Fußball heute: Im Sommer platzte der Deal kurz vor dem Ziel, im Winter soll es nun klappen. Borussia Dortmund plant einen zweiten Anlauf bei Marcel Reguła (19) von Zagłębie Lubin, wie DerWesten berichtet. Für den Polen hat der BVB offenbar bereits eine neue Rolle im Kopf – auf einer ungewohnten Position.
Borussia Dortmund: Zweiter Anlauf bei Marcel Reguła
Der 19-Jährige, der gerade erst den Sprung in die polnische A-Nationalmannschaft geschafft hat, steht bei den BVB-Verantwortlichen weiterhin ganz oben auf der Liste. Seit dem Ende der Transferperiode blieb Dortmund mit Spieler und Klub in Kontakt. Reguła selbst will den Wechsel nach wie vor. Die Voraussetzungen für einen neuen Versuch sind also gegeben.
Sportlich bringt er reichlich Argumente mit. In der vergangenen Saison wurde er mit fünf Toren und fünf Vorlagen in 31 Ligaspielen zum besten jungen Spieler der polnischen Liga gewählt. In dieser Spielzeit stehen nach neun Partien bereits zwei Treffer zu Buche. Seine Entwicklung zeigt damit weiter klar nach oben.
BVB-Plan: Reguła soll Schienenspieler werden
Wie die Bild berichtet, soll der eigentlich offensive Mittelfeldspieler in Dortmund rasch zum Schienenspieler mit Außenverteidiger-Qualitäten umgeschult werden. Hinter dem Plan stehen demnach Lars Ricken, Ole Book und Trainer Niko Kovac. Abschrecken lässt sich Reguła von der neuen Position nicht.
Hintergrund ist ein personeller Engpass auf rechts. Fällt Julian Ryerson aus wie zuletzt gegen Bremen, hat der BVB keinen weiteren gelernten Spieler für die rechte Seite. Zuletzt musste deshalb Maximilian Beier dort aushelfen. Reguła könnte künftig zum festen Backup werden und diese Lücke im Kader schließen.
Ole Book: „Derzeit nicht gerade üppig besetzt“
Sportdirektor Book deutete die Lage gegenüber den Ruhr Nachrichten bereits an. „Wir sind derzeit nicht gerade üppig besetzt“, sagte er. Zugleich schränkte er ein: „Es könnte aber auch sein, dass zuerst ein Abgang nötig ist (bevor jemand dazukommt).“ Ein Wintertransfer hängt damit womöglich auch von Verkäufen ab.
Billig wird das Vorhaben nicht. Laut DerWesten soll Zagłębie Lubin weiterhin rund acht Millionen Euro für den Teenager verlangen. Im Sommer scheiterte der Transfer letztlich an den Finanzen. Nun erscheint eine Einigung im Winter jedoch möglich – sofern Dortmund den nötigen Spielraum im Budget schafft.
Transfer-Rückblick: Konstantelias-Verletzung stoppte den Deal
Dabei war der Wechsel im Sommer schon zum Greifen nah. Der BVB schickte sogar ein Flugzeug nach Polen. Doch nur 72 Stunden vor Transferschluss verletzte sich Giannis Konstantelias schwer, Dortmund musste komplett umplanen. Statt Reguła kam Ethan Nwaneri per Leihe vom FC Arsenal, auch Hector Fort vom FC Barcelona war ein Thema. Danach war das Budget aufgebraucht.
Dass eine Umschulung in Dortmund klappen kann, zeigt ein Beispiel. Łukasz Piszczek kam einst als Stürmer und wurde schon bald als Rechtsverteidiger eingesetzt. Mit Mats Hummels, Neven Subotic und Marcel Schmelzer bildete er die Viererkette der Meisterteams von 2011 und 2012, am Ende standen rund 382 Pflichtspiele. Ob Reguła einen ähnlichen Weg geht, zeigt sich frühestens im Winter.
