Bundesliga heute: Mittelstädt entscheidet das Duell früh! Am 9. Spieltag besiegte der VfB Stuttgart den SV Werder Bremen mit 1:0. Maximilian Mittelstädt traf bereits in der 7. Minute nach Vorarbeit von Grischa Prömel. Für die Bremer endete damit eine Serie von sieben Ligaspielen ohne Niederlage. Sebastian Hoeneß und Daniel Thioune äußerten sich auf der Pressekonferenz, Marco Friedl, Youri Regeer, Niclas Füllkrug und Clemens Fritz bei Sky. Hier findest du die Stimmen zum Duell Stuttgart gegen Bremen.
Stuttgart vs. Bremen Stimmen – Hoeneß: „Am Ende war es ein kämpferischer Sieg“
Die Schwaben gingen mit einem vollen Terminkalender in die Partie.
Sebastian Hoeneß (Cheftrainer VfB Stuttgart) auf der Pressekonferenz: „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, das Tor gemacht und hatten noch zwei, drei wirklich aussichtsreiche Situationen und haben gleichzeitig gar nichts zugelassen.“
Danach kippte die Partie aus seiner Sicht: „In der zweiten Halbzeit ist das Spiel aufgegangen, einerseits, weil wir vorne keinen Zugriff mehr hatten und Bremen mutiger gespielt hat. Und andererseits haben wir auch gemerkt, dass wir das neunte Spiel in vier Wochen haben. Dann werden die Beine und der Kopf schwer. Das hat man bei den Klärungsaktionen auch gesehen. Am Ende war es ein kämpferischer Sieg.“
Stimmen zum Spiel vom SV Werder Bremen – Thioune: „Ein Punkt wäre hier allemal verdient gewesen“
Daniel Thioune haderte mit dem Ausgang.
Daniel Thioune (Cheftrainer SV Werder Bremen) auf der Pressekonferenz: „Man sieht beim Gegner heute einen glücklichen Sieger. Top war unsere erste Halbzeit sicherlich nicht. Ich fand, dass wir in der Anfangsphase zu oft Prömel haben laufen lassen, dafür gleich bestraft wurden und mit dem Ball nicht mutig genug waren. Wir haben wenig von dem auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten, und zu oft den Exit über den langen Ball gesucht. Das war nicht unser Spiel und dementsprechend nicht so top.“
Mit der Phase nach dem Wiederanpfiff war er deutlich zufriedener: „Aber top war natürlich die zweite Halbzeit und die Art und Weise, wie wir zurückgekommen sind. Ich glaube, ein Punkt wäre hier allemal verdient gewesen.“
Auf die Wortwahl seines Kapitäns angesprochen, ordnete er ein: „Ich glaube, der Fehler in der ersten Halbzeit war, dass wir gegen das hohe Verteidigen der Stuttgarter nur zu langen Bällen gegriffen haben, ohne vorher selbst in unsere Ordnung zu kommen. Da fehlten uns vielleicht die Überzeugung und der Mut – dann spricht man im ersten Moment vielleicht etwas übertrieben von Angsthasenfußball. Insgesamt war es aber dennoch ein reifer Auftritt. Wir haben den Stuttgartern wenig zugestanden und hatten hier selbst, glaube ich, weit über 20 Torabschlüsse. Darüber hinaus hatten wir auch klare Möglichkeiten: Wenn wir da durch Youri Regeer auf 1:1 stellen, weiß ich nicht, wie dieses Spiel weiter verläuft.“
Selbstkritisch fügte er hinzu: „Allerdings müssen wir uns auch den Vorwurf gefallen lassen, dass zu viele unserer Abschlüsse nicht scharf genug waren. Da waren einige Versuche dabei, die letztlich nicht für echte Torgefahr gesorgt haben.“
Stuttgart vs. Bremen Stimmen – Friedl: „Da haben wir eigentlich Angsthasenfußball gespielt“
Marco Friedl ging mit den ersten 45 Minuten hart ins Gericht.
Marco Friedl (Kapitän SV Werder Bremen) bei Sky: „Verloren haben wir es ganz klar in der ersten Halbzeit, da haben wir eigentlich Angsthasenfußball gespielt. Die Stuttgarter haben unter der Woche gespielt und generell ein straffes Programm. Dann darf es nicht sein, dass du nach sieben Minuten in Rückstand gerätst.“
Die Ursachen benannte er klar: „Wir haben uns mit dem Ball versteckt, nicht gut Fußball gespielt und dann sind die langen Bälle wie im Bumerang zurückgekommen. Einfach weil wir es leider richtig schlecht gemacht haben. Wir standen hinten drin, haben sehr, sehr schnell und sehr viel lang gespielt für ‚Fülle‘ vorne, das ist dann unfassbar schwierig.“
Anschließend sah er ein anderes Werder: „In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, wenn wir den Ball laufen lassen, dann drücken wir die Stuttgarter im eigenen Stadion absolut hinten rein. Und deshalb ist es umso ärgerlicher, nichts mitgenommen zu haben. In der zweiten Halbzeit hatten wir viele ordentliche Chancen. Der letzte Punch oder der finale Pass hat dann nicht gepasst. Wir können, wir müssen und das hätte eigentlich von Anfang an klar sein müssen: eine breite Brust haben. Wir sind absolut super drauf und das haben wir in der zweiten Halbzeit schon gezeigt. Deshalb wäre ein Unentschieden auch absolut verdient gewesen.“
Youri Regeer scheiterte nach Wiederbeginn an Dennis Seimen.
