Fußball heute: Beim 1. FC Köln wächst der Druck auf Trainer René Wagner (38). Nach wochenlanger Kritik in den sozialen Medien schallten beim 0:0 gegen Schalke 04 laut Bild auch im Stadion „Wagner raus“-Rufe. Wie come-on-fc berichtet, räumte der Coach ein, dass ihm die Reaktion der Anhänger nahegegangen sei.
1. FC Köln: Sportdirektor Kessler hält an Wagner fest
„Ja, er hat volle Rückendeckung“, sagte Thomas Kessler (40) auf Nachfrage der Bild. Vor zwei brutal wichtigen Spielen gegen denselben Gegner gehe es darum, einen guten Job zu machen. Vertrauen entstehe bei den Menschen vor allem durch Erfolge. „Das ist die Währung, die jetzt aktuell offensichtlich zählt“, so der Sportdirektor. Ein Freibrief für den Coach ist das Bekenntnis damit nicht.
Gelegenheit zur Wende gibt es reichlich, denn der FC trifft zweimal in Folge auf Union Berlin, zunächst im Pokal, danach in der Liga. Am Dienstag werde es keine Punkteteilung geben, sondern nur einen Sieger, egal wie lange die Partie dauere, erklärte Kessler. „Und wir wollen das Spiel mit aller Macht gewinnen.“ Nach dem torlosen Remis muss diesmal also zwingend eine Entscheidung her.
Thomas Kessler: Bilanz nach dem 10. Spieltag
Ein Ultimatum stellte der 40-Jährige nicht, seine Erwartungen formulierte er dennoch deutlich. „Man sagt ja immer, dass man nach den ersten zehn Spielen einer Saison einen Strich darunter macht, dann sieht man zumindest mal eine Tendenz“, betonte er. Bis dahin blieben noch einige Partien, um zu punkten. Die Frist ist damit unausgesprochen, aber klar umrissen.
Happig ist das Programm bis zu dieser Marke. Nach den beiden Duellen mit Union warten noch Leverkusen und Bayern. Bessern sich die Ergebnisse bis dahin nicht, dürften die Verantwortlichen, die demnach bereits intern über die Lage beraten, Wagners Position überprüfen. Dabei hatte Kessler ihn im Sommer nach seiner Interimszeit zur Wunschlösung gemacht, sein Vertrag läuft bis 2028.
Köln News: Ernüchterung nach dem 0:0 gegen Schalke
Der Auftritt gegen die verletzungsgeplagten Schalker lieferte den Kritikern neue Nahrung. Laut des Blattes fehlte es den Kölnern an Dominanz, an einer klaren Idee und an Wucht. Vor eigenem Publikum ist der FC mit zwei Siegen und zwei Remis zwar noch ungeschlagen. Trotz des 2:1 im Derby gegen Gladbach ist die Stimmung rund um den Klub jedoch seit Wochen gedrückt.
Erstmals entlud sich der Frust nun auch im Stadion selbst. Laut come-on-fc wurden die Sprechchöre nach rund einer Stunde laut, als Wagner Mikey Moore vom Feld nahm, nach dem leblosen Auftritt folgten weitere Rufe und Pfiffe. Der Zeitpunkt zeigt, dass sich der Unmut gezielt gegen die Entscheidungen des Trainers richtete.
René Wagner: Die Reaktion der Anhänger geht ihm nahe
Wagner selbst verhehlte nicht, wie sehr ihm die Kritik zusetzte. „Ich fand, direkt nach dem Spiel und auch den Tag danach hat es einen natürlich schon persönlich getroffen“, gab er auf der Pressekonferenz am Montag zu. Er sei lang genug im Verein, solche Momente gebe es eben, gerade weil die Lage nicht einfach sei. Für einen Trainer unter Druck ist das ein bemerkenswert offenes Eingeständnis.
Auch Kessler hat registriert, was die Szenen mit seinem Coach machen. „Es ist definitiv etwas, was René sicherlich treffen wird in dieser Situation. Ich glaube, das ist völlig menschlich“, sagte er. Er nehme das zur Kenntnis und mache sich seine Gedanken dazu. Die sportliche Leitung beobachtet die Stimmung also genau.
FC-Trainer Wagner: Mehr Zug zum Tor gefordert
Das Hauptproblem sieht der Coach in der Offensive. Man habe klar angesprochen, wie man Tore erzielen wolle und müsse, um ein Heimspiel zu gewinnen. „Die Gier muss spürbar sein. Dieser Wille auch Tore zu erzielen muss spürbar sein“, forderte Wagner. Vier Heimspiele ohne Niederlage, aber nur zwei Siege unterstreichen diesen Befund.
Erschwert wird die Aufgabe durch eine Lücke im Kader. „Wir müssen halt auch kompensieren, dass uns vielleicht die klare Neun fehlt“, erklärte der 38-Jährige. Spieler, die das nicht gewohnt seien, müssten sich dazu zwingen, häufiger in die Abschlusszonen zu kommen. Ohne echten Mittelstürmer ist der FC damit auf mehr Wege in den Strafraum angewiesen.
Union Berlin: Neue Gelegenheit für den FC im Pokal
Bei den Spielern gingen die Meinungen nach dem Schalke-Spiel auseinander. Borna Sosa betonte, das Team habe alles gegeben, Marius Bülter und Luca Waldschmidt empfanden den Auftritt dagegen als eher langsam und träge. Wagner nahm seine Mannschaft in Schutz, die Erwartungen in Köln seien „riesig“. Eine einheitliche Analyse des Abends gibt es damit nicht einmal im Team.
Die Möglichkeit zur Antwort folgt bereits am Dienstag im Pokal gegen Union Berlin. „Morgen gibt es eine neue Chance, die Fans auch glücklich zu machen. Da tun wir alles für“, sagte Wagner. Ein Weiterkommen würde dem Trainer vor den schweren Aufgaben gegen Leverkusen und Bayern dringend benötigte Ruhe verschaffen.
