Fußball heute: Nach seinem Kreuzbandriss im rechten Knie meldet sich Nicolai Remberg (26) kämpferisch zu Wort. „Ich kann euch versichern, dass dieses Comeback persönlich wird“, schrieb der Kapitän des Hamburger SV auf Instagram. Unterdessen prüft der Klub, ob im Winter Ersatz kommen soll, wie die MOPO berichtet.
Hamburger SV: Remberg kündigt starkes Comeback an
Bestätigt wurde die Diagnose noch am Abend des 3:2 in Hoffenheim nach Untersuchungen im Athleticum im Volkspark. Remberg fällt monatelang aus, eine Rückkehr in dieser Saison gilt als unwahrscheinlich. Zunächst steht eine Operation an. Für den Spielführer ist es die erste Verletzung seiner Karriere, bislang fehlte er nur wegen Sperren.
„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, begann Remberg sein emotionales Statement am Montagabend. Die Situation sei „schwer in Worte zu fassen“. Aufgeben komme für ihn aber nicht infrage. „Dennoch wird die nächste Zeit eine Herausforderung und eine Challenge, aber da braucht sich keiner Sorgen zu machen, dass ich nicht stärker zurückkommen werde.“
HSV-Kapitän Remberg: „Macht euch keine Sorgen“
Stolz ist der 26-Jährige auf seinen Körper, der bis zu diesem Moment jede Belastung gemeistert und weggesteckt habe. Selbstverständlich sei das für ihn nie gewesen. Seine Physis und seine Mentalität geben ihm nun Zuversicht für den langen Weg zurück. Den Fans, die er als „beeindruckend“ bezeichnete, rief er zu: „Macht euch keine Sorgen.“
Eine Botschaft hatte Remberg auch für die Fitness- und Reha-Trainer um Sebastian Capel parat. „Die können sich jetzt schon warm anziehen.“ Trotz der Verletzung will er „so nah an der Mannschaft wie möglich sein“. Diese Rolle musste in der vergangenen Saison schon der damalige Kapitän Yussuf Poulsen verletzungsbedingt oft von außen ausfüllen.
Remberg-Verletzung: Große Anteilnahme im Verein
Die Reaktionen ließen nur Minuten auf sich warten. Mitspieler Albert Grønbæk schrieb schlicht „Mein Kapitän“. Co-Trainer Loic Favé, der im Sommer mit Remberg zum Kickboxen ging, kommentierte: „Auch auf diesem Weg wirst du wieder ein Vorbild für viele andere sein.“ Auch Alexander Røssing-Lelesiit, Nicolás Capaldo, Albert Sambi Lokonga und Mario Vuskovic meldeten sich.
Finanzvorstand Eric Huwer ergänzte: „Was ein Champion und Vorbild du bist, Captain.“ Luka Vuskovic, inzwischen bei Brighton, hinterließ Herzen und Bizeps-Emojis. Die Welle der Unterstützung zeigt, welchen Stellenwert der Kapitän im Klub genießt. Sportlich muss der HSV nun allerdings ohne ihn auskommen.
Claus Costa: Wintertransfer möglich, aber kein Muss
Getroffen hat die Verletzung auch Sportdirektor Claus Costa, der in Hoffenheim auf der Bank saß. „Man konnte sofort in seinen Augen sehen, wie geschockt er war und dass er ahnte, dass etwas Schlimmes passiert ist“, sagte er der MOPO. Trotzdem setzt Costa zunächst auf die Qualität im eigenen Kader.
„Ich bin davon überzeugt, dass unser Trainerteam aufgrund unserer Kaderqualität und der Profile, die zur Verfügung stehen, dafür sorgen wird, dass wir Ideen und Lösungen finden werden, um Rambos Ausfall zu kompensieren“, betonte er. Die Lage im Winter werde man prüfen. „Es gibt aber aktuell nicht den Plan, zwingend tätig werden zu müssen.“
HSV News: Amoako als erste Option, Geld für Transfer vorhanden
Intern soll der Ausfall vorerst aufgefangen werden. Als Hauptkandidat gilt Kofi Amoako (21), der im Sommer aus Dresden kam. Auch Nicolás Capaldo (28), inzwischen rechts in der Dreierkette etabliert, und Bilal Nadir (22) sind Optionen. Die Hausaufgaben für den Winter will der Klub nach Costas Worten aber schon vorher erledigen.
Finanziell hätte der Klub Spielraum. Im Sommer investierte der HSV rund 31 Millionen Euro, darunter neun Millionen für Fábio Vieira an Arsenal und am Deadline Day acht Millionen für Zakaria El Ouahdi an Genk. Eingenommen wurden nur etwa zehn Millionen. Zudem meldete der Verein zuletzt einen Rekordgewinn von 8,1 Millionen Euro für das vergangene Geschäftsjahr.
Hamburger SV: Erstes Spiel ohne Remberg gegen Stuttgart
Bereits am Sonntag gingen Costa und Scouting-Chef Sebastian Dirscherl alle Szenarien durch, auch einen Wintertransfer. Gemeinsam mit Sportvorständin Kathleen Krüger wollen sie zunächst bewerten, wie sehr Remberg fehlt. Von einer prominenten Leihe bis zu einem Kaderspieler ist demnach alles denkbar, ein vereinsloser Profi ist aktuell kein Thema.
Fällt im defensiven Zentrum ein weiterer Spieler aus, würde es eng werden. Ein Wintertransfer bleibt daher eine realistische Option, eine Kandidatenliste soll dank der Vorarbeit der Scouting-Abteilung bald stehen. Zunächst wartet am Samstag (15:30 Uhr) das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart – die erste Partie ohne den Kapitän.
