz-rote Senat, der die Olympia-Pläne vorangetrieben hatte, erst an diesem Sonntag abgewählt. Wahlsiegerin Elif Eralp (Linke), die neue Bürgermeisterin werden könnte, ist Olympia-Gegnerin und artikulierte dies deutlich.

Es ist nicht das erste verunglückte Bewerbungs-Projekt in der Hauptstadt, Berlin blickt sogar auf ein Olympia-Triple des Scheiterns. Ein Überblick:

Olympia 1993: Berlins erste Bewerbungspleite vor Steffi Graf

Im September 1993 war alles angerichtet: Mehr als 60.000 Menschen kamen zum Brandenburger Tor und warteten auf den Zuschlag für Olympische Spiele 2000 in ihrer Stadt, vor Ort bei der Vergabe in Monaco warb Tennisikone Steffi Graf für Berlin. Doch das reichte nicht, die deutsche Hauptstadt ging leer aus. Berlin erhielt nur neun der insgesamt 88 Stimmen und schied in Runde zwei aus. Olympia ging nach Sydney, auch Peking und Manchester waren bei der Abstimmung erfolgreicher als der deutsche Bewerber.

„Das IOC hatte nicht den Eindruck, die Stadt wolle die Spiele wirklich“, sagte Thomas Bach, der als IOC-Mitglied die Berliner Delegation in Monaco begleitet hatte. „Wenn ein IOC-Mitglied Berlin besucht hat, musste ihm ein Sicherheitsbeamter zur Seite gestellt werden.“

Wie heute hatte sich auch nach der Bewerbung 1991 eine NOlympia-Bewegung gebildet, die neben Aktionen in der Hauptstadt auch in Monaco vor der Vergabe für Stimmung sorgte. Ein Video, das mit einem Pflasterstein bewaffneten Punk und den Worten „We will wait for you“ endete, warf die Frage auf, wie die IOC-Mitglieder in der Hauptstadt von Sicherheitsbeamten geschützt werden.

Olympia 2015: Niederlage gegen Hamburg und gescheitertes Referendum

Vor elfeinhalb Jahren ging die Hauptstadt, für die auch in diesem Jahr vor allem die internationale Strahlkraft sprach, in der deutschen Ausscheidung leer aus. Damals verlor Berlin nicht gegen München oder Köln-Rhein-Ruhr, sondern gegen Hamburg. Im Präsidium gab es damals „eine mehrheitliche Entscheidung und eine einmütige Positionierung“ für die Hansestadt, wie der DOSB unter der Führung von Alfons Hörmann damals formulierte.

Das Problem: Zwar kürte der DOSB im März Hamburg zum deutschen Kandidaten, doch das Referendum im November des gleichen Jahres ging mit nur 48,4 Prozent Zustimmung verloren. Hamburg zog seine Bewerbung zurück, die Sommerspiele gingen an Paris.

Olympia 2026: Berlins dritter Anlauf endet erneut im Scheitern

Dritter Versuch – und wieder nichts: In den vergangenen Tagen kamen die Einschläge für Berlins Bewerbung in geballter Häufung. Der klare Wahlsieg der Linken und die Aussagen von Eralp („Entscheidung erledigt“) vergrößerten die Zweifel und das Risiko, das Deutschland mit einer Bewerbung seiner Hauptstadt eingegangen wäre.

Am Dienstagabend veröffentlichte die Evaluierungskommission des DOSB zudem ihren Abschlussbericht: Während München (87 von 100 Punkten) und Köln (85) in der Kategorie sehr gut landeten, kam Berlin nicht über 74,6 Punkte hinaus. Zwar sind die Stimmberechtigten in Baden-Baden nicht an den Bericht gebunden, doch die Zahlen drückten deutlich aus, was sich seit Wochen abzeichnete: Berlin, es sieht schlecht aus.

Berlins Olympia-Beauftrager Kaweh Niroomand warf Wahlsiegerin Eralp vor, dass sie „innerhalb von 45 Sekunden die ganze Bewerbung vom Tisch gewischt hat, dadurch eine enorme Verunsicherung unter die Verbände gebracht hat, damit auch absolut unsere Chancen richtig verringert hat“.

Am Mittwoch trafen dann der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Niroomand zusammen und fassten den Beschluss. An diesem Donnerstag (10.00 Uhr) soll das Aus auf einer Pressekonferenz verkündet werden. Olympia in Berlin? Das dürfte für lange Zeit erledigt sein.

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(dpa)