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Dynamo-Coach Stamm nach der Kiel-Pleite: „Das ist asozial“

Dynamo-Dresden-Fans

Fußball heute: Nach der 3:0-Auswärtsniederlage beim bis dahin sieglosen Schlusslicht der 2. Bundesliga, Holstein Kiel, kocht bei Dynamo Dresden die Wut. Trainer Thomas Stamm (43) ärgerte sich vor allem über eine Szene vor dem verschossenen Elfmeter und fand drastische Worte. Das berichten tag24.de und bild.de – zudem bleiben einige Fragen offen.

Dynamo Dresden: Stamm schimpft über Kieler Elfmeter-Aktion

In der 61. Minute zog Dresdens Ben Bobzien auf und davon und wurde im Strafraum von Kiels Zec zu Fall gebracht, Schiedsrichter Timo Gerach zeigte auf den Punkt. Im anschließenden Gerangel trat Leon Parduzi auf dem Elfmeterpunkt herum und sah dafür Gelb. Kapitän Niklas Hauptmann verschoss danach kläglich – die Chance zum 1:1 war dahin.

„Das ist asozial“, schimpfte Stamm bei Sky über Parduzis Aktion. „Anscheinend gehört es im Fußball aber dazu. Wenn man es als Unsportlichkeit mit einer Roten Karte werten würde, macht es kein Spieler mehr. Das wäre eine Anpassung ans Regelwerk“, forderte der Dynamo-Coach laut bild.de. Für ihn ist die Szene also ein Fall für die Regelhüter.

Fabian Klos: „Ich bin da voll bei Thomas Stamm“

Rückendeckung bekam Stamm vom früheren Stürmer Fabian Klos, der als Experte bei Sky im Einsatz war. „Das ist absolute Scheiße. Ich bin da voll bei Thomas Stamm. Macht eine grobe Unsportlichkeit daraus und gebt eine Rote Karte dafür“, polterte er. Damit unterstützte er die Forderung nach einer härteren Gangart der Schiedsrichter.

Aus eigener Erfahrung weiß Klos, wovon er spricht. „Wenn du mal an so einem Punkt gestanden hast, weißt du, wie viel Druck damit einhergeht. Und wie wichtig dafür Konzentration auf den Ablauf ist“, erklärte er. „Aus dieser Konzentration wurde Niklas Hauptmann mit dieser Aktion gebracht.“ Genau darin sieht er den Kern des Problems.

Holstein Kiel: Walter verteidigt Parduzi

Ganz anders sah es Kiels Trainer Tim Walter (50), der seinen Spieler in Schutz nahm. „Da kam bei Parduzi sein kosovarisches Temperament durch. Das war mit Sicherheit keine böse Absicht, sondern einfach ein bisschen clever und dreckig“, sagte er. Ohnehin zeigte sich Walter nach dem Spiel gesprächig: „Der Gewinner schreibt die Geschichte.“

Unterstützung erhielt er von Torhüter Timon Weiner, der den Strafstoß parierte. „Man macht es nicht. Aber selbst wenn er da was gemacht hat, der Elfmeterpunkt sah nachher genauso aus wie vorher. Daran hat es nicht gelegen, dass er verschossen hat“, betonte der Keeper. Für ihn lag der Fehlschuss also allein am Schützen.

Niklas Hauptmann: „Der Elfer war von mir einfach schlecht geschossen“

Genau das sah Hauptmann selbst ähnlich. „Ich habe versucht, nicht zu sehr drauf zu achten. Aber natürlich bekommt man es mit“, gab der 30-Jährige zu. „Der Elfer war von mir einfach schlecht geschossen. Wir hatten unabhängig davon genug Chancen, um den Ausgleich zu machen. Und am Ende verlieren wir 3:0.“

Rätsel gab zudem die Schützenfrage auf. Beim Stand von 1:0 für Kiel hatte Robert Wagner (23) den Ball bereits in den Händen, während Hauptmann sich vom Punkt entfernte. Warum am Ende doch „Haupe“ antrat und ob es eine Absprache gab, blieb laut tag24.de unbeantwortet. Stamm selbst äußerte sich nach dem Spiel nur knapp.

SGD-Trainer Stamm: Viele Fragen bleiben offen

Auf eine Frage zum Elfmeter reagierte der Coach spitz: „Haben Sie das in der Vorwoche gesehen?“ Und in scharfem Ton: „Dann gucken Sie es sich an.“ Weitere Fragen wurden ihm danach nicht mehr gestellt. Offen blieb damit auch, warum Christoph Daferner (28) erst 21 Sekunden vor dem Abpfiff kam – für den Stürmer demnach eine Demütigung.

Vincent Vermeij (32) ackerte einmal mehr unermüdlich, bekam aber kaum Flanken. Mit starkem Rückenwind in der zweiten Halbzeit versuchte Dynamo zudem fast immer, sich in den Strafraum zu kombinieren, statt es aus der Distanz zu probieren. Wie das geht, hatte Kiel in der ersten Hälfte vorgemacht.

DFB-Pokal: Dynamo empfängt Schalke

Eine Woche nach dem 2:0 gegen Magdeburg fiel Dynamo in alte Muster zurück: rund 60 Prozent Ballbesitz ohne Ertrag, billige Fehler in der Abwehr, Probleme im Aufbau und wenig Torgefahr. Kiel kam nach der Pause nur zu zwei echten Torschüssen und traf zweimal. Es war bereits die sechste Pleite in Folge in Kiel.

In der Verantwortung stehen nun Stamm und seine Spieler, die Niederlage gegen einen statistisch schwächeren Gegner war vermeidbar – zumindest in dieser Höhe. Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt nicht. Am Mittwoch empfängt Dynamo im Pokal den FC Schalke 04, am Sonntag geht es nach Hannover – in beiden Partien geht es um viel.

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