Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg kann nicht nachvollziehen, dass Cristiano Ronaldo seine Karriere in der portugiesischen Nationalelf auch im Alter von 41 Jahren fortsetzen will. Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko in diesem Sommer habe gezeigt, dass der frühere Weltfußballer „nicht mehr der Ronaldo ist, so wie wir ihn so schön in Erinnerung haben“, sagte der TV-Experte beim „Fußball-Kongress“ in Stuttgart. Ein Spieler müsse dann „verstehen, dass die Zeit zu gehen jetzt reif ist. Aber er kapiert es nicht.“
Effenberg: Messi wird über Ronaldo stehen
Ronaldos langjähriger Rivale Lionel Messi habe es dagegen im Alter von 39 Jahren verstanden und nun in seinem letzten Länderspiel einen großen Abschied von Argentiniens Nationalmannschaft gefeiert, meinte Effenberg. „Und deshalb wird Messi über ihm stehen.“ Beim 3:1 gegen Benin schoss er ein Tor und bereitete zwei vor.
Ronaldo dagegen hatte das portugiesische Team in der vergangenen Woche verlassen, nachdem er beim 2:1 im Nations-League-Spiel in Norwegen nicht eingesetzt worden war. Dennoch hatte sich Trainer Jorge Jesus offen für die Rückkehr seines Kapitäns gezeigt. Der Profi von al-Nassr FC in Saudi-Arabien warf dem Coach am Dienstag jedoch Wortbruch vor und will seine Karriere auch als Nationalspieler fortsetzen.
Ronaldo und Portugal: Warum der WM-Traum platzen könnte
Effenberg glaubt jedoch, dass Ronaldo nach etwas strebe, was er nicht mehr erreichen könne: den Weltmeistertitel mit Portugal. Bei der Jubiläums-WM 2030 sei er schon 45 Jahre alt. „Das wird nicht funktionieren.“ Der aktuelle Konflikt um Ronaldo tue niemandem gut. „Weder der portugiesischen Nationalmannschaft, noch dem Verband, noch Ronaldo selbst“, erklärte der frühere Profi des FC Bayern München.
(dpa)