Youri Regeer (Mittelfeldspieler SV Werder Bremen) bei Sky: „Die erste Halbzeit war nicht gut. In der zweiten Halbzeit war es, glaube ich, eine starke Leistung, aber wir hatten rund 20 Torschüsse und treffen nicht. Das war heute das Problem.“
Den Unterschied zwischen beiden Durchgängen machte er an der Herangehensweise fest: „Ich finde, in der zweiten Halbzeit haben wir den Mut gezeigt, Fußball zu spielen. In der ersten Hälfte haben wir zu viele lange Bälle geschlagen. Direkt eine Minute nach der Pause sieht man diesen Angriff, bei dem wir uns im Aufbau über die rechte Seite hinten herauskombinieren und eine Chance herausspielen. Genau das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gemacht. Wir haben diese Dreiecke nicht gebildet, um hinten herauszuspielen. In der zweiten Halbzeit haben wir das getan und Stuttgart dadurch auch hinten reingedrückt. Das Problem war nur, dass wir heute kein Tor gemacht haben.“
Niclas Füllkrug blieb diesmal ohne Treffer.
Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen) bei Sky: „Ich fand es in der ersten Halbzeit auch nicht schlecht. Es ist ein Auswärtsspiel bei einer Mannschaft, die vor der Saison ganz andere Ansprüche hat, und ich bin enttäuscht über das Ergebnis. Ich finde, wir sind trotzdem gut aufgetreten und haben insgesamt über 90 Minuten das Gesicht gezeigt, das man von uns kennt.“
Den Gegentreffer führte er auf taktische Details zurück: „Vielleicht in der ersten Halbzeit mit einer etwas anderen Optik nach außen hin, weil wir schon ein bisschen damit zu kämpfen hatten, ob unser Sechser die Fünferkette nach hinten auffüllt oder auf der Sechs bleibt. Weil Stuttgart den Gegnern die größten Probleme mit den tiefen Achter-Laufwegen bereitet. Genau das macht Prömel in dem Moment beim 1:0. Da haben wir es einmal nicht geschafft, da sieht man auch Abstimmungsprobleme: Wir wussten in dem Moment nicht, wer ihn verfolgt, obwohl es klar besprochen war.“
Trotz der Niederlage blieb er positiv: „In der zweiten Halbzeit waren wir dann viel mutiger. Ich glaube, wir hatten genug Torchancen, um ein Tor zu erzielen, aber ich bin trotzdem nach wie vor stolz auf meine Mannschaft. Eine geile Truppe.“
Clemens Fritz nahm die Defensivarbeit im ersten Abschnitt unter die Lupe.
Clemens Fritz (Sportchef SV Werder Bremen) bei Sky: „Ich muss sagen, in der ersten Halbzeit haben wir wirklich ein Stück weit Probleme in der Zuordnung gehabt, gerade im Zentrum, wo die Stuttgarter im Zentrum überladen wollten. Wir waren eigentlich auch in Gleichzahl. Also das Problem war, dass wir gerade so in den ersten 20 Minuten öfter auch mal so im Rücken aus dem Zentrum die Tiefenläufe nicht gut verteidigt haben. Da hätten wir auch das ein oder andere Mal eher mitgehen müssen, in der ersten Halbzeit hat das gefehlt.“
Im weiteren Verlauf sah er Fortschritte: „Und genau das haben wir dann in der zweiten Halbzeit wieder auf den Platz gebracht. Wir waren viel mutiger mit Ball, auch im Spiel nach vorne haben wir die Räume besser gefunden. Hinten raus ist es schade, dass wir nicht noch den Ausgleich gemacht haben. Ich glaube schon, dass es ein Spiel auf Augenhöhe war.“
Zugleich zollte er dem Gegner Respekt: „Trotz alledem haben wir natürlich auch gegen eine Stuttgarter Mannschaft gespielt, die eine hohe Qualität hat. Gerade dann, wenn der Druck auch noch mal groß war – sie haben sich immer wieder aus dem Druck dann auch gut herausspielen können. Da haben sie ihre Qualität gezeigt. Da musst du auch aufpassen dann in den Umschaltsituationen. Das haben wir gut wegverteidigt, nicht viel zugelassen, auch in der zweiten Halbzeit die eine oder andere Standardsituation, die nicht ungefährlich war. Trotzdem haben wir ein sehr ordentliches Auswärtsspiel gemacht und – klar, fahren mit null Punkten nach Hause – trotzdem brauchen wir den Kopf nicht hängen lassen.“
