Fußball heute: Beim Schlusslicht der 2. Bundesliga steht für Robert Wagner (23) am Sonntag (13:30 Uhr) ein besonderes Wiedersehen an. Der Mittelfeldspieler von Dynamo Dresden kehrt zu Holstein Kiel zurück und stellt sich auf eine unangenehme Aufgabe ein, wie die Bild berichtet. Daneben beschäftigt die SGD laut Tag24 die Fitness von Kapitän Niklas Hauptmann (30).
Dynamo Dresden: Wagner rechnet in Kiel mit einem harten Kampf
„Das wird ein ekeliges Spiel“, sagte der Rückkehrer gegenüber der Bild. Jeder kenne den Fußball, den Trainer Tim Walter spielen lasse, mit vielen Positionswechseln in Ballbesitz. „Wenn die Verteidiger über den ganzen Platz rennen, kann das ziemlich wild werden“, fügte er an. Ein Pflichtsieg beim Tabellenletzten ist für die Gäste also keineswegs garantiert.
Tatsächlich unterstreicht die Heimbilanz von Holstein diese Warnung. Zwar gelang dem Team in dieser Saison noch kein Sieg vor eigenem Publikum, verloren hat es dort aber ebenso wenig. Zuletzt rang es der bis dahin makellosen Hertha ein 0:0 ab. Ein Auswärtsdreier wäre für die SGD damit mehr wert, als es die Tabelle vermuten lässt.
Phil Harres: Wagner fordert Härte gegen den Ex-Dynamo-Stürmer
Besondere Aufmerksamkeit verdient aus Wagners Sicht Phil Harres (24). Der frühere Dynamo-Stürmer kommt bislang auf vier Tore und zwei Vorlagen. „Bei ihm müssen wir körperlich dagegenhalten und in der Box knallhart an ihm dran sein“, betonte der Mittelfeldmann. Damit war ausgerechnet der Ex-Dresdner schon an sechs Kieler Treffern direkt beteiligt.
Auch für Wagner selbst hat dieses Duell eine Vorgeschichte. Beim letzten Aufeinandertreffen vor knapp einem Jahr stand er noch als Leihgabe aus Freiburg beim kommenden Gegner unter Vertrag. Sein letztes Spiel für Holstein bestritt er ausgerechnet gegen seinen jetzigen Arbeitgeber und half beim 2:1-Erfolg mit. Kurz darauf folgte der Wechsel nach Dresden.
Robert Wagner: Eine Klausel öffnete die Tür nach Dresden
Möglich machte diesen Schritt eine Regelung in seinem Vertrag. „Der Leihvertrag hat es hergegeben, dass ich da rauskommen kann, wenn ich nicht alle Spiele mache“, erklärte Wagner. Seine Rolle habe er dort nicht als unumstritten gesehen, da er öfter rotiert worden sei. Für die SGD wurde dieses Hintertürchen zum Schlüssel, um den Mittelfeldmann kurzfristig zu verpflichten.
Zahlen untermauern diesen Eindruck. In drei der 17 Hinrundenspiele kam er gar nicht zum Einsatz, in sechs weiteren stand er weniger als zehn Minuten auf dem Platz. „Ich konnte nicht wirklich einen Rhythmus aufbauen“, so der 23-Jährige. In mehr als der Hälfte der Partien blieb er damit nahezu ohne Spielpraxis.
SGD News: Kein Bedauern und ein klares Rezept für Kiel
Bereut hat Wagner den Abschied nie. „Dann war es eigentlich eine leichte Entscheidung, zu gehen. Die hat sich über Wochen gesteigert. Ich bin sehr froh, dass ich es gemacht habe“, sagte er. Nun trifft er auf jenen Klub, der ihm einst nur eine Nebenrolle zugestand. Das Wiedersehen bekommt dadurch eine besondere Würze.
Den Plan für die Rückkehr hat der Mittelfeldmann klar vor Augen. Als Vorbild dient ihm der jüngste Sieg gegen Magdeburg. „Kontrolle über das Spiel kriegen, die Chancen verwerten und hinten gut stehen“, beschrieb er das Rezept. Gelingt das erneut, könnte die SGD dem Tabellenletzten die erste Heimniederlage der Saison zufügen.
Raschl und Hauptmann: Lob für den Partner, Plakette für den Kapitän
Großes Lob verteilte Wagner an Tobias Raschl (26), mit dem er in den vergangenen beiden Partien die defensive Zentrale bildete. „Tobi ist ein sehr ballsicherer Spieler, will überall die Kugel haben. Das hilft uns sehr“, betonte er. Auch abseits des Rasens verstehe man sich gut. Nach zwei gemeinsamen Einsätzen wirkt das Duo bereits eingespielt.
Gefeiert wurde nach dem Erfolg gegen den 1. FC Magdeburg zudem Niklas Hauptmann, der eine Plakette für 200 Pflichtspiele im Dynamo-Trikot erhielt. Im Mittelpunkt stehen wollte der Kapitän dennoch nicht. „Die Ehrung nach dem Spiel ist für mich besonders, klar. Aber irgendwie überwiegt der Sieg alles. Weil da richtig Druck auf dem Kessel war“, sagte er Tag24.
Niklas Hauptmann: Erst einmal über 90 Minuten in dieser Saison
Genau genommen hatte der 30-Jährige die Marke schon eine Woche zuvor beim VfL Osnabrück geknackt. Die Auszeichnung kam damit eine Partie zu spät. Als ihn die Mitspieler beim Jubel in Richtung K-Block schoben, holte er sie immer wieder zurück, um nicht allein im Rampenlicht zu stehen. Damit stellte der Spielführer das Team bewusst über die eigene Person.
Die Belastbarkeit des Mittelfeldspielers bleibt sportlich die große Baustelle. Über die vollen 90 Minuten kam Hauptmann in dieser Saison erst einmal, in der Vorsaison nur in zwei von 32 Pflichtspielen. In der Länderspielpause habe er sehr wenig trainieren können, erklärte Trainer Thomas Stamm (43) dem Portal. Nun wolle man ihn physisch auf ein anderes Level bringen.
Thomas Stamm: Ein fitter Hauptmann spielt immer von Beginn an
Überraschend kommen die Probleme allerdings nicht. „Dass er gesundheitlich seine Themen hat, ist nichts Neues. Das war in seinen vorherigen Stationen auch so“, stellte der 43-Jährige klar. Vor rund anderthalb Jahren konnte der 30-Jährige demnach nur unter Schmerzen spielen und kaum trainieren, eine Blinddarm-Operation im Sommer 2025 sollte Abhilfe schaffen.
Ausfälle gab es seither seltener, kleinere Beschwerden bestehen aber offenbar weiterhin. Ist Hauptmann voll belastbar, geht er voran, übernimmt Verantwortung und scheut keinen Laufweg. „Wenn ‚Haupe‘ fit ist, spielt er jedes Spiel von Beginn an“, hatte der Coach schon damals betont. Gegen den heimstarken Tabellenletzten kann die SGD einen solchen Anführer gut gebrauchen.
