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Bahnrad-WM: Friedrich zurück im Angriffsmodus – Hinze fehlt ihr sehr

Will bei der WM aufs Podium: Lea Sophie Friedrich. (Archivbild)

Die Trainingsfahrten durch die engen Gassen von Shanghai sind noch etwas ungewöhnlich, trotzdem ist die Vorfreude bei Lea Sophie Friedrich auf die WM groß. „Ich würde schon gerne aufs Podium. Im Training bin ich neue persönliche Bestleistung gefahren. Ich bin ungefähr auf dem gleichen Niveau wie bei Olympia“, sagte die zweimalige Medaillengewinnerin von Paris vor den am Mittwoch beginnenden Bahnrad-Titelkämpfen in der chinesischen Metropole der Deutschen Presse-Agentur.

Acht WM-Titel stehen bei Friedrich schon in der Erfolgsbilanz, aus deutscher Sicht hat nur Kristina Vogel (11) mehr geholt. In den vergangenen beiden Jahren ist aber keiner mehr hinzugekommen. 2024 legte die 26-Jährige nach Olympia eine WM-Pause ein, im vergangenen Jahr ging sie in Kolumbien leer aus.

Bahnrad-WM: Friedrich kehrt in ihre Heimat zurück

Seitdem hat sich einiges verändert im Leben der Sprinterin. Mit ihrer Trainingsgruppe, darunter Sprintkollegin Pauline Grabosch und Trainer Bill Huck, ist sie von Cottbus nach Schwerin in die Heimat gewechselt. „Ich habe mich in Cottbus schon mehrere Jahre nicht so wohlgefühlt, weil ich immer sehr viel von meiner Heimat weg war. Es hat mir einfach gefehlt, bei meiner Familie zu sein. Jetzt kann ich zum Beispiel in der Woche spontan zu meiner Oma fahren“, erklärt die Dassowerin.

Es ist ein Wechsel mit Hindernissen, denn die Fertigstellung der Bahn in Schwerin verzögert sich. Es fehlt das Dach, die vorgesehene Stahlbaufirma hatte Lieferschwierigkeiten. Frühestens Ende 2027 soll die Bahn nun fertig sein. Damit es schneller ging, wurde sogar Friedrich tätig und kontaktierte selbst Stahlbaufirmen. „Für meine eigene Heimat ist man natürlich auch noch mal ein bisschen motivierter, etwas zu machen. Es haben sich mehrere – ich glaube es waren zwei, die ich angeschrieben habe – auch tatsächlich darauf beworben“, so Friedrich.

Bahnrad-WM Shanghai: Friedrichs Pendel-Alltag zwischen zwei Bahnen

Bis die Halle fertig ist, muss Friedrich pendeln. Straßen- und Krafttraining findet in Schwerin statt, der Rest erfolgt auf der Bahn in Frankfurt/Oder. Kein idealer Zustand, wenngleich die guten Trainingszeiten sie in ihrer Entscheidung bestätigen. Ab 2027 soll auch ein Radsport-Team in Schwerin gegründet werden, dafür suchen Friedrich und Co. noch nach Sponsoren. „Man schafft da so eine Vorbildgruppe, das ist die Champions League der Bahnradsportler in MV und da möchte man natürlich rein“, sagte Tom Rogall als Präsident des Radsportverbandes Mecklenburg-Vorpommern dem NDR.

Cottbus hat Friedrich hinter sich gelassen, wenngleich ihr Emma Hinze fehlt – als Kollegin, Rivalin und Freundin. „Ja, schon sehr“, sagt Friedrich. Zusammen hatten sie Silber in Tokio und Bronze in Paris sowie vier WM-Titel im Teamsprint gewonnen, inzwischen ist Hinze Mutter eines Sohnes geworden.

Friedrich vermisst Ex-Teamkollegin Emma Hinze schmerzlich

„Man merkt den Unterschied schon sehr, dass sie nicht da ist in dem ganzen Konstrukt, und man konnte sich einfach im Wettkampf auf sie verlassen, auf ihre Leistungen und sie war halt eine Person, die mich motiviert hat und die aber auch gleichzeitig eine respektierte Konkurrentin für mich war“, berichtet Friedrich: „Ich wollte immer schneller sein als sie und sie wollte immer schneller sein als ich und das hat einen ja auch dann irgendwie so angespornt. Aber sie hat ja auch schon mit mir gesprochen und meinte, dass sie auch wieder zurückkommen will.“

Ob es bis zu den Olympischen Spielen in Los Angeles zur Wiedervereinigung kommt, ist eher fraglich. Für Friedrich ist LA 2028 das große Ziel. Die olympische Goldmedaille fehlt ihr noch in der Sammlung. Bei einem Testwettkampf hat sie im Sommer auf der Bahn bereits überzeugen können. Die Konkurrenz hat aber auch zugelegt. Im Teamsprint – Hinze wurde durch Clara Schneider ersetzt – fahre die deutsche Mannschaft bessere Zeiten als in den Weltmeister-Jahren vor Olympia 2026. „Wir werden immer schneller, aber die anderen Nationen werden halt auch immer schneller“, analysiert Friedrich. Schon am Mittwoch kommt es in Shanghai zum nächsten Kräftemessen.

(dpa)

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