Fußball heute: Der Hamburger SV muss am Samstag (15:30 Uhr, Sky) bei der TSG Hoffenheim aller Voraussicht nach ohne Zakaria El Ouahdi (24) auskommen. Der Marokkaner verpasste auch das Abschlusstraining am Freitag, wie MOPO und Bild berichten. Für ihn rückt ein Routinier in die Startelf, auf den in Sinsheim ein schwieriges Duell wartet.
Hamburger SV: El Ouahdi fehlt auch im Abschlusstraining
Seit seiner Rückkehr von der Länderspielreise am Dienstag plagt sich der Rechtsverteidiger mit einer hartnäckigen Erkältung. Bereits am Mittwoch und Donnerstag fehlte er im Mannschaftstraining. Für Marokko hatte er zuvor in Lesotho (2:0) und gegen Mali (1:1) gespielt. Mit dem verpassten Abschlusstraining vor der Abreise ist ein Einsatz nun so gut wie ausgeschlossen.
Der Ausfall schmerzt, denn der für acht Millionen Euro aus Genk geholte Neuzugang hatte sich zuletzt gesteigert. Nach schwierigem Start zeigte der sechsmalige Nationalspieler beim 2:1 gegen Köln eine starke Leistung, schaltete sich offensiv ein und stand hinten sicher. Laut MOPO brachte er dabei auch Kölns Jungstar Saïd El Mala zur Verzweiflung.
HSV News: Bakery Jatta vor seltenem Startelf-Einsatz
Ersetzen soll ihn Bakery Jatta (28), der dienstälteste Spieler im Kader, seit 2016 im Verein. Für ihn wäre es erst der zweite Startelf-Einsatz der Saison. Beim Auftakt in Dortmund (0:2) Ende August stand er noch in der ersten Elf, verlor seinen Platz danach aber an El Ouahdi. Seither kam er nur zu zwei Kurzeinsätzen.
Eine Minute beim 0:5 in Leipzig und 13 Minuten gegen Köln – viel mehr Spielpraxis sammelte der Flügelspieler zuletzt nicht. Zudem fehlen Trainer Merlin Polzin (35) mit Albert Grønbæk (25) und Patson Daka (27) zwei weitere Profis, die sich bei ihren Nationalteams Muskelfaserrisse zuzogen. Jatta muss also ohne Anlaufzeit funktionieren.
TSG Hoffenheim: Sprintkönig Daghim als Gegenspieler
Wie Bild analysiert, könnte auf Jatta ein unangenehmes Duell mit Adam Daghim (21) zukommen. Der Hoffenheimer greift überwiegend über links an, mitunter aber auch rechts. Mit 127 Sprints führt er die Liga in dieser Kategorie an, mit zwei Toren und zwei Vorlagen ist er zudem bester Scorer der TSG. Gerade im Tempo droht dem HSV-Routinier damit Gefahr.
Daghim erreichte in dieser Saison bereits 35,9 km/h, Jatta kommt auf 33,7 km/h. Schneller als der Däne waren bislang nur Sheraldo Becker aus Mainz (36,6 km/h) und Dortmunds Joane Gadou (36,0 km/h). Im Sommer holte Hoffenheim ihn für 13 Millionen Euro aus Salzburg, nachdem er die Vorsaison leihweise in Wolfsburg verbracht hatte.
Nicolas Capaldo: Unterstützung für die rechte Seite
Helfen könnte Jatta laut des Blattes Nicolas Capaldo (28). Der Argentinier spielt rechts in der Dreierkette und erreichte bereits 34,4 km/h. Mit 101 Sprints liegt er ligaweit auf Rang drei. Gemeinsam könnte das Duo die Geschwindigkeitsnachteile auf der rechten Abwehrseite zumindest teilweise ausgleichen.
Erfreulicher sieht es in der Offensive aus. Yussuf Poulsen und Terem Moffi, die zuletzt angeschlagen waren, absolvierten das Abschlusstraining vollständig und stehen gegen Hoffenheim zur Verfügung. Nach den Ausfällen in der Defensive gibt das Polzin zumindest im Angriff wieder mehr Optionen an die Hand.
Bundesliga: HSV wartet weiter auf den ersten Auswärtspunkt
Diese Breite braucht der Klub dringend. In der Fremde wartet der HSV in dieser Saison noch auf den ersten Zähler, auch das Auftaktspiel in Dortmund ging verloren. Gegen den Europa-League-Teilnehmer will die Mannschaft deshalb mutig auftreten und sich nicht verstecken. Dass ausgerechnet jetzt die rechte Seite neu besetzt werden muss, macht die Aufgabe nicht leichter.
Umso mehr ruhen die Hoffnungen auf Jatta, der nach Wochen in der Warteschleife seine Chance bekommt. Hält er Daghim in Schach, wäre ein wichtiger Baustein für den ersten Auswärtspunkt gelegt. Am Samstag in Sinsheim zeigt sich, ob das HSV-Urgestein die Lücke schließen kann, die El Ouahdi hinterlässt.
