Fußball heute: Gerade einmal neun Spieltage ist die Saison alt – und schon denkt Real Madrid über einen Plan B für José Mourinho (63) nach. Didier Deschamps (58) soll als Alternative bereitstehen. Das berichten sportbild.bild.de, kicker.ch, fussballeuropa.com und neunzigplus.de unter Berufung auf spanische Medien.
Real Madrid: Deschamps als Plan B für Mourinho
Wie fussballeuropa.com unter Berufung auf die spanische Zeitung Sport schreibt, handelt es sich um eine Absicherung, nicht um eine Entscheidung. Akut ist der Job des 63-Jährigen demnach nicht in Gefahr, konkrete Gespräche mit Deschamps gab es noch nicht. Präsident Florentino Pérez hält den Ex-Nationaltrainer aber in der Hinterhand, falls die Saisonziele verfehlt werden.
Befeuert wird die Debatte von Sergio Valentín. Der Journalist von Radio Marca sagte laut kicker.ch: „Florentino Pérez hat seinem engsten Umfeld mitgeteilt, dass er bereits einen Nachfolger für José Mourinho parat hat, sollte sich die Lage nicht bessern. Dabei handelt es sich um Didier Deschamps.“ Für Mourinho ist das ein deutliches Signal, auch wenn er vorerst im Amt bleibt.
Florentino Pérez: Unmut in der Chefetage
Erstmals öffentlich gemacht hatte die wachsende Unzufriedenheit Jorge C. Picón, der vor allem für AS schreibt. „Die Zweifel kommen aus den obersten Etagen des Klubs“, erklärte er. In der Kabine habe Mourinho dagegen weiter Rückhalt. Kritisch gesehen würden in der Führung etwa die seltenen Startelf-Einsätze von Diomande und das Timing bei den Einwechslungen von Arda Güler.
Einig sind sich die Berichte dabei nicht. Laut neunzigplus.de schrieb Journalist Juan Jesús auf X, Pérez habe intern die Bedeutung des Clásico betont – eine demütigende Niederlage könne das Fass zum Überlaufen bringen. Mehrere Spieler hätten demnach nichts gegen einen Trainerwechsel. Das Bild vom intakten Verhältnis zur Mannschaft bekommt damit Risse.
LaLiga: Real Madrid schon sechs Punkte hinter Barcelona
In der LaLiga steht Real mit 21 Punkten nur auf Rang drei, einen Zähler hinter Atlético Madrid. Zwei Niederlagen setzte es in den ersten neun Partien, darunter das Derby gegen Atlético. Das eigentliche Problem heißt aber FC Barcelona: Das Team von Hansi Flick gewann alle neun Ligaspiele und liegt bereits sechs Punkte vorn.
Auch in der Königsklasse lief nicht alles rund. Die Siege gegen Mourinhos Ex-Klubs Inter Mailand (2:1) und AS Rom (4:3) sowie das 4:1 gegen den FC Sevilla am Sonntag konnten die Fragen nicht verstummen lassen. Es ist der schwächste Saisonstart seit sechs Jahren – und nach zwei Spielzeiten ohne Meistertitel oder Champions-League-Triumph wiegt das doppelt.
Didier Deschamps: Ex-Frankreich-Coach seit dem Sommer frei
Deschamps ist seit dem Sommer ohne Job. Nach dem vierten Platz bei der WM 2026, als Frankreich im Halbfinale am späteren Weltmeister Spanien scheiterte, endete seine Ära als Nationaltrainer, Zinédine Zidane (54) übernahm. Wie sportbild.bild.de unter Berufung auf L’Équipe berichtet, stand er schon im April auf der Liste – Real wollte damals aber keinen WM-Teilnehmer.
Für den Weltmeister von 2018 spricht unter anderem sein Draht zu Kylian Mbappé (27), den er zu Frankreichs Kapitän machte. Ein Haken: Seit 14 Jahren hat er keinen Klub mehr trainiert, zuletzt Olympique Marseille bis 2012. Mit AS Monaco erreichte er 2004 das Champions-League-Finale – und verlor ausgerechnet gegen den FC Porto von José Mourinho.
José Mourinho: Leipzig und der Clásico als Gradmesser
Erst im Sommer war der Trainer von Benfica Lissabon zurückgekehrt, sein Vertrag läuft bis 2029. Eine Trennung nach wenigen Monaten wäre teuer und ein Eingeständnis des Scheiterns, doch davor schreckte Pérez selten zurück. Xabi Alonso musste im vergangenen Januar gehen, Álvaro Arbeloa im Sommer – und Mourinho selbst 2013 trotz laufenden Vertrags.
Die erbetene Zeit bekommt der Coach vorerst. Am Mittwoch (21 Uhr) empfängt Real in der Champions League RB Leipzig, vier Tage später folgt der Clásico in Barcelona – ohne den für vier Ligaspiele gesperrten Vinícius Júnior. Verliert Real im Camp Nou, wächst der Rückstand auf neun Punkte und die Gedankenspiele um Deschamps dürften lauter werden.
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