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Formel 1: Antonelli steht vor einem Rekord, der seit 2010 Bestand hat

F1-George-Russell

Formel 1 heute: Mit einem Start-Ziel-Sieg in Austin hat Kimi Antonelli (20) die Formel-1-WM so gut wie entschieden. Dem Mercedes-Piloten reicht beim Großen Preis von Mexiko am kommenden Wochenende schon ein kleiner Schritt zum Titel. Für Teamchef Toto Wolff war der Auftritt beim US-Grand-Prix das beste Rennen seines Schützlings, wie Formula1 berichtet.

Kimi Antonelli: WM-Titel in Mexiko so gut wie sicher

Verpassen kann Antonelli den Titel in Mexiko-Stadt nur, wenn George Russell oder Lewis Hamilton das Rennen gewinnt. Selbst dann würde ihm allerdings ein neunter Platz genügen, im Falle eines Hamilton-Sieges sogar Rang zehn. Rechnerisch haben beide Verfolger damit zwar noch eine Chance. Realistisch braucht der Italiener nur noch eine solide Zielankunft.

Beinahe hätte er schon in Austin alles klargemacht. Dafür hätte Russell schlechter als Achter und Hamilton schlechter als Vierter abschneiden müssen. Genau auf diesen Positionen kamen die Rivalen aber ins Ziel: Russell hing hinter Oscar Piastri fest und fiel nach einer Fünf-Sekunden-Strafe auf Rang acht zurück, Hamilton wurde Vierter. Die Party wurde damit nur vertagt.

Toto Wolff: Antonelli fährt besser als das Auto

Wolff geriet nach dem Rennen ins Schwärmen. Das sei die beste Leistung, die Antonelli bislang gezeigt habe. Trotz der schlechteren Reifenmischung sei er stark gestartet und habe das Rennen jederzeit kontrolliert, es sei das Rennen eines Champions gewesen, der noch kein Champion sei. Antonelli habe dabei mehr aus dem Wagen herausgeholt, als eigentlich drinsteckte.

Sein Fahrstil passe einfach perfekt zum Auto, so Wolff. Schon im Qualifying hätte er auf seiner letzten Runde noch 0,15 bis 0,2 Sekunden schneller sein können. Teamkollege Russell habe dagegen große Probleme gehabt, weil das Arbeitsfenster des Autos so schwierig sei. Mit demselben Material liegen zwischen den beiden Mercedes-Piloten damit Welten.

Mercedes-Update: Antonelli bändigt das schwierige Paket

Bemerkenswert ist der Sieg auch, weil der Freitag noch holprig verlief. Das Upgrade-Paket, das in Malaysia debütierte und dort nach Wolffs Schätzung 0,3 Sekunden pro Runde kostete, gilt als schwer zu handhaben. In Singapur testete Mercedes an beiden Autos unterschiedliche Varianten. Bis zum Qualifying fand Antonelli dann das passende Setup.

Ob Austin sogar den Sieg in Monza übertrifft, wo Antonelli von Startplatz 19 gewann, beantwortete Wolff mit einem Augenzwinkern. Sein Problem sei, dass er sich an vergangene Rennen nicht erinnere. Auch Monza sei mit den verwirrten Tifosi und einem Italiener im Mercedes-Outfit auf dem Podium stark gewesen. Die Schlagzeile vom besten Rennen wolle er aber behalten.

Kimi Antonelli: Austin war in der Umsetzung besser als Monza

Der Fahrer selbst sieht das ähnlich. In Monza habe man klar das schnellste Auto gehabt, das Überholen sei auf der Strecke relativ leicht gewesen, erklärte Antonelli. Das Rennen bleibe für ihn unvergesslich. In Sachen Umsetzung sei Austin aber wohl besser gewesen, weil man die Performance über das Wochenende sehr gut aufgebaut habe. Gerade diese Konstanz zeichnet ihn im Titelkampf aus.

Vom Druck ist bei Antonelli ohnehin wenig zu spüren. Gegenüber der BBC schilderte Wolff, wie sein Pilot zu ihm komme, sich auf seinen Stuhl setze, die Füße hochlege und plaudere, er denke überhaupt nicht an die WM. Das liege ihm im Blut und lasse sich nicht trainieren. Gerade diese Leichtigkeit könnte in Mexiko den Ausschlag geben.

Toto Wolff: Neun Jahre Arbeit hinter dem Durchbruch

Geholfen habe Antonelli wohl, dass das Reglement in diesem Jahr für alle völlig neu sei, vermutete Wolff. Im Vorjahr seien die anderen Fahrer an die Autos längst gewöhnt gewesen. Was über den Winter passiert sei, könne er sich trotz mehr als 30 Jahren Erfahrung nicht erklären. Den Sprung habe niemand kommen sehen.

Persönliches Lob wies der Teamchef zurück. Das Juniorteam um Gwen Lagrue habe Antonelli mit elf Jahren entdeckt, hinter ihm lägen neun Jahre Entwicklung und mehr als zehn Millionen investierte Euro. Nach neun Rennen ohne Punkte im Vorjahr hätten viele bezweifelt, dass er in einen Mercedes gehöre. Umso größer ist nun die Genugtuung.

Formel 1: Antonelli vor einem historischen Titel

Holt Antonelli die Krone, wäre er der erste italienische Weltmeister seit Alberto Ascari 1953. Zudem würde er Sebastian Vettels Rekord als jüngster Champion aus dem Jahr 2010 um mehr als drei Jahre unterbieten. McLaren-Teamchef Andrea Stella zeigte sich als Italiener begeistert und lobte den aggressiven, aber effektiven Fahrstil des Mercedes-Piloten.

Antonelli selbst will an seiner lockeren Herangehensweise festhalten. Er wolle möglichst viel Spaß haben, um einen weiteren Sieg kämpfen und die Saison mit einem Höhepunkt beenden. Wolff blickt dem Wochenende entspannt entgegen: Entweder es werde in Mexiko eine große Tequila-Party, oder eben eine Woche später ein Caipirinha-Fest.

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