2.005 Yards vor zwei Jahren, 244 Yards in dieser Saison – und trotzdem ist Saquon Barkley der heißeste Name vor der NFL-Trade-Deadline am 10. November. Gleich zwei Teams werden mit dem Running Back der Philadelphia Eagles in Verbindung gebracht: CBS Sports hält die Seattle Seahawks für den logischen Abnehmer, Sports Illustrated und heavy.com bringen die Cincinnati Bengals ins Spiel.
NFL: Seahawks als logischer Barkley-Abnehmer – das Laufspiel liegt am Boden
Der Fall für Seattle liegt auf der Hand. Nach dem Verlust von Super-Bowl-MVP Kenneth Walker III ist das Laufspiel des Champions laut CBS Sports mit der zweitschlechtesten EPA pro Lauf der Liga nur noch ein Schatten. Zach Charbonnet erholt sich vom Kreuzbandriss, Erstrundenpick Jadarian Price steht auf der Injured Reserve. Walker allein hatte nach sechs Wochen mit 665 Yards mehr Rushing Yards als die gesamte Seahawks-Offense mit 643.
Ein starker Running Back würde zudem Sam Darnold entlasten, der mit sieben Interceptions nach Week 6 auf dem geteilten zweiten Platz der Liga liegt. Nach dem Trade für Quenton Nelson sei laut des Berichts jetzt der richtige Zeitpunkt, die Offense weiter aufzurüsten. Der neue Guard ohne einen Back, der von seinen Blocks profitiert, wäre nur die halbe Verstärkung.
Saquon Barkley nach Seattle? Alter, Preis und Eagles-Umbruch im Blick
Gegen den Deal sprechen Barkleys Alter von 29 Jahren und seine Verletzungsanfälligkeit – zwei verpasste Spiele allein in dieser Saison – sowie der Preis. Ein von CBS-Kollege Carter Bahns skizziertes Paket umfasst Emanuel Wilson sowie einen Dritt- und einen Fünftrundenpick 2027. Seattle könnte mit demselben Quarterback und Coach auch 2027 angreifen und die Picks lieber behalten, zumal Charbonnet und Price zurückkehren.
Das Fazit des Autors fällt dennoch klar aus: Der Trade sei realistisch, Barkley erreiche zwar nicht Walkers Niveau, biete aber die nötige Stabilität für einen erneuten Super-Bowl-Anlauf. Die Eagles dürften selbst bei einem Divisionstitel in der schwachen NFC East kaum über die erste Playoff-Runde hinauskommen – mit Nick Sirianni auf dem heißen Stuhl rückt ein Umbruch näher, für den Picks mehr wert wären als ein 29-jähriger Back.
Cincinnati Bengals: „Not-so-crazy“ – was ein Barkley-Trade kosten würde
Der zweite Interessent überrascht mehr. Spotrac-Analyst Michael Ginnitti hält laut Sports Illustrated einen Barkley-Trade zu den Cincinnati Bengals für eine „not-so-crazy“-Idee. Die Eagles befänden sich im „year-from-hell“, und GM Howie Roseman habe bei fast jedem Trade die Finger im Spiel. Die 5:2-Bengals gelten nicht als Käufer, doch der Dexter-Lawrence-Trade und ein gesunder Joe Burrow lassen demnach „verrückte“ Gedanken zu.
Finanziell wäre der Deal für Cincinnati machbar, aber nicht billig. Barkleys Vertrag läuft über drei Jahre und 36 Millionen Dollar – 795.000 in dieser Saison, 16 Millionen 2027 (davon 2,5 garantiert) und 19,2 Millionen 2028. Philadelphia bliebe auf 9 Millionen Dead Cap in dieser und 26,4 Millionen in der nächsten Saison sitzen. Die Cap Hits von 13,1 und 17,3 Millionen wären ein Problem – aber ein angenehmes nach einem Super-Bowl-Lauf.
Bengals-Offense mit Barkley: Beste der Liga – oder teure Fehlinvestition?
Sportlich wäre das Laufspiel laut SI die einzige Schwäche der Bengals-Offense, die zudem den leichtesten Restspielplan der Liga vor sich hat. Barkley kommt auf karrierebeste 5,7 Yards pro Lauf und 3,81 Yards nach Kontakt, Chase Brown liegt bei 2,54. Auch CBS-Autor Zachary Pereles ermutigt Cincinnati laut heavy.com zum All-in: Laut RBSDM.com liegt die Offense bei EPA pro Play auf Platz sechs, das Laufspiel nur auf Rang 14.
ESPN-Analyst Bill Barnwell taxierte den Preis zuletzt auf einen Drittrundenpick, knapp zwei Jahre Barkley für rund 17 Millionen Dollar seien eine vernünftige Wette. Doch die 2026er-Version des Backs sei womöglich weniger wertvoll, als es auf dem Papier aussieht: 244 Yards in fünf Spielen, dazu Oberschenkel- und nun Rückenprobleme. Er selbst sagte, er müsse einen Weg finden, gesund zu werden. Wer diese Wette eingeht, zeigt sich bis zum 10. November.
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