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Eintracht Frankfurt: Wer trägt gegen Köln die Binde?

Frankfurt-Fans

Fußball heute: Nach dem 0:6 in Leipzig wackelt bei Eintracht Frankfurt ausgerechnet der Kapitän. Robin Koch (30) kann sich laut Bild nicht mehr sicher sein, am Freitag (20:30 Uhr, Sky) gegen den 1. FC Köln in der Startelf zu stehen. Trainer Adi Hütter (56) hatte den Abwehrchef in Leipzig zur Pause ausgewechselt – und anschließend öffentlich kritisiert.

Eintracht Frankfurt: Hütter nimmt Kapitän Koch in die Pflicht

„Ich habe Robin erlöst, weil ich mir von einem Kapitän etwas ganz anderes erwarte. Wenn du 16 Tore bekommst, Leader bist in der Abwehr, dann setze ich halt irgendwann auch mal ein Zeichen“, sagte Hütter nach dem Abpfiff. Mit der Auswechslung wollte er demnach zeigen, dass allein die Leistung zählt und sich niemand sicher fühlen darf.

Das gilt ausdrücklich auch für den einflussreichsten Spieler im Kader. Intern stößt die Entscheidung deshalb auf Verständnis, zumal Vorgänger Dino Toppmöller (45) vorgeworfen worden war, mit seinen Führungsspielern zu nachsichtig umzugehen. Der Platz neben Lilian Brassier (26) in der Abwehr ist nun offen, auch wenn zu Wochenbeginn noch mit Koch geplant wurde.

Robin Koch: Hütter hatte ihm lange den Rücken gestärkt

Eine Kurzschlussreaktion war die Auswechslung nicht. An Kochs Einstellung zweifelt niemand, ihm wird aber vorgeworfen, auf dem Platz zu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein und zu viel Angst vor Fehlern zu haben. Dabei hatte Hütter ihm immer wieder den Rücken gestärkt, teils sogar ihm zuliebe mit Dreierkette gespielt.

Dafür ließ der Trainer selbst Toptorjäger Younes Ebnoutalib (23, vier Tore) draußen. Nicht jeder hält das harte Vorgehen nun für richtig. „Du nimmst deinen Kapitän nicht in der Halbzeit vom Feld“, kritisierte der frühere Bayern-Kapitän Stefan Effenberg (58) in der Bild. Im Klub sieht man das allerdings anders.

SGE News: Burkardt als möglicher Kapitän gegen Köln

Den freien Montag strich Hütter, spätestens bis Dienstag soll es ein Einzelgespräch mit Koch geben. Der Coach wird dessen Reaktion genau beobachten. Das Kapitänsamt dürfte er ihm aber nicht einfach entziehen. Wer die Mannschaft künftig anführt, ist nun allerdings eine reine Leistungsfrage.

Sitzt Koch am Freitag draußen, würde Stürmer Jonathan Burkardt (26) die Binde tragen. Der Angreifer hat seine Führungsansprüche in dieser Saison untermauert, seine Analyse nach dem Leipzig-Spiel kam im Trainerteam sehr gut an. Die Übernahme ausgerechnet in dieser Situation wäre für ihn allerdings etwas heikel.

Eintracht nach dem 0:6: Kein Vorwurf an den Trainer

Hütter selbst wird für die Pleite intern nicht verantwortlich gemacht. Sein Matchplan sei klar gewesen, taktische oder grundsätzliche Fehler sehen die Verantwortlichen nicht. Bezeichnend: Bei keinem der sechs Gegentore war die Eintracht in Unterzahl, stets standen genug Spieler hinter dem Ball. Die Ursachen liegen demnach in individuellen Fehlern und fehlender Zweikampfhärte.

Hinzu kommt wie schon in der Vorsaison ein mentales Problem. Nach zwei schnellen Gegentoren in Folge verließen Spieler in der ersten Halbzeit zweimal die Ordnung, um den Rückstand zu korrigieren. Erst dadurch entstanden die Räume für Leipzig. Die erfahrenen Spieler schaffen es derzeit nicht, die Mannschaft zu führen und das Spiel zu beruhigen.

Frankfurt gegen Köln: Probleme sollen im Training behoben werden

Schlecht verteidigt hat aus Sicht des Klubs die gesamte Mannschaft. Abwehrspieler gerieten zu oft ins Eins-gegen-eins, die Reihen verschoben nicht, die Abstände waren zu groß, die Kommunikation fehlte und die Zweikämpfe wurden viel zu lasch geführt. In diesem Zustand ist die Eintracht ein sehr bequemer Gegner, heißt es intern.

Zuversicht schöpfen die Verantwortlichen aus der Überzeugung, dass sich all diese Probleme im Training beheben lassen. Bereits im Dezember 2025 hatte ein 0:6 in Leipzig schwere Mängel offengelegt und das Ende von Toppmöller eingeleitet. Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, ist am Freitag gegen Köln eine Reaktion gefordert.

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