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Gladbach-Krise: So schlimm steht es um die Kabine – „Mannschaft zerfällt“

Gladbach-Fans

Fußball heute: Null Punkte und 8:20 Tore nach sechs Spielen sind nur ein Teil der Krise bei Borussia Mönchengladbach. Wie welt.de, bild.de und spox.com unter Berufung auf die Sport Bild berichten, bröckelt vor allem das Innenleben der Mannschaft. Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart droht zudem ein historischer Negativrekord.

Borussia Mönchengladbach: Kabine zerbricht in Grüppchen

Zerstritten ist das Team demnach zwar nicht, die Sport Bild spricht aber von einer „kaputten Kabine“. „Die Mannschaft zerfällt“, heißt es in dem Bericht. Gemeinsame Unternehmungen abseits des Trainings sind selten geworden, viele Spieler verlassen das Gelände direkt nach den Einheiten, Mannschaftsabende fanden zuletzt kaum noch statt.

Stattdessen bilden sich kleine Grüppchen. Eine davon sind die Japaner Ko Itakura, Daiki Hashioka, Zento Uno und Shuto Machino, denen wegen der Sprachbarriere bereits ein Dolmetscher zur Seite gestellt wurde. Zudem sollen „einige erfahrene Leistungsträger“ daran zweifeln, ob manche Mitspieler überhaupt gut genug für die Bundesliga sind – ein gefährliches Klima im Abstiegskampf.

Tim Kleindienst: TikTok-Kritik spaltet das Team

Eine zentrale Rolle spielt Kapitän Tim Kleindienst (31). Der Klub hat sich auf und neben dem Platz zu sehr von ihm abhängig gemacht, dabei verpasste der Stürmer nach einer Knie-Operation fast die komplette vergangene Saison. Nun fällt er mit einem Muskelfaserriss erneut aus, beim 0:5 in Freiburg am dritten Spieltag hatte er zudem Gelb-Rot gesehen.

Gespalten hat er die Kabine laut spox.com mit öffentlicher Kritik nach dem 3:4 gegen die SV Elversberg Anfang September. Im ZDF forderte er, die jungen Kollegen sollten „weniger TikTok gucken oder was weiß ich, ist mir eigentlich Wurscht, was sie machen“. Bei DAZN legte er nach: „Ob irgendwo ein Stromausfall war, oder was da in den Gehirnen von manchen passiert.“

BMG-Kader: Abgänge hinterlassen ein Führungsvakuum

Die Wurzel des „Angsthasenfußballs“, wie Trainer Alexander Blessin (53) es nannte, liegt in der Kaderplanung. Aus finanziellen Gründen ging fast die komplette Achse verloren: Rocco Reitz (24, Leipzig) und Nico Elvedi (30, Leeds) wurden verkauft, die Leihspieler Haris Tabakovic (32, Salzburg) und Yannik Engelhardt (25, Freiburg) nicht gehalten. Verkraftet ist das nicht.

Hinzu kommt, dass mögliche Führungsspieler fehlen. Enzo Leopold (26) riss sich in der ersten Pokalrunde das Kreuzband, Jan Leszczynski (19) fällt mit einem Meniskusriss wohl monatelang aus. Nicolas Kühn (26) kam nach einem Muskelbündelriss erst einmal zum Einsatz, und Jens Castrop (23) steigt nach seiner Schulterverletzung gerade erst teilweise wieder ins Training ein.

Alexander Blessin: „Die Starken werden aufstehen“

Exemplarisch war das 1:2 gegen Hoffenheim. Niemand übernahm sichtbar Verantwortung, selbst der Ausgleich des 17-jährigen Wael Mohya entfachte keinen Schwung. Zur Pause meldeten sich zwar die Vize-Kapitäne Kevin Diks (30) und Philipp Sander (28) sowie Torhüter Moritz Nicolas (29) zu Wort, nach dem Abpfiff verließen die Spieler die Kabine jedoch schweigend und oft allein.

Sportdirektor Rouven Schröder (51) und Blessin verzichten bewusst auf öffentliche Kritik und sprechen den Spielern stattdessen ihr Vertrauen aus. Am Tag nach der Hoffenheim-Pleite folgten zahlreiche Einzelgespräche mit kritischer Analyse. Schon im Kreis nach dem Abpfiff hatte der Trainer betont: „Die Schwachen bleiben liegen, die Starken werden aufstehen.“

Rouven Schröder: Klubführung hält am Sportdirektor fest

Gegen Stuttgart steht am Freitag viel auf dem Spiel: Eine siebte Niederlage in Folge wäre der schlechteste Saisonstart der Bundesliga-Geschichte. Personelle Konsequenzen in der Führungsetage soll es aber auch dann nicht geben. Nach der Trennung von Eugen Polanski (40) haben Geschäftsführung und Präsidium eine Entlassung von Schröder und seinem Team ausgeschlossen.

Eine weitere Personalrochade würde die Klubführung aus deren Sicht nur noch angreifbarer machen. Umso mehr hängt nun von der Mannschaft selbst ab, die ohne Punkt auf eine Albtraum-Saison mit Abstiegsgefahr zusteuert. Ob die Borussia genügend „Starke“ in ihren Reihen hat, um aufzustehen, ist laut welt.de allerdings fraglich.

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