2. Bundesliga heute: Kein Sieger am Böllenfalltor! Am 9. Spieltag trennten sich der SV Darmstadt 98 und der FC St. Pauli torlos. Florian Kohfeldt und Marcel Rapp äußerten sich auf der Pressekonferenz, Yannik Lührs, Noah Weißhaupt, Eric Smith, Ben Voll und Lars Ritzka bei Sky und in der Mixed Zone. Hier findest du die Stimmen zum Duell Darmstadt gegen St. Pauli.
Darmstadt vs. St. Pauli Stimmen – Kohfeldt: „Ich bin mit dem Punkt zufrieden“
Florian Kohfeldt (Cheftrainer SV Darmstadt 98) auf der Pressekonferenz: „Wir hatten uns bewusst vor dem Spiel dafür entschieden, nicht mit offenem Visier gegen St. Pauli zu spielen. Gerade mit Blick auf die Geschwindigkeit ihrer Stürmer, ihre Tiefenläufe und den guten Spielaufbau war das wichtig.“
Nach der Pleite in Karlsruhe forderte der Coach eine Antwort seiner Elf – und bekam sie aus seiner Sicht: „Wir wollten unbedingt eine Reaktion auf die zu Recht kritisierten fehlenden Basics zeigen, die in Karlsruhe nicht da waren. Dafür muss ich der Mannschaft ein absolutes Kompliment aussprechen, das haben wir zu 100 Prozent hinbekommen.“
Die Rollenverteilung auf dem Rasen war für ihn klar: „St. Pauli hatte den Ball, das wussten wir vorher und darauf haben wir uns vorbereitet. Wir hatten auch ein, zwei gute Situationen, natürlich mit der Riesenchance von Milan direkt am Anfang und dann auch mit Noah Weißhaupt. Ich bin mit dem Punkt zufrieden, das sage ich ganz ehrlich in der jetzigen Situation.“
Für Euphorie sah Kohfeldt dennoch keinen Anlass: „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass das kein Spiel war, nach dem man jubelnd durch Darmstadt laufen kann. Aber es war eine extrem gute Basis, auf der wir aufbauen und weiterarbeiten können. Diese Basics, die wir heute gezeigt haben, müssen wir immer bringen. Dann können wir auch wieder über andere Dinge reden.“
Zum Abschluss richtete er den Blick auf den kommenden Heimauftritt: „Ich freue mich schon auf das nächste Heimspiel am Bölle. Die Stimmung war heute wieder hervorragend, und diese Unterstützung brauchen wir auch nächste Woche am Samstag.“
Stimmen zum Spiel vom SV Darmstadt 98 – Weißhaupt: „Ich bin schon ein wenig enttäuscht“
Auf dem Rasen fiel die Bilanz der Lilien gemischt aus.
Yannik Lührs (SV Darmstadt 98): „Ich glaube, wir haben alles daran gesetzt, erstmal kompakt zu stehen und hinten dicht zu halten. Gerade in den letzten Minuten wollte vielleicht auch niemand mehr das hundertprozentige Risiko gehen. Wir standen dann im Endeffekt gut und haben noch gehofft, dass wir unsere Chance bekommen. Das hat leider nicht mehr funktioniert.“
Mit der Ausbeute konnte er dennoch leben: „Aber wir haben zu null gespielt, einen Punkt geholt und das geht auch in Ordnung. Wir haben als Team gezeigt, dass wir voll da sind, uns in jeden Zweikampf reingehauen und bis zur letzten Minute alles versucht haben. Aber heute hat uns das Quäntchen Glück gefehlt.“
Etwas kritischer klang sein Teamkollege.
Noah Weißhaupt (SV Darmstadt 98): „Ich bin schon ein wenig enttäuscht, muss ich sagen. Ich hätte heute auf jeden Fall gerne gewonnen, das hätten wir alle gerne. Aber das Wichtigste heute war, dass wir kein Gegentor bekommen und wenigstens einen Punkt mitgenommen haben. St. Pauli ist keine schlechte Mannschaft und sie hätten auch ihr Tor machen können. Ich fand aber, dass wir in der zweiten Halbzeit gefährlicher und näher am Tor waren.“
Stimmen zum Spiel vom FC St. Pauli – Rapp: „Aus der Dominanz haben wir zu wenig Chancen kreiert“
Bei den Kiezkickern überwog die Ernüchterung.
Marcel Rapp (Cheftrainer FC St. Pauli) auf der Pressekonferenz: „Es war ein Spiel, in dem wir in beiden Halbzeiten mehr Ballbesitz hatten und eine gewisse Spieldominanz ausgestrahlt haben. Aus der Dominanz haben wir zu wenig Chancen kreiert. Die erste Hälfte war trotz der Dominanz nicht so gut, in der zweiten Halbzeit war es dann besser.“
Vorne fehlte ihm die letzte Konsequenz, hinten stand seine Elf weitgehend stabil: „Wir hatten Möglichkeiten, da hätte ich mir aber noch mehr Zug zum Tor gewünscht. Darmstadt wiederum hatte früh den Konter, danach haben wir aber kaum etwas zugelassen, erst in der 75. Minute wurde Darmstadt noch mal gefährlich.“
Ein Eindruck, den er in dieser Saison bereits kennt: „Wir haben wieder nicht verloren und nehmen einen Punkt mit. Nicht zum ersten Mal sitze ich nach einem Unentschieden hier und man denkt, dass mehr drin war.“
Ähnlich sahen es die Profis.
Eric Smith (FC St. Pauli): „Wir wollten gewinnen, deshalb ist das Unentschieden enttäuschend. Es waren harte Bedingungen mit dem Spielfeld und dem Wind, aber wir hatten eigentlich genug Möglichkeiten, um dieses Spiel für uns zu entscheiden. In der ersten Halbzeit hatten wir einige gute Chancen. In der zweiten Halbzeit waren es ein, zwei gefährliche Aktionen. Wir wissen, dass wir defensiv stabil stehen können. Manchmal müssen wir uns durch schwierige Phasen kämpfen und einfach das erste Tor schießen, um solche Spiele zu gewinnen.“
Positives fand sein Mitspieler vor allem in der eigenen Abwehrarbeit.
Ben Voll (FC St. Pauli): „Wir sind hergefahren, um das Spiel zu gewinnen. Deshalb ist es ernüchternd. Wir da hinten sind aber fein damit, dass wir zu null gespielt haben. Wir haben es gut gegen das Darmstädter Pressing gemacht und haben Lösungen gegen die erste Pressinglinie gefunden. Gut ist zudem, dass wir weiterhin sehr schwer zu schlagen sind. Klar ist aber auch, dass wir uns noch mehr Torchancen herausspielen und diese auch nutzen wollen. Wir hatten viel Ballbesitz und einige Möglichkeiten. Vielleicht hatten wir auch nicht das Quäntchen Glück, um diese zu verwerten.“
Zum gleichen Schluss kam Lars Ritzka.
Lars Ritzka (FC St. Pauli): „Wir haben erneut gezeigt, dass wir kompakt verteidigen können und schwer zu schlagen sind. Wir sind eigentlich immer für ein Tor gut, heute hat es nicht geklappt. Chancen hatten wir genug. Wir müssen daran arbeiten, dass wir im Spiel mit dem Ball noch klarer werden. Es war heute insgesamt nicht einfach. Wir nehmen den einen Punkt mit und schauen am Ende, wofür der gut sein wird.“
