Fußball heute: Im Transferpoker um Said El Mala gibt sich Borussia Dortmund nach außen betont zurückhaltend. Geschäftsführer Lars Ricken verweist auf Kölns Vertrag mit dem Angreifer und die eigene wirtschaftliche Linie. Von außen kommt derweil ein klarer Rat: Lothar Matthäus fordert den BVB auf, die Sache endlich durchzuziehen.
Borussia Dortmund: Ricken tritt auf die Bremse
Am Rande des 3:2-Testsieges gegen den FC Arsenal wollte Ricken die Gerüchte nicht weiter befeuern. „Es hat sich immer noch nichts daran geändert, dass Said ein Spieler des 1. FC Köln ist“, sagte der Geschäftsführer bei Sky, wie derwesten berichtet. Aus Respekt spreche man bei Borussia Dortmund grundsätzlich nicht über fremde Spieler – was allerdings seinen Preis habe.
„Das hat leider ab und an zur Folge, dass es angebliche Neuigkeiten gibt und dass wir dann im Büro saßen und gedacht haben: Guck mal, was wir angeblich wieder gemacht haben“, schilderte Ricken die Kehrseite der Zurückhaltung. Medienberichten zufolge verhandeln beide Klubs aber weiter.
Wirtschaftliche Vernunft als Leitlinie
Zur finanziellen Ausrichtung fand Ricken deutliche Worte: „Ich glaube, dass wir wirklich um jeden Euro kämpfen.“ Als Beispiel diente ihm der Wechsel von Konstantinos Karetsas: Erste Gespräche gab es bereits im April, abgeschlossen wurde der Transfer aber erst vor Kurzem. Für den rund 30 Millionen Euro teuren Zugang soll Genk ursprünglich bis zu 40 Millionen gefordert haben.
Auch Trainer Niko Kovac mahnte mit Blick auf die bis Ende August laufende Wechselperiode zur Geduld: „Wir werden keine übereiligen Schlüsse ziehen. Wir werden noch gucken und haben ein paar gute Ideen.“ Gerade für große Klubs sei es derzeit schwierig, Spieler zu angemessenen Konditionen zu verpflichten – weshalb der BVB besonders aufpassen müsse.
Matthäus macht Druck
Ganz anders klingt der Rat von Lothar Matthäus. In seiner Sky-Kolumne sprach sich der Rekordnationalspieler klar für eine Verpflichtung aus. „An Dortmunds Stelle würde ich die Verpflichtung jetzt konsequent vorantreiben und die finanziellen Forderungen der Kölner erfüllen“, schrieb er. El Mala sei „eine hoch eingestufte Aktie, bei der man aber ziemlich sicher weiß, dass sie in Zukunft weiter steigen wird“.
Der Hintergrund: Laut Medienberichten beharrt Köln auf einer Forderung von rund 50 Millionen Euro, dazu wird über Boni und eine Beteiligung an einem späteren Weiterverkauf gerungen. Matthäus verwies darauf, dass der BVB durch die Abgänge von Karim Adeyemi (Barcelona), Julian Brandt (Ajax) und Niklas Süle (Karriereende) Spielraum bei den Personalkosten geschaffen habe. In seiner Premierensaison überzeugte El Mala mit 13 Toren und fünf Vorlagen; den WM-Kader verpasste er nur knapp. Sein im Juli 2025 verlängerter Kölner Vertrag läuft ohne Ausstiegsklausel bis 2030. FC-Sportchef Thomas Kessler betonte zuletzt, es gebe „keinen Grund, den Spieler abzugeben“ – schließe aber Gespräche bei einer passenden Größenordnung nicht aus.
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