Hertha BSC vs. Wolfsburg – Stimmen: Der Höhenflug der Berliner geht weiter! Am 11. Spieltag der 2. Bundesliga setzte sich Hertha BSC mit 2:1 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg durch und feierte vor über 70.000 Zuschauern den zehnten Saisonsieg. Oluwaseun Adewumi (44.) und Deyovaisio Zeefuik (45.+2) brachten die Gastgeber nach einer Roten Karte gegen Wolfsburgs Cleiton (22.) in Führung, ehe Kento Shiogai (47.) verkürzte. Für reichlich Diskussionen sorgte eine umstrittene Elfmeterszene in der Nachspielzeit. Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl übte anschließend deutliche Schiedsrichterkritik, während Hertha-Coach Stefan Leitl einräumte, dass seine Mannschaft durchaus Glück gehabt hatte. Auch Josip Brekalo, Deyovaisio Zeefuik, Paul Seguin und Hauke Wahl äußerten sich nach dem Spitzenspiel. Hier findest du die Stimmen zum Duell Hertha gegen Wolfsburg.
Hertha BSC vs. Wolfsburg Stimmen – Strobl: „Für mich ist es ein klarer Elfmeter“
Wolfsburgs Trainer Tobias Strobl war nach dem Abpfiff mächtig bedient. In der vierten Minute der Nachspielzeit war Kento Shiogai nach einem Kontakt mit Herthas Niklas Kolbe im Strafraum zu Boden gegangen. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied jedoch auf Weiterspielen. Auch der Video-Assistent sah keinen Anlass, den Unparteiischen zur Überprüfung an den Monitor zu schicken.
Tobias Strobl (Cheftrainer VfL Wolfsburg) nach dem Spiel: „Für mich ist es ein klarer Elfmeter.“
Insbesondere dass sich Jöllenbeck die Situation nicht selbst am Spielfeldrand ansah, brachte Strobl auf die Palme. Der Trainer forderte eine Überprüfung und verwies darauf, dass in einem Spitzenspiel häufig einzelne Entscheidungen über Sieg und Niederlage entscheiden. Für seine Proteste während der Partie hatte er bereits die Gelbe Karte gesehen.
Der Ärger war angesichts des Spielverlaufs besonders groß. Trotz langer Unterzahl hatte Wolfsburg den Tabellenführer nach der Pause unter Druck gesetzt und bis zuletzt auf den Ausgleich gedrängt. Ein möglicher Strafstoß hätte den Niedersachsen noch die Gelegenheit zum 2:2 eröffnet.
Hertha vs. Wolfsburg Stimmen – Leitl: „Brauchen wir uns nicht beschweren“
Hertha-Trainer Stefan Leitl zeigte sich bei der Bewertung der strittigen Szene deutlich gelassener. Der Berliner Coach gab sogar zu, dass ein Elfmeterpfiff durchaus vertretbar gewesen wäre.
Stefan Leitl (Cheftrainer Hertha BSC) nach dem Spiel: „Ich glaube, wenn es Elfmeter gibt und er pfeift, brauchen wir uns nicht beschweren.“
Leitl verwies allerdings auch darauf, dass der Video-Assistent nicht eingegriffen hatte. Aus seiner Sicht war die Entscheidung des Schiedsrichters damit keine eindeutige Fehlentscheidung, die eine Korrektur erforderlich gemacht hätte.
Sportlich durfte sich der Hertha-Coach über einen weiteren wichtigen Erfolg freuen. Nach dem deutlichen 3:0 beim 1. FC Kaiserslautern hatten die Berliner auch das nächste Spitzenspiel für sich entschieden. Besonders vor der Pause überzeugten die Gastgeber mit ihrer spielerischen Überlegenheit. Nach dem frühen Wolfsburger Anschlusstreffer im zweiten Durchgang geriet der Tabellenführer allerdings noch einmal ins Wanken.
Stimmen zum Spiel von Hertha BSC – Brekalo: „Diese Szenen werden uns lange im Kopf bleiben“
Bei Hertha-Kapitän Josip Brekalo überwog nach der Partie die Freude über den nächsten Sieg. Der ehemalige Wolfsburger genoss vor allem die Feierlichkeiten mit den Berliner Fans nach dem Schlusspfiff.
Josip Brekalo (Kapitän Hertha BSC) auf der Vereinswebsite: „Diese Szenen vom Feiern nach dem Spiel mit den Fans werden uns lange im Kopf bleiben.“
Mit der Leistung seiner Mannschaft war der Offensivspieler insgesamt zufrieden. Besonders die erste Halbzeit hatte ihm gefallen, während Wolfsburg nach der Pause für eine deutlich schwierigere Aufgabe gesorgt hatte. Brekalo betonte, dass die Mannschaft bis zum Ende gekämpft und sich den Erfolg über die gesamte Spielzeit verdient habe.
