Fußball heute: Gregor Kobel von Borussia Dortmund startet mit einem Ausrufezeichen in die neue Runde. Der kicker führt den 28-Jährigen in seiner „Rangliste des deutschen Fußballs“ als besten Torhüter der Bundesliga 2025/26. Zum Ligastart steht zugleich sein 200. Erstliga-Einsatz an.
Borussia Dortmund: Kobel vor seinem 200. Bundesliga-Spiel
Beim BVB geht der Schweizer in seine sechste Spielzeit und kommt dort auf 217 Pflichtspiele. Nur Emre Can gehört dem Klub noch länger an. Sein Vertrag ist bis Juni 2028 datiert.
Auf die Plätze verwies er dabei Atubolu (Freiburg), Heuer Fernandes (HSV), Urbig (München), Backhaus (Bremen, jetzt Freiburg) und Nicolas (Gladbach). In vier der vergangenen fünf Saisons erhielt Kobel diese Auszeichnung.
BVB-Keeper Kobel: 15 weiße Westen als Vereinsrekord
Die Zahlen der abgelaufenen Runde untermauern das Urteil. 73 Prozent abgewehrte Bälle bedeuteten den Bestwert aller Keeper mit mindestens zwei Dritteln Einsatzzeit, bei der Fangsicherheit teilte er sich mit 52 Prozent den Liga-Bestwert mit Atubolu.
Hinzu kamen 34 Gegentore in 34 Partien, und das ohne einen groben Patzer. 15 weiße Westen bedeuteten Ligabestmarke und Vereinsrekord zugleich – damit stellte Kobel Weidenfellers Wert aus der Saison 2011/12 ein.
Gregor Kobel über die Auszeichnung: Anerkennung als Nebeneffekt
Ihn selbst berührt das Urteil, ohne dass er es zum Maßstab macht. Anerkennung für harte Arbeit und alles Investierte sei für jeden schön, sagte Kobel im Interview mit den Vereinsmedien des BVB. In erster Linie versuche er, sein Spiel zu spielen und der Mannschaft zu helfen, alles andere komme ein bisschen nebenher.
Trainer Niko Kovac schwärmt ebenfalls gegenüber den Vereinsmedien: „Er hat hier fantastische Arbeit geleistet, schon bevor ich kam. Wir haben einen großartigen Torhüter in unseren Reihen. Er strahlt Ruhe und Gelassenheit aus und hält das, was er halten muss. Und wenn es eine übermenschliche Parade braucht, ist er auch dazu in der Lage“.
Kovac-Lob für den Schlussmann: „Bedeutet mir sehr viel“
Für Kobel wiegt ein solches Urteil schwer: „Es ist sehr schön, so etwas zu hören, vor allem vom eigenen Coach. Er hat auch schon einige Stationen hinter sich und vieles gesehen. Von daher bedeutet mir eine solche Aussage sehr viel“.
Ein Titel fehlt ihm in Schwarz-Gelb bislang trotz Champions-League-Endspiel und Klub-WM. Als ambitionierter Sportler spiele man immer auch für Trophäen, erklärte der Keeper. 2023 in der Meisterschaft und 2024 in der Königsklasse sei man sehr nah dran gewesen. Reicht es diesmal für den ersten Pokal?
Schweiz bei der WM 2026: Viertelfinale nach 72 Jahren
Mit der Schweiz erlebte Kobel bei der WM 2026 den größten Erfolg seiner Länderspielzeit. Nach starken Paraden über 120 Minuten gegen Kolumbien und einem gehaltenen Versuch im Elfmeterschießen zogen die Eidgenossen erstmals seit 1954 wieder in ein Viertelfinale ein.
72 Jahre nach Eugène Parlier stand damit wieder ein Schweizer Schlussmann im Rampenlicht. „Es war sehr speziell, so ein Turnier spielen zu können. Man spürt die Tragweite und die Kraft, die so ein Turnier beinhaltet“, sagte Kobel. Auf die Jungs sei er sehr stolz, sie hätten einen guten Job gemacht.
Grasshopper, Hoffenheim, Stuttgart: Kobels Weg nach Schwarz-Gelb
Sein Weg begann in Zürich, wo er am 6. Dezember 1997 als Sohn eines früheren Eishockeyprofis zur Welt kam und bei Grasshopper ausgebildet wurde. 2014 zog es ihn mit 16 Jahren nach Hoffenheim, wo er unter Julian Nagelsmann erste Profieinsätze sammelte. Als Lehrmeister hatte er dort Oliver Baumann vor sich.
Es folgten eine Leihe nach Augsburg mit 16 von 17 möglichen Rückrundenpartien, ab 2019 der VfB Stuttgart samt Aufstieg und 2021 der Wechsel zum BVB. Mit Dortmund verband ihn schon als Kind etwas, weil dort Landsleute wie Stéphane Chapuisat, Alex Frei oder Philipp Degen spielten. Letzterer ist heute sein Berater.
Kobel und der Auszug mit 16: „Es war super für mich“
Den frühen Auszug aus dem Elternhaus wertet der 1,96 Meter große Keeper rückblickend als prägend: „Im Nachhinein war es ein sehr, sehr großer Schritt, der mir damals gar nicht so derart bewusst war. Heute sage ich: Es war super für mich, allein zu wohnen, für mich verantwortlich zu sein, mein eigenes Geld zu managen“.
Seit fast zwei Jahren hat der Nationaltorhüter kein Spiel verpasst, Zufall ist das nach eigener Einschätzung nicht. Man lerne seinen Körper bei so hoher Belastung sehr gut kennen und wisse, worauf man hören müsse. Einiges habe er dafür angepasst.
Bundesliga-Start: Risiko im Aufbau und Biografien zum Abschalten
Beim Thema Risiko im Spielaufbau plädiert der Schlussmann für Abwägung statt Dogma. Gegner, Formation, Spielphase und die Verfassung der Mitspieler müssten in jede Entscheidung einfließen.
Privat lebt Kobel mit seiner Verlobten und der einjährigen Tochter im Dortmunder Umland und greift zum Abschalten gern zu Biografien. Vom Ehrgeiz befreit ihn das trotzdem nicht: „Ich bin gelassener geworden und kann es mittlerweile ein bisschen entspannter nehmen. Aber auch zuhause spiele ich für den Sieg, das ist ganz klar“.
Headline-Vorschläge:
1. BVB-Keeper Kobel: Diese Bestmarke schafft vor ihm kaum einer
3. BVB: Kovac schwärmt von Kobel – „Wir haben einen großartigen Torhüter“
4. Borussia Dortmund: Dieser BVB-Star ist Deutschlands Nummer eins
5. BVB-Star Kobel spricht über das, was ihm in Dortmund noch fehlt
Teaser:
„`
