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Borussia Mönchengladbach: Blessins größter Jubel galt keinem Tor

Gladbach-Fans

Fußball heute: 127,99 Kilometer spulte Borussia Mönchengladbach beim 2:3 in Stuttgart ab und erkämpfte sich so den ersten Saisonsieg. Wie die Bild berichtet, hatten vier zuletzt schwächelnde Profis großen Anteil an diesem Erfolg. Ob sie ihre Plätze behalten, ist allerdings offen, denn in den kommenden Wochen kehren mehrere Verletzte zurück.

Borussia Mönchengladbach: Blessin lobt die Hingabe seines Teams

„Wir sind über die 100 Prozent hinausgegangen“, sagte Trainer Alexander Blessin (53) der Bild. In der Halbzeit habe man vereinbart, noch einmal 45 Minuten zu leiden, ohne jede Ausrede. „Das haben die Spieler bravourös umgesetzt.“ Tatsächlich wirkte die dezimierte Mannschaft nach 65 Minuten völlig ausgelaugt, brachte den Vorsprung aber gerade noch ins Ziel.

Die düstere Stimmung rund um den Klub habe er durchaus mitbekommen, im inneren Kreis aber gespürt, dass der Glaube da sei. „Wichtig ist, dass wir jetzt da sind, aber es muss genauso weitergehen und wir dürfen keinen Deut von diesem Weg abgehen“, betonte der Coach. Nach sechs Pleiten zum Auftakt entging die Borussia so einem Negativrekord.

Zento Uno und Florian Neuhaus: Gladbachs Antreiber im Zentrum

Zento Uno (22) brachte mit seinen Tacklings die nötige Wucht ins Spiel und half nach schwachen ersten 25 Minuten, die Partie zu drehen. Der für 500.000 Euro von Shimizu S-Pulse geholte Mittelfeldspieler lief 12,16 Kilometer, der zweitbeste Wert im Team. Zudem leitete sein Schuss den Ausgleich von Joe Scally ein. Für ein Schnäppchen ist das eine starke Bewerbung.

Wegen der Personalnot spielte Florian Neuhaus (29) erneut im Mittelfeld, obwohl er seine Bewährungsproben gegen Köln und Hoffenheim (1:2) zuvor nicht genutzt hatte. Nach schwachem Beginn wurde er im zweiten Durchgang zum „Aggressive Leader“. Mit drei Schüssen, drei vorbereiteten Chancen und 56 Ballaktionen war kein Gladbacher öfter am Ball. Damit drängt er sich für weitere Einsätze auf.

Daiki Hashioka und Shuto Machino: Zwei Wackelkandidaten überzeugen

Auch Daiki Hashioka (27) zeigte sich verwandelt. Zuletzt hatte er in der Dreierkette gewackelt, vor allem beim 1:2 im Derby gegen Köln. In Stuttgart wirkte er dagegen sehr ruhig, stand stark positioniert und gewann 78 Prozent seiner Zweikämpfe sowie alle sieben Kopfballduelle. Gerade in der Schlussphase, als die Kräfte schwanden, war diese Stabilität Gold wert.

Für Shuto Machino (27) öffnete sich durch die Muskelverletzungen von Tim Kleindienst (31) und Isac Lidberg (28) die Tür. Abgeschrieben war er nie ganz, die Erwartungen an ihn waren aber gesunken. Nach einigen unglücklichen Szenen erzielte er das wichtige 1:2 und war besser eingebunden als seine Vorgänger im Sturm. Wie die anderen drei muss er Blessin nun dauerhaft überzeugen.

Sebastian Hoeneß: Respekt vom gegnerischen Trainer

Eigentlich wollte Gladbach zur berühmten Fohlen-Philosophie mit attraktivem Fußball und jungen Spielern zurückkehren. Im Abstiegskampf ist an deren Stelle vorerst harte Arbeit getreten. Selbst VfB-Coach Sebastian Hoeneß (44) zeigte sich beeindruckt: „Gladbach hat es geschafft, eine Wagenburg zu entwickeln.“ Das Kompliment des Gegners unterstreicht, wie sehr sich die Borussia gewandelt hat.

Seinen größten Jubel des Abends hob sich Blessin allerdings nicht für ein Tor auf. Er feierte Robin Hack (28), der den Ball ins Aus rutschen ließ und seinem Team so ein paar Sekunden zum Durchatmen verschaffte. Begeistert war der Coach zudem von Unos Tacklings, Neuhaus‘ Einsatz und einem riesigen Block von Philipp Sander (28) gegen eine Großchance von Demirovic.

Rouven Schröder: Kompliment und klarer Appell

Auch Sportdirektor Rouven Schröder (51) war angetan. Jeder habe so leidenschaftlich gekämpft, dass man zwischenzeitlich schauen musste, wie viele Wechsel noch blieben und wer überhaupt noch frisch genug sei, um den Sieg zu verteidigen. Mehr Beleg für die körperliche Grenzleistung der Mannschaft braucht es kaum.

„Mir hat am besten gefallen, dass wir wenige Phasen hatten, in denen wir komplett hinten drin standen, weil wir immer wieder versucht haben, von hinten anzuschieben und anzulaufen“, erklärte Schröder. Sein Fazit fiel eindeutig aus. „Kompliment und der Appell, da weiter dranzubleiben, für Borussia alles zu geben.“ Den eingeschlagenen Weg will der Klub also konsequent fortsetzen.

Gladbach News: Karlsruhe, Paderborn und der HSV warten

Nach sechs Spielen, in denen die Fans ihr Team auspfiffen oder schweigend empfingen, konnten Mannschaft und Anhänger endlich gemeinsam feiern. Ausgestanden ist die Krise damit aber noch nicht. Ein einzelner Sieg ändert wenig daran, dass die Borussia weiterhin mitten im Abstiegskampf steckt.

Schon am Dienstag (20:45 Uhr, Sky) wartet im Pokal der Karlsruher SC. Am Samstag (15:30 Uhr, Sky) empfängt Gladbach dann den SC Paderborn zum nächsten Kellerduell, ehe es vor der Länderspielpause an einem Freitag zum HSV geht. Gelingt in diesen Wochen die Bestätigung, könnte der Erfolg von Stuttgart tatsächlich zur Wende werden.

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