Angesichts des starken Saisonstarts wollte der Kroate dennoch nicht zu weit vorausblicken. Statt sich bereits mit einem möglichen Aufstieg zu beschäftigen, gelte es, die nächsten Aufgaben weiterhin konzentriert anzugehen.
Hertha BSC vs. Wolfsburg Stimmen – Zeefuik: „Ich bin auch ein guter Verteidiger“
Für Deyovaisio Zeefuik wurde das Spitzenspiel zu einem besonderen Abend. Der Niederländer verteidigte auf der rechten Seite gegen den ehemaligen Hertha-Kapitän Fabian Reese und erzielte unmittelbar vor der Halbzeit auch noch das entscheidende 2:0.
Deyovaisio Zeefuik (Verteidiger Hertha BSC) auf der Vereinswebsite: „Ich wusste, dass Fabian Reese ein Topspieler ist, gegen den ich immer hellwach sein musste.“
Zeefuik hatte bei seinem Treffer zunächst selbst den Ball erobert, einen Angriff eingeleitet und anschließend den Rückpass zum Torabschluss genutzt. Dass ihm ausgerechnet gegen Reese sowohl defensiv als auch offensiv so viel gelang, sorgte bei dem 28-Jährigen für besondere Zufriedenheit.
Auch die Unterstützung von den Rängen hob der Torschütze hervor. Die Berliner hätten sich vorgenommen, jedes Spiel gewinnen zu wollen, und müssten ihren bisherigen Weg nun konsequent fortsetzen.
Hertha vs. Wolfsburg Stimmen – Seguin: „Wir haben immer noch nichts erreicht“
Paul Seguin zeigte sich nach dem nächsten Dreier ebenfalls zufrieden, übte aber auch Selbstkritik. Vor dem Anschlusstreffer der Wolfsburger hatte der Mittelfeldspieler den Ball verloren und damit den Angriff der Gäste ermöglicht. Anschließend sei die Hertha etwas unruhiger geworden, habe die Führung aber mit großem Einsatz verteidigt.
Paul Seguin (Mittelfeldspieler Hertha BSC) auf der Vereinswebsite: „Keiner hebt ab im Team, es ist alles sehr stimmig, aber wir haben immer noch nichts erreicht.“
Seguin betonte, wie stolz er auf die Mannschaft sei. Gleichzeitig warnte er davor, sich von der beeindruckenden Zwischenbilanz blenden zu lassen. Für die Berliner gehe es darum, weiterhin hart zu arbeiten, demütig zu bleiben und die Siegesserie nach der Länderspielpause fortzusetzen.
Auch Sportdirektor Benjamin Weber sprach von einem hart erkämpften Mannschaftssieg. Die Rote Karte gegen Cleiton habe den Spielverlauf zwar beeinflusst, Wolfsburg aber gerade nach der Pause trotz Unterzahl seine Qualität gezeigt. Umso größer war die Erleichterung, den knappen Vorsprung über die Zeit gebracht zu haben.
Stimmen zum Spiel vom VfL Wolfsburg – Wahl: „Mehr verdient gehabt“
Auf Wolfsburger Seite überwog dagegen die Enttäuschung. Die Niedersachsen hatten nach dem Platzverweis gegen Cleiton mehr als 70 Minuten in Unterzahl bestritten und sich dennoch bis zum Schluss gegen die Niederlage gestemmt.
Hauke Wahl (Verteidiger VfL Wolfsburg) nach dem Spiel gegenüber dem NDR: „Die zwei Gegentore so schnell hintereinander dürfen nicht passieren. Das müssen wir uns ankreiden.“
Vor allem der Doppelschlag unmittelbar vor der Halbzeitpause ärgerte den Abwehrspieler. Wolfsburg hatte sich nach dem Platzverweis zunächst lange gegen den Rückstand gewehrt, kassierte dann aber innerhalb weniger Minuten zwei Gegentreffer.
Mit dem Auftritt nach dem Seitenwechsel zeigte sich Wahl deutlich zufriedener. Trotz der numerischen Unterlegenheit habe seine Mannschaft großen Einsatz gezeigt und sich nach seiner Einschätzung aufgrund der zweiten Halbzeit ein besseres Ergebnis verdient gehabt.
Für den VfL bleibt damit ein bitterer Abend, während Hertha BSC mit 31 Punkten aus elf Begegnungen weiter an der Tabellenspitze steht. Die Wolfsburger haben nach der Niederlage bereits zwölf Zähler Rückstand auf die Berliner.
