Fußball heute: Nach der Länderspielpause empfängt der 1. FC Köln am Sonntag (15:30 Uhr) Borussia Mönchengladbach zum Derby. Torhüter Marvin Schwäbe (31) könnte sich keinen besseren Wiedereinstieg wünschen. „Genau das richtige Spiel, genau, dass es auch zu Hause ist“, sagte er im Interview mit Sky. Bei einer anderen Frage hielt er sich dagegen bedeckt.
1. FC Köln: Schwäbes Zukunft ist „komplett offen“
Ob er seinen Vertrag verlängert oder den Verein verlässt, lässt der Schlussmann bewusst im Unklaren. „Das ist komplett offen“, stellte er klar. Mehr Details gab er nicht preis. Für den FC bleibt damit ausgerechnet auf der Torhüterposition eine wichtige Personalie ungeklärt, während auf dem Rasen die heiße Phase vor dem Derby beginnt.
Auch ein Wechsel in die USA ist für den 31-Jährigen bislang kein ernsthaftes Thema. „Träume gibt es viele, aber die Frage ist, was ergibt Sinn?“, sagte Schwäbe. Statt Fernweh zählt für ihn also die sportliche Vernunft. Eine Tür schließt er mit dieser Antwort allerdings ebenso wenig wie beim Thema Vertrag in Köln.
BMG-Trainerwechsel: Schwäbe bleibt vor dem Derby gelassen
Den Trainerwechsel beim Gegner nimmt der Keeper ebenso entspannt. Sorgen bereitet ihm die neue Situation in Mönchengladbach nicht. Einen Matchplan zu erarbeiten, sei Aufgabe des Kölner Trainerstabs – auf Basis dessen, was der neue Coach bisher gemacht habe und wer voraussichtlich auflaufe. Die Mannschaft kann sich damit ganz auf die eigene Leistung konzentrieren.
Vertrauen hat Schwäbe dabei vor allem in Rene Wagner. Er übernahm in der vergangenen Saison das Amt und sicherte den Klassenerhalt. Schwäbe beschreibt ihn als nahbar, er spreche mit den Spielern auf Augenhöhe. Seine langen Jahre als Assistent zeigten sich im Know-how und in durchweg guten taktischen Konzepten, auf die der FC nun auch gegen Gladbach baut.
Thijs Dallinga: Kreuzbandriss zwingt Köln zum Umbau
Personell steht der Klub allerdings vor Veränderungen. Thijs Dallinga fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus, Ragnar Ache fehlt ebenfalls, soll aber relativ bald zurückkehren. „Wir werden schon Qualität haben, aber wir werden wahrscheinlich schon ein bisschen umbauen müssen“, sagte Schwäbe. In der Offensive klafft damit vorerst eine spürbare Lücke.
Das Schicksal von Dallinga bewegt ihn menschlich besonders. Der Stürmer zog erst vor wenigen Monaten mit seiner Frau und zwei sehr kleinen Kindern in ein neues Land. Sportlich bleibt Schwäbe dennoch optimistisch, der Kader habe genug Angriffsqualität, auch wenn sich die Spielweise womöglich ändern müsse. Der Ausfall trifft die Kölner damit doppelt.
Köln-Defensive: Interne Aufarbeitung soll sich auszahlen
Durchwachsen, aber keineswegs schlecht – so bewertet der Torhüter den bisherigen Saisonstart. Individuelle Fehler hätten Punkte gekostet, vor allem gegen Bremen und in der ersten Halbzeit in Hamburg. „Deswegen tut es weh, aber vier Punkte ist jetzt auch keine schlechte Ausbeute“, sagte er. Mit etwas mehr Konsequenz wäre also deutlich mehr drin gewesen.
An genau diesem Punkt setzte das Team in den vergangenen ein, zwei Wochen intern an. „Wir wissen schon, worum es geht und das werden wir hoffentlich am Sonntag besser machen“, betonte Schwäbe. Anders als in der Vorsaison, als Verletzungen und Sperren vor dem Winter fast wöchentlich Umstellungen erzwangen, blieb die Abwehrreihe bislang relativ konstant.
Marvin Schwäbe: Selbstkritik und Lob für Jonas Urbig
Auch die eigene Leistung nimmt der 31-Jährige nicht aus. Er verweist zwar auf einige starke Auftritte, räumt aber ein, dass er ein, zwei Situationen besser hätte lösen können. Gerade weil Fehler zuletzt teuer waren, wiegt diese Selbstkritik schwer. Als Rückhalt einer eingespielten Defensive ist er im Derby besonders gefordert.
Über den eigenen Kasten hinaus blickt Schwäbe auf Jonas Urbig, seinen früheren Kölner Konkurrenten. Die jüngsten Länderspiele habe er nicht verfolgt, doch Urbig profitiere beim FC Bayern vom Torwarttraining auf Topniveau und vom Lernen an der Seite von Manuel Neuer. „Ich habe es immer betont, er ist potenziell ein sehr, sehr guter Torhüter, der sich super entwickeln kann“, so der Keeper.
Bundesliga: Schwäbe über die Stimmungsschwankungen in Köln
Abseits des Rasens kennt Schwäbe die Ausschläge am Standort genau. Der sei einfach super, es mache sehr viel Spaß. Verliere man zwei Spiele, spiele man gegen den Abstieg, gewinne man zwei, spiele man oben mit, sagte er ohne Umschweife. Mit vier Punkten aus dem Saisonstart liegt Köln aktuell irgendwo zwischen diesen beiden Polen.
Vom Trubel vor dem Derby bekommt er selbst wenig mit, da er außerhalb der Stadt wohnt. Die Teamkollegen, die in Köln leben, dürften nach seiner Erwartung eher Zuspruch als Druck erfahren. Am Sonntag gegen Gladbach kann die Mannschaft diesen Rückenwind nutzen – und die Stimmung mit einem Heimsieg in die richtige Richtung lenken.
