Fußball heute: Beim ersten Team-Meeting unter Alexander Blessin gab es klare Worte – von beiden Seiten. Sportchef Rouven Schröder übernahm öffentlich Verantwortung für die Krise und sendete ein starkes Signal an die Mannschaft: „Der Klub steht hinter jedem Einzelnen von euch. Für Kritik halte ich gerne meinen Rücken hin, damit ihr befreit atmen könnt.“ Blessin setzte den Rahmen: keine Opferrolle, nur gemeinsam, wie *Bild* berichtet.
Borussia Mönchengladbach: Blessin-Verpflichtung mit Geheimtreffen – Klausel statt Ablöse
Der Weg zur Blessin-Verpflichtung verlief diskret. Schröder und Blessin kennen sich seit 2020 – nach dem Polanski-Aus gab es ein stundenlages Geheimtreffen in Düsseldorf. Eine Ablösezahlung an den FC St. Pauli war dabei nie Thema: Blessin aktivierte selbst eine Klausel in seinem bis 2027 laufenden Vertrag. In Gladbach unterschrieb er bis 2028 mit leistungsbezogenen Prämien – ein Deal, der beide Seiten an gemeinsamen Erfolg bindet.
Bei ihrer gemeinsamen Analyse haben Schröder und Blessin vor allem ein mentales Problem identifiziert: Es fehle an Resilienz und Biss. Beide führen Einzelgespräche, um die Mannschaft widerstandsfähiger und ekiger zu machen. Verletzungsrückkehrer wie Kühn, Konoplia und Castrop sollen nach der Länderspielpause für echten Konkurrenzkampf sorgen. Intern verweist man dabei auf die Vorsaison als Mutmacher: Gladbach war rechnerisch bereits zu 60 Prozent abgestiegen – und rettete sich am Ende mit neun Punkten Vorsprung.
BMG: Hack, Neuhaus und Mohya unter besonderer Beobachtung
Drei Spieler stehen unter Blessins Defensiv-Philosophie lat *Bild* besonders im Fokus. Robin Hack muss deutlich mehr defensiv investieren. Florian Neuhaus gewann im Mainz-Spiel nur 22 Prozent seiner Zweikämpfe – der schlechteste Wert aller Feldspieler auf dem Platz. Youngster Wael Mohya gilt offensiv als der Kreativste im Kader, muss in der Abwehrarbeit aber noch erheblich zulegen. Blessins Ansatz macht unmissverständlich klar, dass Offensivqualität ohne Defensivbereitschaft beim neuen Trainer keine Startelf-Garantie ist.
Schröder selbst steht dabei trotz des Fehlstarts nicht allein da. Die Geschäftsführung trägt den Kurs mit: Transfer-Plus von über 16 Millionen Euro, rund zehn Millionen Euro gespart bei den Gehaltskosten, 52 Personalbewegungen im Sommer – die sportliche Bilanz des Sportchefs ist solide, auch wenn der Tabellenstand das derzeit überlagert. Für Borussia Mönchengladbach beginnt nun die eigentliche Arbeit – unter einem neuen Trainer, mit einem Sportchef, der öffentlich seinen Rücken hinhält.
