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Gladbach-Krise: Schröder benennt den Moment des „Downfall“

Gladbach-Fans

Fußball heute: Nach dem ersten Saisonsieg stellt sich Rouven Schröder (51) der Kritik. Im „Doppelpass“ übernahm der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach die volle Verantwortung für den Fehlstart und gewährte tiefe Einblicke in den Sparkurs. Das berichten sport1.de, 90min.de und bmg-news.de – auch Stefan Effenberg meldete sich zu Wort.

Borussia Mönchengladbach: Schröder übernimmt die Verantwortung

„Das Thema der Krise nehme ich komplett auf meine Kapuze, weil du in der Verantwortung stehst. Mit der Unterschrift war mir klar, welcher Weg eingeschlagen wird“, sagte Schröder laut sport1.de. Bereits bei seinem Amtsantritt wusste er also um die finanziellen Herausforderungen, die der Klub zu stemmen hat.

Ein hoher Transferüberschuss sei zwingend nötig gewesen, um wieder investieren zu können. „Die Gehälter haben wir um zehn Millionen Euro heruntergeschraubt. Es ist einiges zusammengekommen: Wir haben eine Achse verloren mit Reitz, Engelhardt, Tabakovic und Elvedi“, erklärte der 51-Jährige. Man habe versucht, diese Spieler zu ersetzen.

BMG-Finanzen: Personalkosten sinken auf gut 80 Millionen

Zu den Abgängen zählten laut bmg-news.de zudem Omlin, Ngoumou, Reyna und Friedrich. Die jährlichen Personalkosten liegen nun bei gut 80 Millionen Euro – ein wichtiger Schritt, um die angespannten Finanzen in den Griff zu bekommen. Trotzdem gibt die Borussia weiterhin deutlich mehr aus als Werder Bremen, Köln, der HSV oder Mainz 05.

Roland Virkus hatte die Kosten zuvor nur in kleinen Schritten gesenkt: von 102,0 Millionen Euro (2023) über 98,5 (2024) auf 94,6 Millionen (2025). Damit hatte Gladbach 2025 die achthöchsten Gehaltsausgaben der Liga, landete zuletzt aber nur zwischen Rang zehn und 14. Im kommenden Sommer laufen die großen Verträge von Joe Scally, Kevin Stöger und Florian Neuhaus aus.

Rouven Schröder: Kritik an der Trainerfrage

Weitere Einsparungen sind demnach möglich, 2027 könnten die Personalkosten sogar unter 80 Millionen fallen – allerdings nur bei einem Klassenerhalt. Ein Abstieg würde deutlich tiefere Einschnitte erzwingen. Genau deshalb steht die sportliche Krise derzeit so stark im Fokus, zumal Schröder unter anderem für die frühe Trainerentlassung scharf kritisiert wurde.

Seine Entscheidung, mit Eugen Polanski in die Saison zu gehen, verteidigte er. „Eugen hatte die Aufgabe, Gladbach in der Liga zu halten, und hat das geschafft. Er hatte keine Vorbereitung“, betonte Schröder. Er sei jemand, der Menschen gern den Rücken stärke und nicht sofort den Trainer entlasse, „nur weil jemand danach schreit“.

Gladbach-Trainerwechsel: Von Polanski zu Blessin

Als Wendepunkt macht Schröder die 3:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger SV Elversberg aus. „Danach war eine negative Energie im Stadion und danach gab es den Downfall. Wenn du jeden Tag durch die Geschäftsstelle gehst und fünfmal in Folge verloren hast, wirst du nicht mehr allzu euphorisch begrüßt“, sagte er. Nach dem 5:0 des SC Freiburg gegen die Borussia musste Polanski gehen.

Voll und ganz steht Schröder hinter Nachfolger Alexander Blessin (53). Der neue Coach bringe Energie mit und fordere die Basics ein, „das tut der Mannschaft gut. Er geht als Leader voran und ist ein Mann, der im Wind steht“. Die vielen Ausfälle lässt der Sportdirektor dabei ausdrücklich nicht als Ausrede gelten.

Stefan Effenberg: Lob für die zweite Halbzeit in Stuttgart

„Wir haben nie in den Mund genommen, dass wir neun oder zehn Verletzte haben, denn die Mannschaft ist bundesligatauglich und das muss sich beweisen“, stellte Schröder klar. Den 2:3-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart wertete er als wichtige „Reaktion der Mannschaft“. Nach sechs Pleiten in Folge verhinderte Gladbach damit laut 90min.de einen historischen Negativrekord.

Effenberg erkannte bei seinem Ex-Klub ebenfalls einen klaren Fortschritt. „Die zweite Halbzeit in Stuttgart, so musst du die Spiele angehen. Das war die erste Halbzeit, bei der ich gesagt habe, das kann man sich wieder angucken“, sagte der Experte. In den ersten sechs Spielen sei das nicht der Fall gewesen.

DFB-Pokal: Nächster Härtetest gegen den Karlsruher SC

Vom neuen Trainer ist der frühere Gladbacher allerdings noch nicht restlos überzeugt. „Von der Ansprache trifft er die Jungs und der Sieg ist wichtig, damit er glaubwürdig bleibt. Natürlich hat man im Hinterkopf, dass er mit St. Pauli abgestiegen ist“, gab Effenberg zu bedenken. Trotz der ersten Punkte bleibt die Borussia mit drei Zählern Tabellenletzter.

Umso wichtiger sind die kommenden Aufgaben. Am Dienstag wartet im DFB-Pokal der Karlsruher SC, am Samstag gastiert Aufsteiger SC Paderborn im Borussia-Park. Laut Effenberg sind beide Spiele entscheidend, „um in einen Lauf zu kommen“ – und viele Fans hoffen, dass der Sieg in Stuttgart tatsächlich die Wende einleitet.

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