Fußball heute: Zweimal binnen fünf Tagen trifft der Hamburger SV auf Eintracht Frankfurt, und das mit einer langen Ausfallliste. Wie der NDR berichtet, fehlen Trainer Merlin Polzin im DFB-Pokal sechs potenzielle Stammspieler. Laut 90min forscht der Klub nach der 1:0-Niederlage in Paderborn zudem nach den Gründen für die Verletzungsserie.
Hamburger SV: Sechs Stammkräfte fehlen gegen Frankfurt
Heute (18 Uhr) steigt im Volksparkstadion das Pokalduell der zweiten Runde, am Sonntag (17:30 Uhr) folgt das Ligaspiel in Frankfurt. Nicht dabei sind Fabio Vieira, Bilal Nadir, Yussuf Poulsen, Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha. Hinzu kommt Kapitän Nicolai Remberg, der sich das Kreuzband gerissen hat. Für die zwei wichtigen Duelle ist das ein herber Aderlass.
Besonders bitter ist der Fall des Spielführers. Trotz harter Arbeit im Kraftraum ist die Saison für Remberg wegen der Kreuzbandverletzung laut 90min wohl bereits gelaufen. Damit fehlt dem HSV langfristig eine zentrale Figur. Die Last muss im Kader nun auf deutlich mehr Schultern verteilt werden.
Fabio Vieira und Bilal Nadir: Verletzt in Paderborn
Zwei weitere Ausfälle brachte die Partie in Paderborn. Vieira erlitt einen Muskelfaserriss und musste bereits nach 13 Minuten raus, voraussichtlich fehlt er bis zum Nordderby bei Werder Bremen am 22. November. Nach Informationen der Bild fällt er rund vier Wochen aus. Wegen der Länderspielpause Mitte November verpasst er so immerhin weniger Spiele.
Schlimmer erwischte es Nadir (22). Neben einer Muskelverletzung, die ihn nach 71 Minuten zur Auswechslung zwang, ist auch eine Sehne teilweise beschädigt. Wann er zurückkehrt, ist völlig offen, demnach könnte er in diesem Jahr gar nicht mehr spielen. Für den jungen Mittelfeldspieler droht damit ein Ausfall bis nach der Winterpause.
Yussuf Poulsen: Hüftprobleme stoppen den Dänen
Auch Poulsen musste in Paderborn zur Pause wegen Hüftproblemen vom Feld. „Das war für meinen Körper auch hart heute, warum auch immer“, sagte der Däne nach dem Spiel. Beide Duelle mit Frankfurt verpasst er, frühestens gegen Gladbach steht er wieder zur Verfügung. Damit fehlt dem HSV ausgerechnet in der englischen Woche ein Angreifer.
Capaldo fehlte schon in Paderborn wegen einer Zerrung und fällt auch in der Pokalwoche aus, ein Comeback ist ebenfalls frühestens gegen Gladbach möglich. Torunarigha plagen Muskelprobleme im Oberschenkel, er verpasst zumindest das Pokalspiel. Für die Partie am Wochenende könnte er aber in den Kader zurückkehren. Zumindest hier gibt es einen Hoffnungsschimmer.
HSV-Trainer Polzin: Ursachenforschung statt Opferrolle
„Wir sind da auf Ursachenforschung“, erklärte Polzin. In den vergangenen beiden Jahren habe man es geschafft, mit solchen Themen nur sehr selten zu tun zu haben. Andere Klubs kämpften Ende Oktober, Anfang November ebenfalls mit Verletzungssorgen. „Wir gehen fleißig und achtsam damit um.“ Die Häufung der Ausfälle kommt für Hamburg damit zur Unzeit.
Jammern will der Coach trotz allem nicht. „Wir wollen uns jetzt nicht in die Opferrolle begeben“, betonte Polzin gegenüber dem NDR. Zwar habe er weniger Auswahl, „aber ich habe Bock auf Herausforderungen“. Gerade die dünne Personaldecke soll die verbliebenen Profis also zusätzlich anstacheln.
Sander Tangvik und Terem Moffi: Chancen gegen die Eintracht
Im Tor steht wie in der ersten Runde in Verl Sander Tangvik, Daniel Heuer Fernandes wird geschont. „Sander gehört definitiv die Zukunft“, sagte Polzin. Auch als Persönlichkeit sei der Keeper noch einmal gereift. Für Tangvik ist das Pokalspiel damit eine weitere Gelegenheit, sich für mehr zu empfehlen.
Terem Moffi soll im Angriff den verletzten Poulsen ersetzen, Patson Daka sitzt zunächst auf der Bank, auch Otto Stange ist eine Option. „Er ist bereit für die Startelf und brennt darauf, mehr von sich zeigen zu können“, lobte der Trainer. Zudem drängen Albert Sambi Lokonga und Albert Grönbaek nach ihren Joker-Einsätzen in Paderborn in die erste Elf.
HSV News: „Der Volkspark wird beben“
Die Niederlage in Paderborn hat das Trainerteam intensiv analysiert. „Wir haben das Paderborn-Spiel sehr kritisch aufgearbeitet“, erklärte Polzin. Nun sei er auf die Reaktion seiner Mannschaft gespannt, man müsse sich wieder neu finden. Nach dem Rückschlag steht das Team also unter Zugzwang.
Respekt hat Polzin vor dem Gegner. „Frankfurt hat viel Wucht und Power“, betonte er. Dennoch freue sich sein Team brutal auf das Spiel und werde bereit sein. „Der Volkspark wird beben.“ Gelingt im Pokal der Einzug ins Achtelfinale, könnte der dezimierte HSV mit Rückenwind zum Ligaduell nach Frankfurt reisen.
