Fußball heute: Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche hat sich in mehreren Medienrunden ausführlich geäußert – und dabei gleich mehrere Themen angeschnitten. Der 45-Jährige übt deutliche Kritik an der Entwicklung der Bundesliga, ordnet den Rekordverkauf von Nathaniel Brown ein und gibt Einblick in die laufenden Transferplanungen.
Eintracht Frankfurt: Krösche kritisiert die Bundesliga
Nach dem enttäuschenden WM-Aus der Nationalmannschaft meldet sich mit Krösche einer der profiliertesten Liga-Manager zu Wort. Gegenüber der Bild beklagt er einen Attraktivitätsverlust im deutschen Oberhaus: „Es wird sehr viel Mann gegen Mann gespielt, es wird sehr viel im tiefen Block verteidigt und dann auf Umschalten gesetzt.“ Dadurch, so der Sportvorstand, leide die Attraktivität der Spiele.
Wie sehr sich das Kräfteverhältnis gedreht hat, verdeutlicht er am eigenen Team: Habe die Eintracht vor fünf Jahren nur in rund einem Drittel der Spiele die Spielkontrolle gehabt, sei es inzwischen in gut zwei Dritteln der Fall. Für spielstärkere Teams werde es damit immer schwerer, tief stehende Gegner zu knacken. Ausgerechnet in diese Debatte fällt der Neustart unter Bundestrainer Jürgen Klopp, dessen Einfluss auf die Liga Krösche allerdings skeptisch bewertet – schließlich wolle ohnehin jeder deutsche Spieler in die Nationalmannschaft.
Hoffnungsträger Hütter – und ein Rekordverkauf
Bei der eigenen Mannschaft setzt Krösche auf Rückkehrer Adi Hütter, dem er klare Abläufe und Durchschlagskraft gegen defensiv eingestellte Gegner zutraut: „Du brauchst klare Prinzipien und Automatismen, und das ist sicherlich das, was Adi mitbringt.“ Erfahrung damit habe der Österreicher auch aus seiner Zeit in Monaco gesammelt.
Wirtschaftlich sieht sich die Eintracht ohnehin gut aufgestellt. Den Verkauf von Nathaniel Brown zum FC Bayern – kolportierte 50 Millionen Euro Ablöse plus mögliche Boni – wertet Krösche im kicker als Ritterschlag: „Ich glaube, das ist in der Geschichte der teuerste Transfer innerhalb der Bundesliga.“ Dass der Nationalspieler dem deutschen Fußball erhalten bleibe, sei „eine schöne Geschichte“ – anders als bei Woltemade, Wirtz, Ekitiké oder Marmoush, die allesamt ins Ausland gingen. Insgesamt habe die SGE bereits über 80 Millionen Euro eingenommen.
Die offenen Personalien der Eintracht
Beim Transfergeschehen mahnt Krösche zur Geduld – erst mit dem Einstieg der englischen Klubs komme wieder Geld in den Markt. Beim Wunschspieler Raphael Onyedika vom FC Brügge gebe es „noch keinen Durchbruch“: „Wir können noch keinen Vollzug melden.“ Verhandelt werde mit mehreren Parteien, eine Einigung sei die Voraussetzung.
Klar positionierte sich der Sportvorstand bei den Gerüchten um Can Uzun: Ein Abgang der Nummer zehn sei „aktuell noch gar kein Thema“, trotz wiederkehrender Spekulationen aus der Türkei. Im Torwart-Zweikampf zwischen Kauã Santos und Michael Zetterer bleibe der Status quo bestehen; sein Vertrauen in Santos sei unverändert groß.
Bei Arnaud Kalimuendo verwies Krösche darauf, dass dieser Spieler von Nottingham Forest sei und man mit niemandem im Austausch stehe. Offener sind die Situationen von Elye Wahi sowie von Niels Nkounkou und Junior Dina Ebimbe: Hier gebe es Interesse anderer Klubs, die Entscheidungen sollen aber erst nach Hütters Eindruck fallen.
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