Fußball heute: Mit 6:1 hat der FC Bayern RB Leipzig am verregneten Samstagabend in München deklassiert. Überragender Akteur war Luis Díaz, der einen Dreierpack schnürte. Nach den jüngsten Rückschlägen deutete beim dominanten Auftritt der Münchner wenig auf eine Krise hin. Dass es nicht noch deutlicher wurde, lag vor allem an Gäste-Keeper Maarten Vandevoordt.
FC Bayern: Kimmich und Díaz eröffnen den Torreigen
Den Anfang machte Joshua Kimmich in der 12. Minute. Mit einem gefühlvollen Chip-Ball überwand er die Leipziger Abwehrreihe, Díaz ließ Lukas Klostermann stehen und blieb im Eins-gegen-eins gegen Vandevoordt eiskalt. Von Beginn an wurde RB regelrecht überrannt. Dass ausgerechnet Klostermanns Seite zum Einfallstor wurde, sollte sich als Muster des Abends erweisen.
Auch beim zweiten Treffer stimmte die Zuordnung bei RB nicht. Aleksandar Pavlovic stand in der 26. Minute völlig frei und erhöhte auf 2:0. Acht Minuten später bestrafte Michael Olise einen Fehlpass von Raum, spielte einen Doppelpass mit Harry Kane und traf zum 3:0. Nach 34 Minuten war die Partie für die Mannschaft von Martin Demichelis damit praktisch verloren.
Luis Díaz: Dreierpack nach dem Seitenwechsel
Die zweite Halbzeit war nur Sekunden alt, als Díaz erneut zuschlug. Wieder ließ er Klostermann hinter sich und markierte in der 47. Minute das 4:0. Sechs Minuten später war auch Kane an der Reihe und schraubte das Ergebnis auf 5:0. Spätestens jetzt glich der Abend für die Leipziger einer Demütigung, zumal die Pausenwechsel offensichtlich verpufft waren.
Seinen dritten Treffer erzielte Díaz in der 69. Minute nach einer kurz ausgeführten Ecke, die über Kimmich und Olise bei ihm landete. Damit war der Dreierpack perfekt. Kimmich war somit an zwei der drei Díaz-Tore beteiligt, und die Münchner führten nach gut einer Stunde mit einem halben Dutzend Treffern.
RB Leipzig: Demichelis nimmt Klostermann vom Feld
Zu diesem Zeitpunkt hatte Demichelis bereits reagiert. Nach einer Stunde nahm der RB-Coach den immer wieder überspielten Klostermann vom Feld und brachte Benjamin Henrichs, zudem kam Romulo für Antonio Nusa. Die Auswechslung warf Fragen auf. Schließlich hatte Demichelis dem Verteidiger in der Startelf den Vorzug vor Baku gegeben – eine Entscheidung, die sich nicht auszahlte.
Schon zur Pause hatte Leipzig doppelt gewechselt: Nicolas Seiwald und Tidiam Gomis ersetzten Ezechiel Banzuzi und Christopher Nkunku. In der 71. Minute kam noch Andrija Maksimovic für Rocco Reitz. An der Kräfteverteilung änderte all das wenig. Jonas Urbig im Bayern-Tor wurde nur selten geprüft, die Abschlüsse von Raum, Seiwald und Gruda stellten ihn vor keine echten Probleme.
Maarten Vandevoordt: Leipzig-Keeper verhindert ein Debakel
Auf der Gegenseite hatte Vandevoordt deutlich mehr zu tun. Der Schlussmann war der beste Leipziger und bewahrte sein Team mit zahlreichen Paraden vor einer noch höheren Niederlage. Gegen Dayot Upamecano, Ismael Saibari, Díaz und Kane war er zur Stelle, einen Olise-Versuch lenkte er mit dem Fuß an den Pfosten. Selbst beim 1:6 war ihm damit kaum etwas vorzuwerfen.
Dabei hätte der FCB noch weiter erhöhen können. In der 75. Minute fälschte Vandevoordt eine Flanke von Josip Stanisic ab, Olise traf volley nur die Latte. Wenig später lenkte der Keeper einen Schuss des eingewechselten Tom Bischof am Tor vorbei. Den Schlusspunkt setzte in der Nachspielzeit Maksimovic, der nach Ablage von Gruda mit links wuchtig über das Aluminium zum 1:6 traf.
Vincent Kompany: Wechsel mit Blick auf Arsenal
In der 59. Minute hatte Vincent Kompany bereits vierfach gewechselt. Serge Gnabry, Lennart Karl, Stanisic und Bischof kamen für Saibari, Kane, Konrad Laimer und Pavlovic. Gut eine Viertelstunde später ersetzte Sacha Boey zudem Minjae Kim. Dass Kane bei klarer Führung früh Feierabend hatte, dürfte vor allem der Schonung für die anstehende Aufgabe in der Königsklasse geschuldet sein.
Den Bayern-Coach selbst sah man an diesem Abend selten an der Seitenlinie. Kompany verfolgte das Spiel größtenteils von der Bank aus, während Assistent Aaron Danks einen Großteil der Anweisungen gab. Gelb sah Laimer in der 51. Minute nach einem zu späten Einsteigen gegen Nusa. Am Mittwoch wartet in der Champions League Arsenal – mit dem 6:1 im Rücken und einem ausgeruhten Kane.
Tore:
1:0, 4:0, 6:0 Luis Díaz (12., 47., 69.)
2:0 Aleksandar Pavlovic (26.)
3:0 Michael Olise (34.)
5:0 Harry Kane (53.)
6:1 Andrija Maksimovic (90.+2)
