Fußball heute: So schlecht ist Borussia Mönchengladbach noch nie in eine Bundesliga-Saison gestartet. Nach dem 1:2 im Derby beim 1. FC Köln steht die Borussia mit null Punkten und 18 Gegentoren am Tabellenende, Lothar Matthäus prophezeit Abstiegskampf bis zum Schluss. Darüber berichten bmg-news.de, sport.de und welt.de.
Borussia Mönchengladbach: Historischer Fehlstart nach Derbypleite
Auch das erste Spiel unter Alexander Blessin, dem Nachfolger von Eugen Polanski, brachte keine Wende. Saïd El Mala erzielte in der 67. Minute den Siegtreffer für Köln. Nach dem Abpfiff bekamen die Gladbacher Profis vor dem Gästeblock den geballten Zorn der eigenen Anhänger zu spüren.
Der 53-jährige Coach sah dennoch Positives. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die gelebt hat, die 90 + 7 alles reingeworfen hat“, sagte Blessin laut welt.de. Bewusst ließ er seine Spieler länger vor der Kurve stehen: „Da müssen wir einfach auch Kante zeigen.“ Er ist überzeugt, dass die Punkte kämen, wenn das Team so weiterarbeite.
Lothar Matthäus: Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag
Weniger optimistisch klingt Lothar Matthäus. Bei „Sky90“ sagte der Rekordnationalspieler, der von 1979 bis 1984 selbst für Gladbach spielte: „Mönchengladbach wird in diesem Jahr nicht nur bis zum 20. oder 25. Spieltag gegen den Abstieg spielen, sondern bis zum letzten Spieltag.“ Deutlicher kann eine Prognose des Weltmeisters von 1990 kaum ausfallen.
Das Kernproblem sieht er im frühen Trainerwechsel. Wer schon nach drei, vier Spieltagen den Coach tauschen müsse, habe schlechte Ergebnisse und zugleich einen Neuanfang, der nicht von einem Tag auf den anderen gelingen könne. Für Blessin bedeutet das, dass ihm kaum Zeit zur Eingewöhnung bleibt.
BMG-Sportdirektor Schröder: Frust bei den Fans verständlich
Bei Rouven Schröder ist der Ernst der Lage angekommen. „Wir haben nach fünf Spielen immer noch keinen Punkt. Da ist es klar, dass es die Frustration bei den Fans gibt“, sagte der Sportdirektor bei DAZN. Lob gab es für den neuen Coach: „Der Trainer ist vorneweg gegangen, das fand ich sehr gut.“
Mittelfeldspieler Philipp Sander (28) macht ebenfalls Hoffnung. „Das will heute keiner von Gladbach hören, und trotzdem gibt mir diese Leistung wirklich Mut“, sagte er. Sanders Versprechen: „Wir werden über die nächsten Wochen eine Entwicklung nehmen und Punkte einfahren, das kann ich euch schon mal sagen.“
Gladbach-Krise: Die Ursachen des Niedergangs
Für bmg-news.de ist der Fehlstart der Tiefpunkt eines jahrelangen Niedergangs. Der Klub zeige demnach viele Symptome eines typischen Absteigers: häufige Trainerwechsel, eine lange Verletztenliste, Spieler weit unter ihrem Niveau, Unruhe im Kader, einen Sportdirektor unter Druck und eine Führung, die bei den Fans kaum noch Kredit hat.
Den einen Grund für den Absturz gibt es laut des Portals nicht. Falsche Trainerentscheidungen, verpasste Spielerverkäufe, teure Vertragsverlängerungen und Transferflops spielten ebenso eine Rolle wie fehlende TV-Einnahmen, die Folgen der Pandemie, hohe Abfindungen und personelle Fehlgriffe.
Gladbach gegen Hoffenheim: Kellerduell am Sonntag
Schon am Sonntag (17:30 Uhr) steht das nächste Kellerduell an. Zu Gast ist die TSG Hoffenheim, die als Vorletzter drei Punkte auf dem Konto hat. Immerhin stand die Defensive in Köln stabiler, erstmals in dieser Saison kassierte die Borussia weniger als drei Gegentore. Verliert Gladbach dennoch, droht nach sechs Spieltagen bereits ein Rückstand von fünf Punkten auf das rettende Ufer.
Sieben Zähler aus den Partien gegen Hoffenheim, Stuttgart, Paderborn und den Hamburger SV hält das Portal mindestens für nötig, um die Hoffnung zu wahren. Getragen werden soll sie auch von Talenten wie Jan Leszczynski, Zento Uno, Fritz Fleck, Hugo Bolin und Wael Mohya. Ob die Youngster schon reif für den Abstiegskampf sind, ist allerdings offen.
Bundesliga-Wetten auf den Klassenerhalt 26/27
Bundesliga-Abstieg: Gladbach droht der Weg anderer Traditionsklubs
Auf dem Papier ist Gladbach bestens für die Bundesliga gerüstet. 112.000 Mitglieder, ein fast abbezahltes Stadion, hervorragende Trainingsbedingungen, starkes Merchandising und ein gutes Nachwuchsleistungszentrum sprechen eine klare Sprache. Trotzdem scheint der Klub den Weg zu gehen, den Bremen, Köln, Schalke, Hamburg, Hannover, Nürnberg und Hertha BSC bereits gegangen sind.
Von der „selbstreinigenden Wirkung“, die einem Abstieg oft zugeschrieben wird, sollte sich niemand zu viel versprechen, wie die Jahre des HSV und der Hertha in Liga zwei zeigen. Noch ist der Klassenerhalt vor Teams wie Paderborn, Elversberg, Union Berlin oder Schalke möglich. Wie sport.de erinnert, startete Gladbach auch in der vergangenen Saison schwach und landete am Ende doch noch auf Platz zwölf.
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