Fußball heute: Um 1.15 Uhr krachte es über Stavanger. Rund zwei Minuten lang stieg in der Nähe des Teamhotels des FC Bayern ein Feuerwerk in den Himmel – keine 20 Stunden vor dem Champions-League-Spiel bei Viking (21 Uhr, Prime). Hinter der Aktion stecken mutmaßlich Heimfans, die den Favoriten um seine Nachtruhe bringen wollten, wie Sport1 berichtet.
FC Bayern: Zwei Minuten Feuerwerk mitten in der Nacht
Vor dem „Radisson Blu Atlantic“ wurde es für einige Momente taghell, hinter etlichen Fenstern wurde daraufhin Licht gemacht. Ob die Münchner Profis danach schnell wieder einschliefen, ist nicht überliefert. Im internationalen Fußball sind solche Weckrufe inzwischen verbreitet. Für die Stadt im Südwesten Norwegens war es nach Angaben des lokalen Aftenblad allerdings ein Novum.
Passend dazu steht für Viking das größte Spiel der 127-jährigen Vereinsgeschichte an. Der norwegische Meister ist erstmals in der Königsklasse vertreten und zum Auftakt mit 1:3 beim VfB Stuttgart unterlegen. Gegen die Münchner wartet nun das erste Heimspiel des Wettbewerbs. Für den Klub ist das Duell mit dem Favoriten damit ein historischer Abend.
Bayern-Erinnerungen: Böses Erwachen in Rotterdam
Neu ist das Szenario für die Bayern allerdings nicht. Bereits im Januar 2025 erlebten sie eine ähnlich unruhige Nacht und verloren anschließend 0:3 bei Feyenoord Rotterdam. „Wir sind alle aufgewacht“, berichtete Manuel Neuer damals. Der Kapitän fehlt in Stavanger wegen Fußproblemen und muss das Geschehen diesmal ohnehin von außen verfolgen.
Dass derartige Aktionen auch ins Leere laufen können, wissen die Münchner aus eigener Erfahrung. Im April 2026 sorgten Bayern-Fans ihrerseits für eine unruhige Nacht bei Real Madrid. Den Spaniern half das wenig, die Bayern gewannen das Viertelfinal-Rückspiel 4:3 und erreichten das Halbfinale. Ein schlechtes Omen ist der nächtliche Lärm also nicht zwangsläufig.
Viking-Kapitän Tripic: Bayern hat „viele“ Schwächen
Selbstbewusst gibt sich auch Viking-Kapitän Zlatko Tripic. Auf die Frage nach Münchner Schwächen antwortete der frühere Fürther, der bei Viking als „König von Stavanger“ verehrt wird, laut Sport1 mit einem Lächeln: „Ja, viele.“ Konkreter wurde er zwar nicht, ließ aber zumindest durchblicken, wo er Chancen für sein Team sieht.
„Sie haben vielleicht die besten Offensivwaffen der Welt. Wenn sie viele Leute nach vorne schicken, öffnen sich Räume“, sagte Tripic. Weil Viking anders als in Stuttgart diesmal vor eigenem Publikum spiele, sei „alles“ möglich – „obwohl wir gegen Bayern spielen“. In diesen Räumen liegt für den Außenseiter also die Hoffnung auf eine Überraschung.
Viking Stavanger: Kunstrasen als kleiner Heimvorteil
Einen weiteren Trumpf sieht Trainer Bjarte Lunde Aarsheim im Untergrund. Der Coach, der das Amt in einem ungewöhnlichen Modell mit Morten Jensen teilt, verwies auf den Kunstrasen. „Es kann ein kleiner Vorteil sein, dass sie bisher kaum auf Kunstgras gespielt haben“, sagte er. Gute Spieler seien allerdings unabhängig vom Platz gut, schränkte er ein.
Seine Spieler forderte Aarsheim daher auf, mutig und sie selbst zu sein. Tripic schlug in dieselbe Kerbe. „Wir wissen, welche Mannschaft auf der anderen Seite wartet, die Besten der Besten der Welt“, sagte er. Viking sei aber in Topform und sehr gut vorbereitet. Ob das reicht, zeigt sich am Dienstagabend um 21 Uhr.
