Fußball heute: Am Donnerstag gibt Bundestrainer Jürgen Klopp (59) seinen Kader für die Nations League-Spiele gegen Serbien und die Niederlande bekannt. Nach 44 Spielern in den ersten beiden Lehrgängen darf er diesmal nur 23 berufen – und steht mit der DFB-Elf unter Zugzwang. Das berichten kicker.de, sport1.de, spox.com und come-on.de.
DFB-Elf: Klopp nominiert nur noch 23 Spieler
Seine Auswahl wird Klopp am 5. November in einem Video-Interview erklären, wie der DFB am Mittwoch mitteilte. Für seine ersten vier Spiele hatte er zwei Aufgebote mit insgesamt 44 Profis zusammengestellt, darunter 15 Neulinge. Laut kicker.de stachen dabei Philipp Treu, Jonas Urbig und Derry Scherhant heraus.
Diesmal soll die Liste deutlich kürzer werden. „Wir werden nicht zwei verschiedene Spiele mit zwei verschiedenen Mannschaften machen“, hatte Klopp laut sport1.de bereits angekündigt. Statt fröhlicher Anrufe wie vor seinem Debüt im September stehen nun viele Absagen an. Klopp muss zeigen, welchen Spielern er für seinen Umbruch wirklich vertraut.
Nations League: DFB-Elf nur Dritter in Gruppe A2
Die sportliche Lage ist angespannt. Nach vier Spieltagen liegt Deutschland in Gruppe A2 mit einem Sieg, zwei Remis, einer Niederlage, 3:2 Toren und fünf Punkten nur auf Rang drei. Die Niederlande (7:5 Tore) und Griechenland (5:3) haben jeweils acht Zähler, Serbien ist mit null Punkten und 3:8 Toren Letzter. Nur die ersten beiden erreichen das Viertelfinale.
Holprig verlief die Kampagne bislang: Auf den Sieg gegen Serbien folgten ein Remis in den Niederlanden, eine Niederlage gegen Griechenland und ein torloses Rückspiel. Selbst zwei Siege könnten nicht reichen. Im schlimmsten Fall drohen laut come-on.de Relegation oder Abstieg in die Liga B – als Vierter fehlte die DFB-Elf zudem im Topf der zwölf Besten für die EM-Qualifikation.
Niclas Füllkrug: Klopp setzt wohl auf jüngere Stürmer
Im Fokus steht vor allem die Personalie Niclas Füllkrug. Der Werder-Stürmer traf in dieser Saison elfmal in neun Pflichtspielen, doch Klopp äußerte sich zuletzt zurückhaltend. „Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld“, sagte der Bundestrainer bei DAZN. Damit deutete er an, ohne den Routinier zu planen.
Jüngere Angreifer wie Frankfurts Younes Ebnoutalib (23) haben aus Klopps Sicht die bessere Perspektive. Ebnoutalib gehörte zu den zehn Debütanten, ebenso wie Mika Baur, Vitaly Janelt und Yannick Engelhardt. Die meisten Neulinge dürften diesmal fehlen. Das 4-3-3-System erhöht allerdings die Chancen von Freiburgs Flügelspieler Scherhant auf eine erneute Nominierung.
Nicolo Tresoldi: Hattrick-Held als Sturm-Option
Eine weitere spannende Option ist Nicolo Tresoldi (22). Der Stürmer ist in Topform und schnürte sowohl in der Jupiler League als auch in der Champions League bereits einen Hattrick. Pikant: Tresoldi ist auch für Italien spielberechtigt, von dort gab es schon eine Kontaktaufnahme. Gerade deshalb dürfte die Entscheidung über den Angreifer besonders genau beobachtet werden.
Verzichten muss Klopp wohl auf Jamal Musiala, der seit seiner Muskelverletzung beim Aufwärmen vor dem ersten Spiel gegen die Niederlande am 24. September nicht mehr gespielt hat. Auch Serge Gnabry ist erneut verletzt. Fraglich ist Treu, der als Rechtsverteidiger überzeugte: Nach einer Knöchelverletzung könnte er noch in dieser Woche für den SC Freiburg zurückkehren.
Marc-André ter Stegen oder Jonas Urbig: Klopp vor der Torwart-Frage
Mehrere bekannte Namen dürften erneut fehlen. Für Deniz Undav zeichnet sich angesichts der großen Konkurrenz im Angriff keine Nominierung ab, mit einer Rückkehr von Leroy Sané wird nicht gerechnet. Unabhängig von Füllkrug könnte auch Nick Woltemade, der bei Juventus kämpft, außen vor bleiben. Der Umbruch fordert damit erneut prominente Opfer.
Zudem muss Klopp im Tor eine Entscheidung treffen. Entweder benennt er eine klare Nummer eins, oder er eröffnet einen Zweikampf zwischen Routinier Marc-André ter Stegen und Bayerns Jonas Urbig. Gerade vor zwei Spielen, in denen es um das Viertelfinale und den Klassenerhalt in der Liga A geht, kommt dieser Frage besondere Bedeutung zu.
Serbien – Deutschland: Geisterspiel in Belgrad
Am Freitag, den 13. November (20:45 Uhr), tritt die DFB-Elf in Belgrad an. Wegen einer Disziplinarstrafe findet die Partie ohne Zuschauer statt, RTL überträgt im Free-TV, der Stream auf RTL+ ist kostenpflichtig. Am Montag, den 16. November (20:45 Uhr), folgt das Duell mit den Niederlanden im Berliner Olympiastadion, live in der ARD und kostenlos auf sportschau.de.
Treffpunkt für Kapitän Joshua Kimmich und Co. ist am 9. November in Herzogenaurach. Nach Pressekonferenzen und Training am Dienstag und Mittwoch reist das Team am Donnerstag nach Belgrad, kehrt nach dem Spiel aber nach Herzogenaurach zurück. Erst am Sonntag geht es nach Berlin – wo am Montag feststeht, ob Klopps Neuaufbau die erste große Bewährungsprobe besteht.
