Drei Head Coaches, zwei Koordinatoren und zehn Spieler – so lang ist die Liste derer, deren Zukunft bei ihren Teams nach fünf NFL-Spieltagen fraglich ist. Bill Barnwell hat sie vor Week 6 für espn.com zusammengestellt, denn nach fünf Spielen sei absehbar, wo Saisonerwartungen verfehlt werden. Ganz oben stehen zwei Trainer, die vor Kurzem noch als Säulen ihrer Klubs galten.
NFL: Quinn und Sirianni – zwei Head Coaches unter Druck
Dan Quinn steht nach dem Uhren-Debakel beim 27:27 gegen die Giants besonders im Fokus. Washington ist in den letzten 17 Spielen 3-13-1, die Defense liegt trotz teurer Verstärkungen und des neuen Koordinators Daronte Jones nur auf Platz 26 bei Gegenpunkten pro Drive, und Jayden Daniels hat sich erneut den Ellbogen verletzt. Rufe nach sofortiger Entlassung hält Barnwell für überzogen, warnt aber vor einem „tenure-defining collapse“ wie einst bei Matt Eberflus.
Nick Sirianni patzte beim Kickoff-Call in London, doch das größere Problem der Eagles ist die Offense. Unter dem neuen Koordinator Sean Mannion rangiert Philadelphia nach EPA pro Play auf Platz 30, im Vorjahr war es Platz 17, die Abgänge von Cam Jurgens und Lane Johnson sowie Verletzungen von Barkley und Smith verschärfen die Lage. Die Eagles sind 5:7 in den letzten zwölf Spielen.
Eagles-Coach Sirianni droht das Pederson-Schicksal – Bowles gewinnt Luft
Drei der nächsten vier Partien sind Heimspiele gegen Carolina, Dallas und die Giants. Verliert Philadelphia weiter, erinnert Barnwell an das abrupte Ende von Doug Pederson 2020 – ein Vergleich, der für einen Super-Bowl-Sieger wie Sirianni besonders unangenehm klingt. Todd Bowles hat dagegen mit dem Sieg gegen Dallas nach 0:4-Start Luft gewonnen, seit der Bye 2025 war Tampa 2:11.
Die Defense ist bei den Buccaneers diesmal die Stärke, Platz vier bei EPA pro Play, Fünfter gegen den Lauf, doch mit Rookie Jalon Daniels statt Baker Mayfield muss sie das Team tragen. Nach der Entlassung von fünf Assistenten im Winter wäre Bowles bei einer neuen Niederlagenserie der Nächste. Für den Trainer ist der Sieg gegen Dallas damit Atempause, nicht Entwarnung.
Koordinatoren im Fokus: McDaniel bei den Chargers, Sheppard bei den Lions
Bei den Koordinatoren trifft es zunächst Mike McDaniel, der bei den Chargers die enttäuschendste Einheit der Liga verantwortet. Das Laufspiel ist bei Designed Runs 28. nach EPA, L.A. rennt in 36,2 Prozent der Fälle in zahlenmäßig überlegene Boxen. Gravierender ist Justin Herberts Absturz: Letzter im Total QBR (26,6), sieben Interceptions, 5,0 QBR im vierten Viertel, fünf Strip-Sacks. Barnwell sieht eine klare rote Linie für Jim Harbaugh – die Offense dürfe Herbert nicht brechen.
Kelvin Sheppard führt bei den Lions eine Defense, die bei EPA pro Play Letzter ist und 81 Prozent der gegnerischen Red-Zone-Besuche zu Touchdowns werden lässt. Barnwell sieht hier eher ein Talentproblem: Die schlechteste Secondary der Liga leidet unter den Ausfällen von Brian Branch und Kerby Joseph sowie der Entlassung von Terrion Arnold. Branch steht vor der Rückkehr, Rookie Keith Abney II zeigte Ansätze, und GM Brad Holmes könnte an der Deadline nachlegen.
Degradierungen und Trade-Kandidaten: Von Bland bis Montgomery
Bei den Spielern drohen Degradierungen. DaRon Bland (Cowboys) lässt ein Passer Rating von 126,2 zu und könnte nach den Rückkehrern Cobie Durant und Joey Porter Jr. aus der Aufstellung fallen, auch, um Verletzungsgarantien über 13 Millionen Dollar zu vermeiden. Maxwell Hairston (Bills) spielte gegen die Rams nur noch 15 Snaps hinter Davison Igbinosun, Mike Sainristil (Commanders) wurde bereits gebencht, Genesis Smith (Chargers) dürfte nach Derwin James‘ Rückkehr Snaps verlieren.
Dazu kommen Trade-Kandidaten: Jerry Jeudy (Browns, acht Catches für 81 Yards) hinter den jungen Receivern Denzel Boston und KC Concepcion, Brian Thomas Jr. (Jaguars, nur 48,2 Prozent der Snaps, neun Fänge in fünf Spielen) trotz Dementis der Organisation, Jacoby Brissett (Cardinals, 5,6 Yards pro Versuch, fünf Picks) könnte Drittrundenrookie Carson Beck weichen, David Montgomery (Texans, schlechteste Success Rate der Liga mit 23,1 Prozent, Leistenverletzung) könnte Woody Marks Platz machen.
Packers-Kicker Smack und Broncos-Quarterback Nix: Zwei Zukunftsfragen
Rookie-Kicker Trey Smack (Packers) verschoss gegen die Bears ein Field Goal aus 43, eines aus 47 Yards und einen Extrapunkt – exakt das Muster, das Brandon McManus im Wild-Card-Spiel kostete. Weitere Fehlversuche könnten Green Bay vor dem Winter zum Wechsel bewegen. Für einen Klub mit Playoff-Ambitionen ist ein unsicherer Kicker ein Risiko, das sich nicht bis Januar aussitzen lässt.
Bei Bo Nix geht es ums große Ganze. Mit 41,5 Total QBR (Platz 24), 5,8 Yards pro Versuch und nur 7 Rushing Yards pro Spiel hat der 26-Jährige trotz Jaylen Waddles Ankunft und Sean Paytons Rückkehr als Playcaller nicht den erhofften Schritt gemacht – gegen die Chargers brachte er 16 von 27 für 123 Yards an, bei dritten Versuchen 1 von 12. Offen ist, ob Denver ihm nach der Saison einen zweiten Vertrag und die Fifth-Year-Option von rund 29,9 Millionen Dollar zutraut.
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