Fußball heute: Nach drei Wochen Länderspielpause reist Eintracht Frankfurt am Samstag (18:30 Uhr, Sky) zu RB Leipzig – und vor dem Topspiel droht einem Offensivstar die Bank. Darüber berichten Sportschau, stern und Bild übereinstimmend. Trainer Adi Hütter (56) lässt sich bei der Aufstellung nicht in die Karten schauen.
Eintracht Frankfurt: Vier Offensivstars für drei Plätze
Zur Wahl stehen die Stürmer Jonathan Burkardt und Younes Ebnoutalib sowie die Spielmacher Ritsu Doan und Can Uzun. Bei einer Dreier- oder Fünferkette bliebe nur Raum für drei von ihnen. „Man kann sich als Trainer glücklich schätzen, mehrere Optionen zu haben“, sagte Hütter laut Sportschau. Bekannt wird seine Elf erst mit der Veröffentlichung am Samstag um 13:30 Uhr.
Wie Bild berichtet, entscheidet sich die Frage zwischen Ebnoutalib (23) und Uzun (20). Burkardt (26) spielt, wenn er fit ist, Doan (28) gilt als nahezu unverzichtbar, sofern er sich gut von der Japan-Reise erholt hat. Vielleicht treffe es ja keinen von beiden, sagte Hütter. Komme hinten einer mehr rein, müsse vorne aber einer raus.
SGE News: Dreierkette um Kapitän Koch steht wohl
Demnach ist die Abwehrreihe bereits gesetzt. Kapitän Robin Koch (30) soll zentral verteidigen, links Lilian Brassier (26), dazu Nnamdi Collins (22). In dieser Formation wirkte die Eintracht beim 3:1 in Mainz am stabilsten, dem bislang einzigen Liga-Sieg. Endgültig festlegen will sich Hütter nach dem Abschlusstraining am Freitag.
Gesetzt ist laut des Blattes auch Raphael Onyedika (25) im defensiven Mittelfeld. Noel Aseko (20) würde zu Leipzigs Intensität passen, die Gastgeber kommen ligaweit auf die meisten Sprints (764). Nach 90 Minuten für die U21 am Dienstag und fehlender Fitness nach einer Knieverletzung könnte aber Weltmeister Mario Götze (34) den Vorzug erhalten, dem Hütter voll vertraut.
SGE-Trainer Hütter: Bekenntnis zur Viererkette?
Öffentlich klingt der Coach allerdings anders. „Ich werde die Viererkette nicht an die Wand schmeißen, im Gegenteil: Bei einer Dreierkette würde es jemand im Sturm treffen“, sagte er laut stern. Zwischen dieser Aussage und der berichteten Dreierkette bleibt damit ein Widerspruch, den erst die Aufstellung auflösen wird.
Treffen könnte es etwa Burkardt mit sechs oder Ebnoutalib mit fünf Pflichtspieltoren. Beide standen im erweiterten Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp, blieben dort aber ohne Torbeteiligung. Hütter nennt sie ein gutes Paar – das erste Frankfurter Sturmduo in der Nationalelf seit Grabowski und Hölzenbein. Zudem „habe ich mit Doan und Uzun auch zwei Nationalspieler dahinter“, fügte er an.
Ansgar Knauff: Konkurrenzkampf mit Baum auf rechts
Auch auf der rechten Schiene ist die Entscheidung offen. Elias Baum (20) glänzte dort in Mainz und überzeugt mit Fleiß, Ansgar Knauff (24) ist nach einer Oberschenkelverletzung zurück und stach beim 4:0 im Test gegen Braunschweig heraus. Weil er im Training stark gewesen sein soll, während Baum bei der U21 weilte, dürfte Knauff die Nase vorn haben.
„Es freut mich, dass Ansgar den Konkurrenzkampf wieder anheizt. Er hat in meinen Augen gegen Braunschweig ein sehr ordentliches Spiel gemacht. Er ist erst wieder fit. Aber Elias will sich natürlich diesen Platz nicht nehmen lassen. Auch das ist wichtig“, sagte Hütter. Für die Flügelposition hat der Trainer damit zwei Alternativen in Form.
RB Leipzig: Demichelis unter Druck, Toppmöller im Gespräch
Beim Gegner herrscht derweil Unruhe. Sechs Punkte aus vier Spielen und ein schwacher Champions-League-Auftritt haben Trainer Martin Demichelis unter Druck gesetzt. Als mögliche Nachfolger werden offenbar Julian Nagelsmann und ausgerechnet Dino Toppmöller gehandelt. Zu Hause ist RB allerdings seit Ende Januar ungeschlagen.
Das langsame Ende von Toppmöller als Eintracht-Coach begann mit einem 0:6 in Leipzig am 6. Dezember 2025, damals noch mit Spielern wie Michy Batshuayi, Jessic Ngankam und Mo Dahoud. Von zehn Bundesliga-Spielen dort gewann Frankfurt nur eines. Hütter bleibt trotzdem zuversichtlich: „Wir haben Qualität und glauben an unsere Stärken.“
Bundesliga: Frankfurt will 90 Minuten hellwach bleiben
Hoffnung macht die Auswärtsbilanz. Auf ein 3:3 bei Union Berlin zum Auftakt folgte das 3:1 in Mainz, wo die Eintracht über 90 Minuten mit Qualität und Kampfgeist überzeugte. Genau daran will Hütter anknüpfen und sich nicht am Gegner orientieren. „Ich möchte, dass wir bei uns bleiben“, betonte er.
Großes Thema bleibt die zweite Halbzeit. Viermal führte Frankfurt zur Pause, gewann aber nur einmal – laut Hütter eine Frage des Fokus, nicht der Fitness. „Wir müssen mutig sein, gut verteidigen, viel laufen und immer hellwach sein – speziell, was die zweite Halbzeit betrifft“, forderte er. Am Samstag in Leipzig wird sich zeigen, ob die Botschaft angekommen ist.
