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DEB-Frauen träumen von WM-Medaille: „Traue uns alles zu“

Torhüterin Sandra Abstreiter hofft auf eine Überraschung bei der WM in Dänemark.

Mit Nordamerika-Power aus der Profiliga zur historischen Medaille: Angeführt von ihren Ausnahmespielerinnen Laura Kluge, Nina Jobst-Smith und Sandra Abstreiter träumt Deutschlands Eishockey-Team bei der Frauen-WM in Dänemark von einer Überraschung. „Ich traue uns alles zu“, sagte Kapitänin Daria Gleißner vor dem Auftakt am Samstag (19.00 Uhr/MagentaSport) gegen Österreich.

DEB-Team: Ziel Halbfinale bei Frauen-WM in Dänemark

In fünf der vergangenen sechs WM-Turniere war zuletzt im Viertelfinale Endstation. „Das Ziel ist, einmal den einen Schritt weiterzugehen, aus dem Viertelfinale, eventuell ins Halbfinale“, sagte Keeperin Abstreiter. „Na klar, wer will nicht um eine Medaille mitspielen?“, fragte Stürmerin Kluge im Interview des rbb. 2017 stand Deutschland ein einziges Mal in der Runde der besten vier Teams, nach einem Viertelfinalsieg gegen Russland.

Letztes Turnier ohne Russland?

Das Turnier in Dänemark könnte zugleich ein Wendepunkt sein: Die Sport-Politik wird alle folgenden Eishockey-Events vorerst überschatten. Ein Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs Cas sorgte Ende der vergangenen Woche für viel Wirbel. Es zeichnet sich die Rückkehr der seit 2022 ausgeschlossenen Russinnen und Russen auf die internationale Eishockey-Bühne ab.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwägt sogar, die Männer-WM 2027 in Deutschland abzugeben. Nun muss der unter Druck stehende Weltverband IIHF klären, wie er das Cas-Urteil umsetzt.

Eishockey-WM: Sorge vor Russland-Rückkehr wächst

Zahlreiche Verbände wie Finnland, Schweden, Tschechien, Dänemark, Norwegen und Lettland haben angekündigt, solange es den Angriffskrieg gegen die Ukraine gibt, nicht gegen Russland antreten zu wollen. Für die U20-WM im Dezember und Januar hatte Gastgeber Kanada bereits angekündigt, keine Visa für russische Sportler zu erteilen. Auch Hauptsponsoren drohen bereits mit Rückzug. „Wir sind über die Thematik informiert worden, für uns ist das aber aktuell gar kein Thema“, sagte Verteidigerin Ronja Hark.

Das deutsche WM-Team will sich auf den Sport konzentrieren. Abstreiter, Kluge und Jobst-Smith (Detroit) sind die Stars und in der nordamerikanischen Profiliga PWHL aktiv. Abstreiter, zur besten Torhüterin bei der WM 2024 gewählt, gewann im Mai mit Montréal Victoire erstmals den Walter Cup, das Gegenstück zum Stanley Cup bei den Männern. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, beschrieb die 28-Jährige den Titelgewinn, der Lust auf mehr gemacht hat.

Kluge, bei Boston Fleet aktiv, hat ihre erste komplette Saison in Nordamerika gespielt. Den Unterschied zwischen der Profiliga und Eishockey in Deutschland beschreibt sie als erheblich. 7.000 Fans strömen im Schnitt in die Arenen, in Deutschland finden Partien teilweise vor unter 100 Fans statt. „Das alles ist auf einem Niveau, das man einfach gar nicht vergleichen kann“, erklärte Kluge.

PWHL-Stars Abstreiter und Kluge prägen DEB-Team

Der DEB wird die Deutsche Frauen Eishockey Liga (DFEL) zur neuen Saison mit 100.000 Euro pro Jahr unterstützen. Ziel ist die Professionalisierung der Liga. „Frauen-Eishockey ist in Deutschland leider eher noch ein Hobby, bei dem man teilweise noch draufzahlen muss“, erklärte Kluge.

Nach der WM hoffen die Zwillinge Lilli (Minnesota Frost) und Luisa Welcke (Boston Fleet) und Celina Haider (New York Sirens) drei weitere Nationalspielerinnen auf ihr PWHL-Debüt.

Die erstmals im Herbst stattfindende WM bringt für die PWHL-Spielerinnen eine Herausforderung: Sie kommen ohne Saisonvorbereitung nach Dänemark. Die Profiliga startet erst nach dem Turnier. „Ich finde es auf jeden Fall interessant“, sagte Abstreiter der „Eishockey News“.

(dpa)

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