Im Zuge der geplanten Regionalliga-Reform hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) entschieden, einen Antrag auf die Einführung des sogenannten „Kompassmodells“ zu stellen. Darauf einigte sich das Präsidium in einer Sitzung in Frankfurt/Main. Auf dem eigens dafür einberufenen Außerordentlichen DFB-Bundestag am 18. Dezember soll das Modell beschlossen werden.
DFB-Präsident Neuendorf: Kompassmodell soll Verlässlichkeit schaffen
Das Kompassmodell habe in einer bundesweiten Vereinsbefragung eine Mehrheit erzielt. „Dem wollen wir mit unserem Antrag Rechnung tragen. Vier Meister, vier direkte Aufsteiger: Dieses klare Prinzip schafft endlich Verlässlichkeit“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Zugleich wolle man die Rahmenbedingungen für die Vereine nachhaltig verbessern und die Talentförderung durch die Leistungsverdichtung stärken.
Regionalliga-Reform: Vier statt fünf Staffeln sollen kommen
Das Modell, welches im Vorfeld auch Kritik erhielt, beinhaltet eine Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln, aus denen alle Meister direkt aufsteigen. Die Regionalliga würde dann noch 80 anstatt derzeit 90 Mannschaften umfassen. Die vier Staffeln mit jeweils 20 Teams sollen in jeder Saison nach geografischen Gesichtspunkten sowie anhand der geringsten Reisestrecken zusammengestellt werden und nicht mehr aufgrund der Zugehörigkeit zu einem Regional- oder Landesverband.
Stimmen alle Delegierten im Dezember diesem Vorschlag zu, wäre die Saison 2028/2029 die erste in der neuen Struktur. Die Spielzeit 2027/2028 würde als Qualifikationssaison dienen. Neben den vier Absteigern aus der 3. Liga würden sich jeweils 14 Teams aus den bisherigen Staffeln Bayern und Nordost, 15 Mannschaften aus dem Norden, 16 aus dem Westen und 17 aus der Südwest-Staffel für die viergleisige Regionalliga qualifizieren.
DFB wäre Träger der Regionalliga von Saison 2028/2029 an
Die Auf- und Abstiegsregelung wäre künftig einheitlich geregelt. Die vier Meister würden dann alle direkt aufsteigen. In jeder Staffel gäbe es vier feste Absteiger. Die Verantwortlichkeit für die vierthöchste Spielklasse soll dann auf den DFB übergehen. Auch dafür wurde ein entsprechender Antrag gestellt.
Neben den bestehenden Zahlungen aus dem Grundlagenvertrag soll bei Zustimmung zum Modell jeder Regionalverband zusätzlich Zuwendungen in Höhe von jeweils mindestens 500.000 Euro jährlich erhalten. Zudem garantiert der DFB Vereinen, die mit ihrer ersten Mannschaft in der Regionalliga spielen, mindestens 40.000 Euro pro Jahr. Darüber hinausgehende Erlöse aus der dann zentralen Vermarktung der 4. Liga würden zu 90 Prozent an die Clubs ausgeschüttet werden, hieß es weiter.
(dpa)
