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Borussia Mönchengladbach: Neuhaus nutzt seine neue Chance nicht

Gladbach-Fans

Fußball heute: Fünf Spiele, fünf Niederlagen – auch das Derby beim 1. FC Köln ging für Borussia Mönchengladbach mit 1:2 verloren. Trotzdem gibt sich Sportdirektor Rouven Schröder (50) kämpferisch. „Wir werden wiederkommen. Da bin ich felsenfest von überzeugt“, sagte er laut 90min. Auch Bild und Gladbach Live sehen trotz der Pleite einige Lichtblicke.

Borussia Mönchengladbach: Schröder glaubt an die Wende

„Das ist eine ganz, ganz schwierige Situation und die Challenge im Leben. Wir haben nur ein Leben. Es klingt pathetisch, aber wir müssen da rauskommen“, ergänzte Schröder. Als einziger Bundesligist steht die Borussia noch ohne Punkt und Sieg da. Der Wechsel von Eugen Polanski (40) zu Alexander Blessin (53) brachte bislang keine Wirkung.

Die Saison droht damit noch schwieriger zu werden als die vergangene, in der Gladbach bis kurz vor Schluss gegen den Abstieg kämpfte. Vom neuen Coach ist Schröder dennoch überzeugt. „Alex ist sehr klar und weiß, was besser werden muss. Wir werden hart arbeiten. Sein In-Game-Coaching ist klar. Und was wichtig ist: Er scheut sich nicht vor Entscheidungen.“

Alexander Blessin: Erste Fortschritte trotz Derby-Pleite

Tatsächlich gab es im Rhein-Derby erste Fortschritte. Mit der Dreierkette stand die Abwehr stabiler und ließ nur rund 1,3 Expected Goals zu. Erstmals in dieser Saison schlug die Mannschaft nach dem 0:1 direkt zurück, statt nach dem ersten Rückschlag einzubrechen. Die bis dahin schwächste Defensive der Liga zeigte damit eine klare Reaktion.

Die Einstellung stimmte ebenfalls. Fast 120 Kilometer liefen die Gladbacher, so viel wie noch nie in dieser Bundesliga-Saison und zwei mehr als Köln. Mit 17:9 Fouls ging die Borussia zudem deutlich robuster zu Werke. „Die Jungs haben 90 Minuten lang alles hereingeworfen“, lobte Blessin in der Bild. Nach dem Abpfiff ging er als Erster zu den frustrierten Fans.

Rouven Schröder: „Bis zur Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe“

Auch Schröder sah gute Ansätze. „In der ersten Halbzeit haben wir es ordentlich gemacht. Da waren Dinge dabei, die sich Alexander Blessin vorstellt, zum Beispiel das aggressive Verteidigen nach vorne. Bis zur Halbzeit war es ein Spiel auf Augenhöhe“, sagte er. Die Mannschaft sei sehr gut eingestellt und vorbereitet gewesen.

Ansprechen will er allerdings die Viertelstunde nach der Pause, in der Gladbach stark unter Druck geriet. Die Mechanismen sollen nun Woche für Woche weiter eingeübt werden. Blessin selbst hatte vor dem Derby betont, er habe „bestimmt zehn Themen im Kopf“, wolle sich aber zunächst auf wenige konzentrieren – Stufe für Stufe eine schwierige Treppe hinauf statt mit dem Aufzug.

Gladbach-Probleme: Schwaches Zentrum, kein Matchwinner

Zwei große Baustellen bleiben jedoch, wie Gladbach Live analysiert. Im Mittelfeldzentrum kann Philipp Sander (29) trotz großen Einsatzes keine Kontrolle ins Spiel bringen. Alarmierend war, wie leicht selbst ein spielerisch limitiertes Kölner Team durch die Mitte kam. Als einzige Hoffnung auf mehr Qualität gilt dort derzeit Zento Uno (22).

Hinzu kommt das Fehlen eines Unterschiedsspielers. Köln hat mit dem neuen Nationalspieler Said El Mala (20), der das Derby mit einem Traumtor entschied, einen solchen Akteur. Gladbachs Talente Hugo Bolin (23), Wael Mohya (17) und Fritz Fleck (19) sind auf diesem Niveau noch nicht angekommen. Hoffnungen ruhen auf Nicolas Kühn (26), der bald wieder fit sein soll.

Gladbach-Sturm: Ohne Kleindienst fehlt der Abschluss

Im Sturm hakt es ebenfalls. Weder Isac Lidberg (28) noch Shuto Machino (27) konnten in Köln Akzente setzen. Trotz viel Platz fehlte ein Zielspieler mit dem richtigen Timing für Flanken und Abschlüsse. Eine Rückkehr zu alter Form von Tim Kleindienst (31) wird daher dringend gebraucht.

Ein Rückschlag war auch der Auftritt von Florian Neuhaus (29), dem Blessin eine neue Chance gegeben hatte. Ausgerechnet sein Fehlpass leitete Kölns Siegtor ein. Laut bild.de kam er in 67 Minuten nur auf 29 Ballkontakte und eine Passquote von 75 Prozent. Damit schien er jene Verantwortlichen zu bestätigen, die ihn im Sommer verkaufen wollten.

Borussia Mönchengladbach: Hoffnung vor dem Hoffenheim-Spiel

Mut macht dagegen die Personallage. Im Derby fehlten mit Kleindienst, Ko Itakura (29), Yukhym Konoplia (27), Franck Honorat (30), Jens Castrop (23) und Kühn gleich sechs Stammspieler. Alle stehen vor der Rückkehr, Kleindienst, Konoplia und Honorat könnten bereits am Sonntag in der Startelf stehen.

Dann empfängt Gladbach den Vorletzten aus Hoffenheim. Die TSG verlor am vergangenen Samstag in der Nachspielzeit 2:3 gegen den HSV und kassierte in vier ihrer fünf Spiele jeweils drei Gegentore. Gegen diesen wackligen Gegner bietet sich für Blessin die nächste Chance auf den ersten Punktgewinn der Saison.

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