Berlin (dpa) – Basketball News beim Sport heute: Deutschlands Basketballerinnen haben den sensationellen Sprung ins WM-Endspiel verpasst und spielen beim Heimturnier in Berlin um Bronze. Das Team um Leonie Fiebich verlor das Halbfinale gegen Favorit Frankreich deutlich mit 64:86 (38:45) und verfehlte zwei Tage nach dem spektakulären Coup gegen Europameister Belgien die nächste Überraschung. Gegner am Sonntag (16.30 Uhr) ist entweder die USA oder Spanien.
Williams ragt bei Frankreich heraus
Nyara Sabally und Marie Gülich waren mit jeweils zwölf Zählern vor 12.650 Zuschauern, darunter auch die Basketball-Ikone Dirk Nowitzki, in der ausverkauften Arena die besten deutschen Werferinnen. Doch für den fünften Sieg in Serie waren die bei dieser WM herausragenden Französinnen um Gaby Williams (22 Punkte) zu stark. Deutschland leistete sich mehr als 20 Ballverluste.
Bundestrainer Olaf Lange und sein Team können das Turnier aber trotzdem mit einer Medaille beenden, wenn zum Abschluss ein Sieg gelingt. Gegen Spanien wäre neun Tage nach dem 53:83-Debakel zum Turnierstart sogar eine Revanche möglich. Vor vier Jahren gewannen die Männer um Dennis Schröder in Berlin EM-Bronze, ehe sie 2023 Welt- und 2025 Europameister wurden.
Deutschlands Basketballerinnen führen nur elf Sekunden
„Ich glaube nicht, dass wir das unbedingt als Druck sehen. Wir sehen das als Gelegenheit und als Möglichkeit. Der Druck ist auf Frankreich als Top-Zwei-Mannschaft der Welt“, sagte Bundestrainer Lange bei MagentaSport. Und so spielten Deutschlands Basketballerinnen von Beginn an frei auf. Früh konnte Nowitzki bei einem Fiebich-Dreier erstmals die Hand mit drei ausgestreckten Fingern Richtung Hallendach strecken.
Ein Dreipunktwurf von Alexandra Wilke, die ab kommender Woche wieder ihrem Job als Lehrerin nachgeht, ließ die Fans in der Arena laut jubeln. Zum Ende des ersten Viertels führte Deutschland für exakt elf Sekunden, doch Frankreich um Williams und Marine Johannès hatte immer die passenden Antworten. Der Olympia-Zweite, der in den vergangenen beiden Spielen 22 und 14 Dreier verwandelt hatte, zeigte sich offensiv viel variabler als Belgien.
Fehlstart in Halbzeit zwei
Unter dem Korb waren Nyara Sabally und Kapitänin Marie Gülich gegen ihre physischen Rivalinnen mächtig gefordert. Ein paar Unaufmerksamkeiten in der Offensive ließen den deutschen Rückstand zwischenzeitlich auf neun Punkte wachsen. Unter dem hohen Druck der französischen Defensive leistete sich das deutsche Team Fehlpässe, Schrittfehler und ein Doppeldribbling.
Nach vier deutlichen Siegen und der 30-Punkte-Klatsche gegen Spanien sollte auch Deutschlands sechstes WM-Spiel nicht bis ganz zum Ende spannend bleiben. Die Französinnen schafften – befeuert von deutschen Ballverlusten – einen 9:0-Lauf zum Start in die zweite Halbzeit. Das Team von Chefcoach Lange kam zwar noch einmal heran, doch wirklich eng wurde es nicht mehr. Auch, weil die bisher beste Werferin Frieda Bühner zu spät ins Spiel fand.
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