Fußball heute: Elf Pflichtspiele ohne Niederlage zum Saisonstart – das hatte Hertha BSC noch nie geschafft. Mit dem 0:2-Auswärtssieg im Pokal beim Viertligisten Jeddeloh II stellte der Tabellenführer der 2. Bundesliga einen neuen Vereinsrekord auf. Vor dem Topspiel in Kaiserslautern zeigt sich Trainer Stefan Leitl (49) so euphorisch wie nie, wie bild.de berichtet.
Hertha BSC: Leitl schwärmt nach dem Vereinsrekord
Seit seinem Amtsantritt am 17. Februar 2025 wirkte der Coach demnach noch nie so begeistert. „Wir haben zehn von elf Spielen gewonnen. Das macht man nicht im Vorbeigehen. Wir wissen, was wir brauchen, um Spiele zu gewinnen“, sagte Leitl. Mehr als 90 Prozent der Partien hat Hertha damit für sich entschieden – eine Ausbeute, die den Vereinsrekord erst möglich machte.
Besonders die Abläufe auf dem Platz gefallen ihm. „Was die Jungs auf das Feld bekommen, das ist klasse. Wir haben viele Lösungen, die Automatismen greifen“, schwärmte der Trainer. Gemeinsam mit Heidenheim erspielt sich Hertha die meisten Großchancen der Liga. Die Offensive liefert damit genau das, was Leitl beschreibt.
Stefan Leitl: „Die Brust ist breit“
In Jeddeloh blieb sein Team ebenfalls ruhig. „Kompliment an meine Mannschaft, weil wir sehr seriös gespielt haben. Wir waren nicht nachlässig. Wir waren diszipliniert. Wir waren geduldig“, lobte Leitl. Nach dem Führungstor durch Josip Brekalo habe man die Partie sehr souverän zu Ende gespielt. So müsse man auftreten, um der eigenen Rolle gerecht zu werden.
Hinten steht die Mannschaft derzeit beeindruckend sicher. In den vergangenen drei Spielen – dem 0:0 in Kiel, dem Sieg gegen Bielefeld und dem Pokal-Erfolg – kassierte Hertha kein Gegentor und ließ nur eine einzige Großchance zu. „Die Brust ist breit. Wir lassen nicht nach. Das ist super“, fasste der Coach die Stimmung zusammen.
2. Bundesliga: Topspiel beim formstarken FCK
Am Samstag (13:00 Uhr) wartet nun der Tabellendritte 1. FC Kaiserslautern. Mit 25 Punkten reist Hertha als Spitzenreiter zum Verfolger, der 18 Zähler gesammelt hat. Leitl ist gewarnt: „Das wird ein unfassbar schwieriges Spiel. Aber wir sind gut drauf, wir haben Bock. Was spricht dagegen, dass wir das Spiel in Lautern gewinnen können?“
Tatsächlich ist der FCK in starker Verfassung. In der Formtabelle der letzten fünf Spiele liegt Lautern mit zehn Punkten auf Rang zwei, nur Hertha holte mit 13 mehr. Zuletzt gewann das Team beim bis dahin ungeschlagenen Tabellenzweiten Nürnberg und zog nach Punkten gleich. Für die Gäste wird es damit ein echter Härtetest.
1. FC Kaiserslautern: Beste Abwehr der Liga
Vor allem die Defensive der Gastgeber ist das Prunkstück. Mit nur vier Gegentoren in neun Spielen stellt Kaiserslautern die beste Abwehr der Liga, Hertha folgt mit acht Gegentreffern. Zu Hause blieb der FCK sogar noch ohne Gegentor. Torhüter Julian Krahl parierte in dieser Saison 92 Prozent der Schüsse auf sein Tor – ein Wert, der Herthas Offensive alles abverlangen wird.
Genau hingeschaut hat Hertha bereits. Mitglieder der Videoanalyse verfolgten am Mittwoch das Pokalspiel des FCK in Hannover, das Lautern mit etwas Glück als 0:2-Auswärtssieg beendete. Dabei zeigte der Gegner laut des Blattes sowohl Stärken als auch Schwächen. Mittelfeldspieler Paul Seguin ahnt, was auf die Berliner zukommt: „Das wird ein echtes Brett.“
Hertha-Tricks: Charterflug, Kebap-Ritual und Ruhetag
Abseits des Platzes setzt der Klub auf kleine Kniffe. Nach dem Pokalspiel in Oldenburg leistete sich Hertha erstmals seit vielen Monaten einen teuren Charterflug von Bremen nach Berlin, um die Regeneration zu beschleunigen. Wie nach jedem Auswärtssieg dieser Saison ging es anschließend direkt zu Golt’z Kebap in Charlottenburg – ein Ritual, das die Mannschaft enger zusammengeschweißt hat.
Der schwere Boden in Oldenburg sorgte zudem dafür, dass der Donnerstag bis 18 Uhr komplett im Zeichen der Erholung stand. Selbst Ersatz- und Reservespieler trainierten nicht wie gewohnt. Jedes Detail soll vor dem Duell mit dem Verfolger stimmen, schließlich kann Hertha mit einem Sieg den Abstand auf den FCK auf zehn Punkte vergrößern.
Luca Schuler: Herthas Waffe gegen den Ex-Klub
Personell setzt Leitl wohl auf Luca Schuler (27). Der Angreifer wartet in dieser Saison zwar noch auf sein erstes Tor, ist in Lautern aber gefürchtet. In den vergangenen vier Duellen mit seinem Ex-Klub traf er fünfmal. Zudem gewann Hertha die letzten drei Partien auf dem Betzenberg – Statistiken, die vor dem Topspiel Mut machen.
Die Geschichte spricht ebenfalls für die Berliner. Jedes Team, das in der 2. Bundesliga mindestens acht der ersten neun Spiele gewann, wurde am Ende Erster – so wie Leverkusen 1978/79 und Hannover 1986/87. Nur Leverkusen startete mit neun Siegen besser, ehe am zehnten Spieltag ein 1:1 in Solingen folgte. Mit einem Sieg am Betzenberg zöge Hertha gleich – genau damit motiviert Leitl sein Team.
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