Fußball heute: Nur wenige Wochen nach der Ankunft von Nick Woltemade sucht Juventus Turin offenbar schon den nächsten Stürmer. Das berichtet die Gazzetta dello Sport, worauf sich fussballdaten.de, sport1.de und fussballeuropa.com berufen. Demnach gilt der 24-Jährige in Turin als falsches Profil für den Angriff.
Juventus Turin: Woltemade passt nicht ins Spalletti-Profil
Das Problem ist vor allem taktischer Natur. Trainer Luciano Spalletti will einen Mittelstürmer, der im Strafraum aufblüht. Woltemade lässt sich trotz seiner 1,98 Meter jedoch gern zwischen Mittelfeld und Angriff fallen und bezeichnete sich einst selbst als „Neuneinhalber“. Laut fussballeuropa.com lautet die Kritik, dass er dann im Sechzehner fehlt.
Gerade die Räume hinter der Spitze sind bei Juve aber schon gut besetzt. Wie sport1.de schreibt, tummeln sich dort Kenan Yildiz, der derzeit verletzt ist, der frühere Leverkusener Kerim Alajbegovic und Nico Gonzalez. Für Woltemade bleibt auf seiner Lieblingsposition damit kaum Platz.
Nick Woltemade: Großchance gegen Serbien sorgt für Zweifel
Hinzu kommt eine Szene aus der Länderspielpause. Beim 2:0 der DFB-Elf gegen Serbien in der Nations League vergab Woltemade eine Großchance aus kürzester Distanz. Auch das sorgte laut fussballdaten.de und der Gazzetta bei Juve „für Stirnrunzeln“, zumal der Angreifer im Verein bislang kaum Argumente sammeln konnte.
Seit seiner Ankunft Anfang September kommt er auf vier Pflichtspiele mit insgesamt 131 Minuten. Meist durfte er nur kurz ran, gegen Atalanta etwa erst spät in der Partie. Sein einziges Tor erzielte Woltemade per Elfmeter beim 5:0 in der Europa League gegen NEC Nijmegen – zu wenig, um in Turin Zweifel zu zerstreuen.
Juve-Kandidaten: Retegui, Balogun, Raimondo und Brobbey
Entsprechend konkret ist die Liste möglicher Alternativen. Genannt werden Mateo Retegui (Al-Qadsiah), Folarin Balogun (AS Monaco) und Antonio Raimondo, der von Bologna an Serie-A-Überraschungsteam Frosinone verliehen ist. Als Kandidat für den Winter gilt zudem Brian Brobbey vom AFC Sunderland.
Am meisten Durchschlagskraft bringt derzeit Retegui mit. Der 27-jährige italienische Nationalspieler traf für Al-Qadsiah, aktuell Vierter der Saudi Pro League, siebenmal in neun Spielen. Im Team von Brendan Rodgers (53) ist er im Angriff gesetzt, und von allen genannten Kandidaten liefert er damit die konkretesten Zahlen.
Mateo Retegui: Klare Nummer eins bei Al-Qadsiah
Seine Konkurrenten in Saudi-Arabien liegen deutlich zurück. Julián Quiñones (29) kommt auf vier Treffer in acht Partien, Abdullah Al-Salem (33) blieb in fünf Einsätzen ohne Tor. An Reteguis Stellung als Nummer eins im Sturm von Al-Qadsiah gibt es somit keinen Zweifel.
Billig dürfte ein Transfer allerdings nicht werden. Erst im Juli 2025 wechselte der Angreifer für 68,3 Millionen Euro von Atalanta nach Saudi-Arabien, sein Vertrag läuft bis 2028. Juve müsste also mit einem Klub verhandeln, der seinen Torjäger langfristig gebunden hat.
Newcastle United: Woltemades steiniger Weg nach Turin
Für Woltemade ist die Debatte ein weiterer Rückschlag. Newcastle United hatte im Sommer 2025 stolze 75 Millionen Euro an den VfB Stuttgart überwiesen, doch nach vielversprechendem Start schrumpfte seine Rolle stetig. Es folgte eine sehr schwierige zweite Saisonhälfte in England.
Die Leihe nach Italien sollte ihm deshalb mehr Spielzeit verschaffen. Für 3,6 Millionen Euro wechselte der gebürtige Bremer ohne Kaufoption nach Turin, in Newcastle steht er weiterhin bis 2031 unter Vertrag. Seit Jahresbeginn hinkt seine Form dem Stuttgarter Niveau hinterher.
Woltemade bei Juve: Weitere Konkurrenz droht
Beim VfB bildete Woltemade häufig ein klassisches Sturmduo mit Deniz Undav. Bei Juve fehlt ihm dagegen eine klar definierte Rolle. Ein weiterer Angreifer würde seine Lage zusätzlich erschweren, da sich die Einsatzzeiten dann auf noch mehr Schultern verteilen müssten.
Ob Juventus im Winter tatsächlich einen Stürmer verpflichtet, ist noch offen. Klar ist jedoch, dass sich Woltemade trotz der offenbar wachsenden Zweifel beweisen muss. Die nächsten Wochen dürften darüber entscheiden, ob seine Zeit in Turin eine Chance bleibt oder zur Sackgasse wird.
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