Am Freitag in Stuttgart droht Borussia Mönchengladbach ein Kapitel Bundesliga-Geschichte, auf das jeder Verein gerne verzichten würde. Nach dem 1:2 gegen die TSG Hoffenheim stehen die Fohlen weiter ohne einen einzigen Zähler da. Trainer Alexander Blessin benannte nach der Partie schonungslos die Ursachen, während viele Anhänger bereits den Abstieg fürchten.
Borussia Mönchengladbach: Jetzt droht Bundesliga-Negativrekord
Die Heimniederlage gegen Hoffenheim war bereits die zweite im zweiten Spiel unter dem neuen Coach. Nach sechs Spieltagen ist Gladbach damit Tabellenletzter, null Punkte und ein Torverhältnis von 8:20 stehen zu Buche. Zwölf Treffer Differenz nach so wenigen Partien verdeutlichen, wie groß die Probleme vor allem in der Defensive der Borussia derzeit sind.
Genau deshalb wird die Reise zum VfB Stuttgart zur Schicksalsfrage. Verliert Gladbach auch dort, wäre die Borussia das erste Team in der Geschichte der Bundesliga, das nach sieben Spieltagen ohne Punkt dasteht. Ein solcher Negativrekord würde den ohnehin enormen Druck auf Mannschaft und Verantwortliche noch einmal deutlich erhöhen.
Gladbach-Trainer Blessin: „Tut unglaublich weh“
Für Blessin lag der Knackpunkt der Hoffenheim-Pleite in der Haltung seiner Elf. „Bei den beiden Gegentoren waren wir zu passiv, haben unsere Positionen nicht gehalten. Es war eine Verkettung von Fehlern“, analysierte der Trainer nach dem Spiel. Besonders in den 15 Minuten vor der Halbzeitpause sei seine Mannschaft nicht mutig genug gewesen.
Darauf reagierte der Coach in der Pause mit taktischen Umstellungen. Zur zweiten Hälfte habe man die Positionen verändert, sei mit guter Energie herausgekommen und habe das Tor erzielt. Diese Phase habe Gladbach jedoch nicht aufrechterhalten können, weil der zweite Gegentreffer zu schnell gefallen sei. „Das tut unglaublich weh“, gab Blessin zu.
Fohlen-Coach Blessin fordert eine Schippe mehr
Die Konsequenzen liegen für den Übungsleiter auf der Hand. Sein Team müsse wieder mehr Zweikämpfe gewinnen und Sicherungspositionen einnehmen, forderte er. „Es ist ärgerlich, wieder mit null Punkten dazustehen“, so Blessin. Ausgerechnet vor dem Duell mit dem VfB bleibt ihm kaum Zeit, um die Abstimmung in der Hintermannschaft spürbar zu verbessern.
Nach dem Abpfiff versammelte der Coach seine Spieler im Kreis. Dort habe er den Jungs gesagt, dass es jetzt darum gehe, nach einer Niederlage wieder aufzustehen. „Wir müssen in der täglichen Arbeit in den nächsten Wochen wieder eine Schippe drauflegen und die Fehler abstellen“, betonte Blessin. Ob diese Botschaft ankommt, zeigt sich schon am Freitag.
Gladbach-Fans ohne Hoffnung: „Weiß nicht, gegen wen wir gewinnen sollen“
Viele Anhänger haben die Hoffnung dagegen bereits aufgegeben – und ließen ihrem Frust in den sozialen Medien freien Lauf. „Ich weiß nicht wie und gegen wen wir diese Saison gewinnen sollen. Es tut einfach nur weh“, schreibt ein Fan. Nach sechs Niederlagen in Serie ist der Frust im Umfeld riesig. Noch drastischer formuliert es ein anderer: „Der Zustand von Borussia Mönchengladbach gleicht dem eines Trümmerhaufens!“
Ein weiterer Nutzer sieht schlicht keinen Gegner, gegen den die Borussia bestehen könnte. „Ich sehe keine Mannschaft in der Bundesliga, gegen die wir eine Chance hätten. Wir können nichts tun, die Verletzten-Liste wird nicht kleiner, bessere Spieler können wir uns nicht leisten, die Qualität des Kaders, bis auf Einzelspieler, reicht nicht aus“, klagt er.
Schalke-Vergleich und Zweitliga-Sorgen: Borussia-Anhänger sehen schwarz
Manche fühlen sich gar an einen prominenten Absturz erinnert. „Erinnert mich leider stark an den schrittweisen Niedergang von Schalke, der dann mit dem Abstieg endete. Hoffentlich kann Gladbach das Ruder irgendwie noch rumreißen!“, heißt es in einem Kommentar. Ein Funken Zuversicht schwingt in dieser Stimme also trotz allem noch mit.
Deutlich pessimistischer fällt das Fazit eines anderen Anhängers aus, der auf die Partie gegen Köln zurückblickt. „Der leichte Aufschwung, den man gegen Köln zu sehen glaubte, lag wohl doch an den schwachen Kölnern. Das heute war ein Statement Gladbachs, dass es auch in der 2. Liga schwierig werden dürfte.“ Für ihn scheint der Gang in die Zweitklassigkeit bereits besiegelt.
Kaderplanung in der Kritik: Gladbach-Fans vermissen gleichwertigen Ersatz
Kritik an der Kaderplanung üben wiederum andere Stimmen. „Man kann nicht bei einer ohnehin schon schlechten Truppe Elvedi, Reitz, Engelhardt und Tabakovic abgeben, keinen gleichwertigen Ersatz holen und die ganze Hoffnung auf jemand setzen, der 1 Jahr verletzt ist“, moniert ein Fan. Damit nimmt er vor allem die sportliche Führung in die Pflicht.
Ein weiterer kritisiert die Körpersprache der Fohlen-Elf: „Blessin hat völlig recht. Mutlos, ängstlich, dumm.“ Dass ein Team ohne Punkt nicht vor Selbstbewusstsein strotze, sei zwar klar. „Trotzdem finde ich die Körpersprache der Spieler unverständlich kläglich“, schreibt er. In Stuttgart bietet sich der Mannschaft am Freitag die Chance auf eine erste Antwort.
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