Fußball heute: Werder Bremen steht vor einem lukrativen Verkauf: Abwehrtalent Karim Coulibaly wechselt aller Voraussicht nach zu Racing Straßburg in die Ligue 1. Rund 20 Millionen Euro spülen die Grün-Weißen damit in die Kasse – doch Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz dämpft umgehend die Erwartungen an große Neuzugänge.
Der Verkauf: Millionen für ein 19-jähriges Talent
Wie transfermarkt berichtet, haben die Bremer ein drittes Angebot aus Straßburg angenommen, nachdem zwei vorherige Offerten abgelehnt worden waren. Der kicker beziffert die fixe Ablöse auf 20 Millionen Euro, Bonuszahlungen sind demnach nicht vorgesehen. Immerhin sicherte sich der SVW eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent. Damit läge der Erlös zwar deutlich unter dem Marktwert des 19-Jährigen – dennoch wäre es nach Diego, der 2009 für 27 Millionen Euro zu Juventus Turin ging, der zweitteuerste Verkauf der Vereinsgeschichte.
Coulibaly, der in der vergangenen Saison den Durchbruch in der Bundesliga geschafft hatte, galt den gesamten Sommer über als Abgangskandidat. Am Ende war Straßburg der einzige Klub, der ein konkretes Angebot vorlegte.
Werder Bremen: Fritz bremst die Erwartungen
Auch wenn über dem Weserstadion damit ein warmer Geldregen aufzieht, warnt Fritz vor überzogenen Hoffnungen. „Wir müssen die Wirtschaftlichkeit von Werder im Blick haben, daher müssen wir kreative Lösungen finden und können nicht auf große Shoppingtour gehen“, erklärte der Sportchef dem kicker zufolge. Die Transfereinnahmen seien schlicht Teil des Geschäftsmodells: „Wie nahezu alle Klubs unserer Größenordnung leben wir von diesen Transfereinnahmen. Daher werden wir weiter den Weg gehen, junge Spieler zu entwickeln und Werte zu schaffen.“
Der Grund für die Zurückhaltung liegt in der finanziellen Gesamtlage. Bei den bereits verpflichteten Neuzugängen trat der Klub mit mehr als zehn Millionen Euro in Vorleistung. Zwar kamen zahlreiche Spieler ablösefrei, doch auch dabei fielen Handgelder und Beraterkosten an. Hinzu kommen die Ausgaben für Infrastrukturprojekte sowie die anhaltenden Belastungen durch das Weserstadion und laufende Anleihen. Zum Reinvestieren bleibt deshalb kaum Spielraum.
Wo es im Kader noch hakt
Ganz fertig ist der Bremer Kader unterdessen nicht. Die Planstelle im Sturmzentrum konnte immerhin mit der Leih-Rückkehr von Niclas Füllkrug vorübergehend geschlossen werden. Gesucht wird laut kicker jedoch weiterhin ein Rechtsverteidiger – eine Rückholaktion von Yukinari Sugawara, in der Vorsaison bereits an die Weser ausgeliehen, scheitert derzeit an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Auch im zentralen offensiven Mittelfeld besteht nach dem Verkauf von Romano Schmid zum italienischen Klub Frosinone Handlungsbedarf. Als Kandidat gilt hier Cameron Puertas, der ebenfalls schon auf Leihbasis in Bremen spielte. Ob am Ende noch etwas geht, hängt jedoch von genau jenen kreativen Lösungen ab, die Fritz eingefordert hat – ein simples Ausgeben der Coulibaly-Millionen wird es nicht geben.
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