Fußball heute: Vor dem Pokalspiel gegen Werder Bremen am Dienstag gibt es bei Borussia Dortmund gute Nachrichten zu Carney Chukwuemeka. Ersatzkeeper Alexander Meyer ist dagegen fraglich, wie der BVB mitteilt. Auf der Pressekonferenz kündigte Trainer Niko Kovac (55) zudem an, trotz der Bremer Konterstärke am hohen Pressing festzuhalten.
Borussia Dortmund: Entwarnung bei Carney Chukwuemeka
Chukwuemeka hatte sich im Training ans Knie gefasst und die Einheit verlassen. Laut Kovac war das allerdings geplant. Nach seinem ersten 70-Minuten-Einsatz seit langer Zeit in Baku und weiteren 20 Minuten gegen Frankfurt setzte er bei den Spielformen aus, am Montag trainierte er wieder normal. Einem Einsatz gegen Werder steht damit nichts im Weg.
Anders sieht es bei Meyer aus. Der Torhüter fehlte am Sonntag und Montag mit einer Erkältung und Fieber und wurde von der Mannschaft isoliert. Kälteres Wetter und viele Flüge begünstigten solche Infekte, erklärte Kovac. „Wir werden kein Risiko eingehen“, kündigte der Coach an. Ob Meyer im Pokal zur Verfügung steht, ist damit offen.
BVB News: Karetsas fehlt, Gadou ersetzt Bensebaini
Konstantinos Karetsas wird dagegen sicher ausfallen, nachdem er sich im Ligaspiel bei Union Berlin eine Bänderverletzung im rechten Fuß zugezogen hatte. „Er ist noch nicht einsatzbereit. Er fängt an, wieder schmerzfrei geradeaus zu laufen“, sagte Kovac. In dieser Woche wolle man testen, wie er Stoppen, Schüsse und Zweikämpfe verkraftet. Ob es für das Wochenende reicht, bleibt offen.
Gesperrt fehlt zudem Ramy Bensebaini, der nach seinem Platzverweis im Supercup gegen Bayern das zweite und letzte Spiel seiner Pokalsperre absitzt. Für den Algerier rückt Joane Gadou in die Startelf. „Er wird gegen Bremen sicherlich spielen“, bestätigte der Trainer. Weiterhin fehlen die Langzeitverletzten Emre Can, Giannis Konstantelias und Justin Lerma.
Niko Kovac: Hohes Pressing trotz Bremer Konterstärke
Taktisch will Kovac nichts ändern, obwohl er um die Gefahr der Gäste weiß. Werder schalte „sehr, sehr, sehr gut um“, betonte der Coach. „Ich finde es sehr viel schöner, wenn man oben ist, weil da ist der Weg vom einen Tor zum eigenen Tor sehr viel weiter.“ Und weiter: „Deswegen bleiben wir unserer Linie treu.“ Ein Rückzug in die eigene Hälfte kommt für ihn also nicht infrage.
Lehren zieht der BVB aus dem 2:2 in der Liga, als Werder nach langer Dortmunder Kontrolle spät ausglich. „Wenn wir es schaffen dort das über 90 Minuten zu bringen, was wir über 84 gebracht haben, dann werden wir das Spiel morgen hoffentlich auch gewinnen“, so Kovac. Besonders bei Standards warnte er vor Niclas Füllkrug. Genau diese Schlussphase soll sich am Dienstag nicht wiederholen.
Borussia Dortmund: Hinten stabil, vorne zu harmlos
Mit nur vier Gegentoren steht der BVB in der Liga auf Platz zwei, hat aber erst zwölf Treffer erzielt. Kovac verwies auf vergebene Großchancen und zwei Aluminiumtreffer. Seine Spieler sollten im Abschluss ruhiger bleiben und den Ball „nicht zu chippen, sondern einfach nur vorbeizuschieben“. Gerade gegen ein konterstarkes Team zählt die Effizienz doppelt.
Nur die Reservisten trainierten nach dem 1:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag öffentlich, die Startelf arbeitete im Kraftraum an der Regeneration. Das Abschlusstraining am Montag war damit die einzige gemeinsame Einheit vor dem Pokalspiel. Viel Zeit zur Feinabstimmung blieb dem Trainerteam also nicht.
BVB-Trainer Kovac: Ein Finale in Berlin wäre besonders
Zusätzlichen Druck durch das ausgegebene Ziel, das Endspiel in Berlin zu erreichen, verspürt Kovac nicht. Für den gebürtigen Berliner hätte ein Finale aber eine besondere Note. „Das wäre schön, ja, weil dann würde ich nach Hause kommen, aber es ist noch ein langer Weg“, gab er zu. Der erste Schritt dorthin führt über Werder.
Geduld brauchen derweil die jungen Spieler, die „im Moment ein bisschen hinten dran“ seien. In engen Partien setze er lieber auf Erfahrung, erklärte Kovac. Spielzeit sollen die Talente vorerst vor allem in der U23 sammeln. Im Pokal dürfte der Trainer also auf seine etablierten Kräfte bauen.
FC Bayern: Kovac blickt schon auf das Topspiel
Am Wochenende wartet der FC Bayern, mit dem Gegner beschäftigt sich Kovac bereits. Auf die Abwesenheit von Vincent Kompany angesprochen, die den deutschen Fußball erschüttert hatte, sprach er über den Druck im Trainerberuf. „Ja, man nimmt eigentlich alles mit nach Hause“, sagte der 55-Jährige. Damit gewährte er einen offenen Einblick in die Belastung seiner Branche.
Zunächst aber gilt die volle Konzentration dem Pokal. Anpfiff gegen Werder ist am Dienstag um 20:45 Uhr, übertragen wird die Partie live bei Sky, im ZDF und in der BVB-App. Gelingt der Einzug in die nächste Runde, könnte Dortmund mit Rückenwind in das Duell mit den Münchnern gehen.
