F1 News: Nach einem frustrierenden Großen Preis der USA fordert Isack Hadjar von Red Bull eine komplette Neukonstruktion der Kupplung. Wie Eurosport berichtet, kostete ihn ein schwacher Start in Austin einen möglichen Podestplatz. Laut PlanetF1 machte der Pilot seinem Ärger auch gegenüber Sky Sports Luft.
Isack Hadjar: „Die Kupplung braucht ein Redesign“
„Es braucht ein Redesign. Das ist alles“, stellte Hadjar klar. Die Kupplung sei im Moment zu anfällig und komme mit den Temperaturen nicht gut zurecht, es sei ein echter Krampf. Für einen Fahrer, der um Podestplätze mitfahren will, ist das ein erhebliches Handicap. Entsprechend deutlich fiel seine Kritik am eigenen Team aus.
Im Qualifying fehlten Hadjar nur 0,036 Sekunden auf Teamkollege Max Verstappen, er ging als Dritter ins Rennen. Schon in der ersten Runde zogen jedoch Charles Leclerc und Lewis Hamilton vorbei, später auch Lando Norris. Nach 56 Runden blieb nur Platz sechs, eine halbe Minute hinter Sieger Kimi Antonelli. Ein besseres Ergebnis war damit früh verspielt.
Red Bull: Startprobleme seit Saisonbeginn
Die Schuld am Start sieht Hadjar nicht bei sich. „Ich mache beim Ablauf alles perfekt, und dann habe ich einfach eine übermäßige Kraftübertragung der Kupplung. Diese Dinge liegen einfach außerhalb meiner Kontrolle“, erklärte er. Mit Blick auf die wiederkehrenden Probleme fügte er an: „Es fängt langsam an, mich richtig anzukotzen.“ Der Frust hat sich offenbar über Wochen aufgestaut.
Teamchef Laurent Mekies räumte ein, dass Red Bull bei den Starts seit Saisonbeginn hinter der Spitze liegt. „Die Start-Performance betrifft so gut wie alle Abteilungen des Teams – außer vielleicht die Aerodynamik“, sagte er. Motor, Getriebe und Kupplung spielten dabei eine Rolle. Ein schneller Fix ist bei so vielen Baustellen kaum möglich.
Laurent Mekies: Echte Lösung erst im nächsten Jahr
Entsprechend vorsichtig fällt die Prognose des Teamchefs aus. „Es wird einige erhebliche Änderungen am Design und an der Hardware erfordern – und das ist etwas, das wir erst nächstes Jahr sehen werden“, erklärte Mekies. Auch Hadjar ist skeptisch, ob sich die Starts in dieser Saison noch klar verbessern. „Nein, ich bin da nicht zuversichtlich.“
Der Rückstand habe sich zwar verringert, kleine Fortschritte erwartet Mekies auch in diesem Jahr. Weil das Auto inzwischen deutlich weiter vorne mitfahre, sei das Defizit nun aber noch schmerzhafter. Die Konkurrenz um Red Bull herum sei schließlich extrem stark. Jeder verlorene Platz am Start wiegt damit schwerer als zu Saisonbeginn.
Isack Hadjar: Funkprobleme und falsches Mapping
Besonders ärgern Hadjar die vermeidbaren Fehler. „Es scheint, als könnten wir die schwierigsten Dinge lösen, aber an den banalen Sachen scheitern wir“, klagte er. Mit besserem Funk und einer zuverlässigen Kupplung hält er Podestplätze für möglich. Mekies gab ihm recht, dass das Team bereits im zweiten Rennen in Folge mit Funkproblemen zu kämpfen hatte.
Nach seinem Boxenstopp fuhr Hadjar zudem mit dem falschen Gaspedal-Mapping los, laut Renningenieur Richard Wood sprach das Gas erst bei 40 Prozent an. Das habe ihn rund eine Sekunde pro Runde gekostet. „Ich habe ein Problem mit der Fahrbarkeit, da kannst du auch Regenreifen aufziehen, das ändert absolut gar nichts.“ Die Reifenwahl war also sein geringstes Problem.
Red Bull: Ärger über die Strategie in Austin
Hadjar war auf den weichen Reifen in freier Fahrt so schnell wie Antonelli und rechnete mit einer Einstopp-Strategie. Den Wechsel auf die harte Mischung konnte er wegen der guten Pace von Norris zwar nachvollziehen. „Aber gleichzeitig hatten wir einen Plan im Kopf, über den ich nicht informiert war, und das hat mich angekotzt.“ Die Kommunikation hakte also auch hier.
Hinzu kam eine unübersichtliche Situation mit Verstappen, den Hadjar nach dem Stopp vorbeilassen musste. Der Teamkollege sei „wie ein Pfeil von hinten angeflogen“, schilderte er. Beide hätten Zeit verloren, weil das Team nicht vorhergesehen habe, dass es ein einfacher Einstopper werden würde. Die Planung des Kommandostands steht damit ebenfalls in der Kritik.
Max Verstappen: Platz drei trotz schwieriger Starts
Verstappen hatte am Start ebenfalls zu kämpfen. „Wir wissen, dass wir bei den Starts nicht die Besten sind. Beide Autos standen unter Druck“, sagte Mekies. Verstappen hielt Leclerc zwar hinter sich, verpasste als Dritter aber seinen dritten Sieg in Folge. Das Podium verdankte er auch einem günstig getimten virtuellen Safety-Car.
Die Gesamtpace des Autos sei „nicht gut genug“ gewesen, so Verstappen. Überrascht zeigte er sich zudem von der späten Planänderung, die ihn im zweiten Stint auf weiche Reifen mit hohem Verschleiß schickte. Mekies will die Strategie nun aufarbeiten. Bis zum Saisonende muss Red Bull vor allem bei Starts und Funk nachbessern, um wieder um Siege zu fahren.
