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Eintracht Frankfurt: Neue Strategie nach Krösche – „Modell funktioniert nicht mehr“

Eintracht-Frankfurt-Fans

Fußball heute: Statt teurer Talente aus dem Ausland rücken bei Eintracht Frankfurt künftig der deutsche Markt und der eigene Nachwuchs in den Mittelpunkt. Nach dem Abschied von Sportchef Markus Krösche (46) passt der Klub seine Transferstrategie grundlegend an. Das berichten hessenschau.de, bild.de und absolutfussball.com.

Eintracht Frankfurt: Fokus auf deutschen Markt und Nachwuchs

„Wir wollen auch in Zukunft um internationale Plätze mitspielen, aber der Weg dorthin wird im Sinne der wirtschaftlichen Vernunft Anpassungen erfahren müssen“, sagte Präsident Mathias Beck (55) laut hessenschau.de. Das werde man auch dem Krösche-Nachfolger mitgeben. Der Fokus liege künftig stärker auf Deutschland und dem Nachwuchsleistungszentrum.

Vorstandschef Axel Hellmann (55) will verstärkt auf potenzielle deutsche Nationalspieler schauen, ordnet die Neuausrichtung aber vorsichtig ein. „Das ist keine Abkehr von unserem Weg, sondern eine Modifizierung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass sich grundsätzliche Rahmenbedingungen des Marktes verändert haben“, betonte er. Ein Bruch ist es also nicht.

SGE News: Premier League bremst das alte Geschäftsmodell

Unter Krösche funktionierte das alte Modell glänzend. Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und Hugo Ekitiké kamen für wenig oder gar kein Geld, wurden zu Stars und brachten beim Verkauf riesige Summen ein. Inzwischen ist das deutlich schwieriger: Die Preise für junge Talente sind laut Beck „brutal gestiegen“, zudem gibt es weit weniger Abnehmer.

Einen Hauptgrund sieht Hellmann in England. Die Premier League habe vor dem Transfersommer entschieden, „dass sie ihre wesentlichen Transferströme in ihrem eigenen Land zirkulieren lassen will“. Auch Saudi-Arabien fällt laut bild.de als Markt weitgehend weg. Für einen Klub, der jahrelang von großen Verkäufen lebte, ist das eine Zäsur.

Axel Hellmann: „Vor die eigene Haustür gehen“

„Wir müssen die Abhängigkeit von Transfererlösen reduzieren und vor die eigene Haustür gehen“, forderte Hellmann. Klar ist auch: „Fertige Spieler, die europäische Qualität haben, werden wir uns in dieser Mannschaft nie bis zum 18. Kaderplatz leisten können.“ Fehlgriffe wie Elye Wahi (23), der für 25 Millionen Euro aus Marseille kam, will der Klub vermeiden.

Erste Schritte hatte Krösche bereits in seinen letzten Monaten eingeleitet. Elias Baum (20) und Jeremiaha Maluze (21) erhielten Plätze im Profikader, Toptalent Niko Ilicevic (15) wurde langfristig gebunden. Sein Nachfolger soll diesen Kurs ausbauen und keine hohen einstelligen Millionenbeträge mehr für junge Spieler aus dem Ausland ausgeben.

Christoph Spycher: Favorit auf die Krösche-Nachfolge

Als Favoriten auf die Nachfolge gelten laut absolutfussball.com Ex-Eintracht-Profi Christoph Spycher, der allerdings mit seinem Heimatklub Young Boys Bern verbunden ist, und der gebürtige Frankfurter Joti Chatzialexiou, der in Nürnberg erfolgreich arbeitet. Augsburgs Benjamin Weber ist definitiv raus. Eine Entscheidung soll bis Ende November fallen.

Die Zeit drängt, denn in gut zwei Monaten öffnet das Wintertransferfenster. Bis dahin verantwortet Hellmann übergangsweise auch alle sportlichen Belange. Formal wählt Beck als Aufsichtsratschef den neuen Sportchef aus, der Kandidat muss aber mit dem Vorstandsboss harmonieren: „Wir werden hart an die Arbeit rangehen, ich werde mich mit Axel stark abstimmen.“

Mathias Beck: Wiederwahl mit 99 Prozent

Rückendeckung dafür erhielt Beck auf der Mitgliederversammlung am Montag. Mit 99 Prozent der Stimmen wurde er für vier weitere Jahre im Amt bestätigt, nur drei von 1.215 Anwesenden stimmten gegen ihn. „Ich könnte platzen vor Freude“, sagte der sichtlich bewegte Präsident. Zuvor hatte sich Krösche in der Jahrhunderthalle unter Tränen verabschiedet.

Für die Zukunft gibt Beck eine klare Richtung vor: „Wir brauchen wieder mehr Eintracht, wir wollen wieder eine andere Identifikation.“ Wer auch immer auf Krösche folgt, findet einen völlig anderen Markt vor als dieser bei seinem Amtsantritt 2021. Die Eintracht setzt deshalb stärker auf Talente aus der Region – und auf mehr Stabilität.

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