Fußball heute: Mit dem Achtelfinale des DFB-Pokals im Visier empfängt der Hamburger SV am Dienstagabend Eintracht Frankfurt. Trainer Merlin Polzin (35) muss dabei auf zahlreiche Profis verzichten, eine Opferrolle lehnt er dennoch ab. Im Tor setzt er auf Sander Tangvik, nach der Pleite in Paderborn erwartet er zudem eine klare Reaktion.
Hamburger SV: Lange Ausfallliste vor dem Pokalspiel
Gleich sechs Spieler stehen nicht zur Verfügung: Nicolai Remberg, Mario Vuskovic, Bilal Nadir, Fabio Vieira, Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen, der an Hüftproblemen laboriert. Auch ein Einsatz von Jordan Torunarigha gilt als zu riskant. Gegen den Bundesliga-14. muss Polzin damit wohl auf sieben Profis verzichten.
Jammern will der Coach deshalb aber nicht. Seine Mannschaft solle sich keinesfalls als Opfer sehen, betonte Polzin auf der Pressekonferenz. Der Kader sei zwar kleiner, die verfügbaren Spieler aber voll motiviert, und er genieße es, sich jede Woche einer neuen Herausforderung zu stellen. Gerade die Personalnot soll beim HSV also zusätzliche Kräfte freisetzen.
Sander Tangvik: Pokal-Einsatz im HSV-Tor
Eine Entscheidung ist bereits gefallen. „Sander wird morgen im Tor stehen. Er hat sich diese Momente verdient und in der Vorbereitung und in Verl sehr gute und stabile Spiele gemacht“, sagte Polzin. Der im Januar verpflichtete Keeper habe in den vergangenen zehn Monaten große Fortschritte gemacht und sei auch als Mensch gereift, unter anderem dank der starken WM Norwegens.
Zugleich räumte der Trainer ein, dass die Torhüterposition sensibel sei, weil dort wenig rotiert werde. Vor allem Ferro habe in den vergangenen Jahren herausragend gespielt. Deshalb habe Torwarttrainer Sven Höh mit Tangvik einen klaren Plan ausgearbeitet. Für Tangvik wird der Pokal damit zur Bühne, um sich weiter zu empfehlen.
HSV-Trainer Polzin: Antwort auf das 1:0 in Paderborn gefordert
Wiedergutmachung steht ohnehin an. Die 1:0-Niederlage in Paderborn sei fußballerisch, von der Einstellung und von der Intensität her nicht gut genug gewesen, so Polzin. Inspiriert vom Pokalmotto „winner stays“, das an der Wand prangt, will der HSV dem Volksparkstadion ein mitreißendes Pokalspiel bieten. Nur mit einem Sieg bleibt die Mannschaft im Wettbewerb.
Leicht wird das gegen die Eintracht nicht. Polzin erwartet einen starken und intensiven Gegner, der in den vergangenen Jahren regelmäßig international spielte, zuletzt einen europäischen Titel gewann und viele Nationalspieler in seinen Reihen hat. Unter Adi Hütter trete Frankfurt zudem mit noch mehr Energie und Wucht auf. Der 14. Tabellenplatz in der Liga täuscht also.
Terem Moffi und Patson Daka: Polzins Optionen im Angriff
Personell gibt es zumindest in der Offensive Alternativen. Sowohl Terem Moffi als auch Patson Daka sind einsatzbereit, mit Otto Stange steht zudem eine andere, weniger körperbetonte Option zur Verfügung. Moffi brenne laut Polzin darauf, an seinen Treffer in Hoffenheim anzuknüpfen. Für den Angreifer bietet sich damit die Chance, sich weiter festzuspielen.
Daka befindet sich dagegen in einer anderen Lage. Nach mehreren Wochen Pause wird seine Spielzeit mit Blick auf die Partie am Sonntag gesteuert. Ein Einsatz über 90 Minuten ist damit eher unwahrscheinlich. Gerade bei der dünnen Personaldecke muss der HSV mit den Kräften seiner Rückkehrer besonders sorgsam umgehen.
Nicolai Remberg: Kapitän fehlt in der Führungsgruppe
Schwer wiegt vor allem der Ausfall von Kapitän Nicolai Remberg. Sein Fehlen als Spieler und als Persönlichkeit habe die Führungsgruppe getroffen, erklärte Polzin. Seine Aufgaben müssten nun auf mehrere Schultern verteilt werden, künstlich werde aber niemand in eine Führungsrolle gedrängt. Die Hierarchie im Team muss sich also auf natürliche Weise neu sortieren.
Stattdessen erwartet der Klub mehr von jenen Profis, die regelmäßig auf dem Platz stehen. Am Dienstagabend bietet sich ihnen die passende Gelegenheit, Verantwortung zu übernehmen. Gelingt der Einzug ins Achtelfinale, ginge der HSV nach dem Rückschlag in Paderborn mit neuem Selbstvertrauen in die Partie am Sonntag.
