Fußball heute: Ausgerechnet gegen den makellosen Tabellenführer muss Holstein Kiel die Wende schaffen. Am Freitagabend (18:30 Uhr) empfängt das sieglose Schlusslicht der 2. Bundesliga Hertha BSC – und Trainer Tim Walter steht vor dem Duell unter gewaltigem Druck. Das berichten ndr.de und holstein-kiel.de.
Holstein Kiel: Walter vor dem Hertha-Spiel unter Druck
Ein Endspiel für sich selbst sieht der Coach in der Partie nicht. „Es geht nicht um meine Person. Es geht rein um den Verein“, sagte Walter laut ndr.de. Vom Gegner lässt er sich nicht einschüchtern: „Die sind zwar ungeschlagen, aber nicht unschlagbar. Es ist elf gegen elf.“ Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.
Mit vier Punkten aus vier Remis und einem Torverhältnis von 7:11 ist Kiel Letzter, saisonübergreifend wartet die Mannschaft seit neun Spielen auf einen Sieg. „Da brauchen wir gar nicht drüber zu diskutieren, dass das deutlich zu wenig ist und unseren Ansprüchen nicht gerecht wird“, sagte Sportdirektor Olaf Rebbe dem Sender.
Olaf Rebbe: „Es ist eine Krise, zumindest eine Ergebniskrise“
Rebbe und Walter analysierten die Lage nach dem 0:1 bei Eintracht Braunschweig gemeinsam. Der Sportdirektor forderte „eine deutliche Reaktion“, wollte das Gespräch aber weder als „Krisensitzung“ noch als Ultimatum verstanden wissen. Dennoch räumte er ein: „Es ist eine Krise, zumindest eine Ergebniskrise, aber auch eine sportliche Situation, die wir uns so nicht gewünscht haben.“
Seine Ankündigung nach der Pleite war deutlich: Walter will nun „den Schalter umlegen“. Gegen Hertha muss seine Mannschaft beweisen, dass ihr das gelingt. Intensiv gearbeitet hatte sie bereits in der Länderspielpause, ein Testspiel gegen den dänischen Erstligisten Viborg FF gewann Kiel mit 3:1 – die Rückkehr in den Ligaalltag misslang jedoch.
Kiel-Analyse: Chancen da, Tore fehlen
Bemerkenswert ist der letzte Tabellenplatz auch aus Sicht der Datenexperten des Global Soccer Network. Nach ihren Chancenwerten hätte Kiel im Schnitt 1,83 Tore pro Spiel erzielen müssen, tatsächlich ist es nur eines. Die 1,5 Gegentore pro Partie entsprechen dagegen fast exakt dem erwarteten Wert. Das Problem liegt also klar in der Offensive.
Laut der Analyse entwickelt das Team durchaus offensive Aktionen, schließt sie aber zu selten erfolgreich ab. Es presst intensiv, erobert den Ball jedoch nicht oft genug direkt zurück und hat erhebliche Probleme bei zweiten Bällen. Rebbe sieht es ähnlich: „Wir sind nicht einverstanden mit der Konsequenz, die wir auf dem Platz in verschiedenen Phasen des Spiels zeigen.“
Jonas Meffert: Kapitän verteidigt die Spielidee
Die Spielidee selbst halten die Analysten nicht für unbrauchbar. Die größte Baustelle sei das zentrale Mittelfeld: „Der alleinige Sechser benötigt mehr zuverlässige Unterstützung durch seine Mitspieler.“ Kapitän Jonas Meffert (32) zeigte auf der Klub-Website Verständnis für den Frust der Fans: „wir sind genauso unzufrieden mit der Situation.“
Zugleich verwies der Kapitän darauf, dass Kiel zu Hause noch ungeschlagen ist und gegen jeden Gegner mithalten kann – wie beim 2:2 gegen den Tabellenzweiten Nürnberg. „Wir stehen alle hinter unserer Spielanlage“, betonte Meffert. Gelinge es, unnötige Gegentore zu vermeiden und offensiv präziser zu werden, habe auch der nächste Aufstiegsaspirant kein leichtes Spiel.
Hertha BSC: Tabellenführer mit Rekordchance in Kiel
Dieser Aspirant reist mit beeindruckenden Zahlen an. Hertha gewann alle sieben Ligaspiele und kann mit einem achten Sieg den Startrekord von Hannover 96 aus der Saison 1986/87 einstellen. Unter Trainer Stefan Leitl hat der Tabellenführer die zweitmeisten Tore erzielt (19) und die drittwenigsten kassiert (acht), Kapitän Josip Brekalo führt mit vier Toren und fünf Vorlagen die Scorerliste an.
Mut macht den Kielern der jüngste direkte Vergleich: Am 25. April gewann Holstein dank eines Treffers von Jonas Therkelsen mit 1:0 im Berliner Olympiastadion. Das Holstein-Stadion ist ausverkauft, verzichten muss Walter allerdings auf Steven Skrzybski, hinter Kasper Davidsen steht ein Fragezeichen. Unter Flutlicht soll der erste Saisonsieg her – ausgerechnet gegen den Primus.
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2. Bundesliga: Tipps & Quoten
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23.10.2026, 18:30 Uhr - Merck-Stadion am BöllenfalltorVfL Bochum - VfL Wolfsburg
23.10.2026, 18:30 Uhr - Vonovia Ruhrstadion1. FC Heidenheim - Energie Cottbus
24.10.2026, 13:00 Uhr - Walter-Birkhold-Jugendstadion1. FC Magdeburg - Karlsruher SC
24.10.2026, 13:00 Uhr - MDCC-ArenaHertha BSC - Arminia Bielefeld
24.10.2026, 13:00 Uhr - Olympiastadion Berlin1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern
24.10.2026, 20:30 Uhr - Max-Morlock-StadionEintracht Braunschweig - Hannover 96
25.10.2026, 13:30 Uhr - Eintracht-StadionHolstein Kiel - Dynamo Dresden
25.10.2026, 13:30 Uhr - Holstein-StadionVfL Osnabrück - Greuther Fürth
25.10.2026, 13:30 Uhr - Bremer Brücke

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